Polizisten und gewaltbereite Fußballfans reden miteinander
19.01.2010 09:41 von Daniela Ehlers
Niedersachsen Innenminister Schünemann berichtet von Zukunftswerkstatt
Hannover (ddp-nrd). Im Kampf gegen die Gewalt in Fußballstadien will das niedersächsische Innenministerium neue Wege beschreiten. Dazu hat erstmals eine Zukunftswerkstatt mit Polizisten und gewaltbereiten Fußballfans stattgefunden, wie Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover sagte. Bei der dreitägigen Projektveranstaltung hätten rund 20 Fans mit Polizisten diskutiert und Problemsituationen besprochen. Die Zukunftswerkstatt fand bereits am zweiten Januarwochenende statt und trug das Motto «Fans und Polizei - Abbau der Feindbilder». Schünemann will nach eigenen Worten diese Art der Kommunikation fortsetzen.
Die Zukunftswerkstatt sei ein erster Startschuss zur Gewaltbekämpfung in Fußballstadien, sagte Schünemann. Künftig sollen auch auf regionaler Ebene «Runde Tische» eingerichtet werden, bei denen zum Beispiel «Fan-Infos» der Polizei vor Fußballspielen verteilt werden.
In Hannover gibt es nach Angaben der Polizei derzeit rund 300 auffällige Fußballfans, davon sind 220 als gewaltbereit eingestuft und 80 als gewalttätig. «Die Szene wird immer jünger», sagte ein Polizist. «Uns bereiten Gewalttäter zwischen 15 und 22 Jahren Sorge», fügte er hinzu. Immer öfter seien auch Mädchen mit dabei. Sie prügelten selbst nicht, schauten sich die Szenen aber an. Die meiste Gewalt herrscht den Angaben zufolge bei Fußballspielen der dritten Liga.
(ddp)
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