Zweisprachiges Abi in Niedersachsen
16.06.2010 20:22 von Michael Weber
AbiBac öffnet Tore nach Frankreich
Die Globalisierung der Welt schreitet voran, Sprachen und Internationalität werden immer wichtiger. Dabei spielt das Thema Bildung eine entscheidende Rolle. Um die Möglichkeiten eines Auslandsstudiums und die späteren Chancen auf den Arbeitsmarkt zu verbessern, bieten mehrere Schulen ein zweigleisiges Abitur in Deutsch und Französisch. Heute hat Kultusminister Bernd Althusmann die ersten elf niedersächsischen Abiturienten mit dem sogenannten AbiBac (Abitur und Baccalauréat) auszeichnen können.
Das AbiBac ist eines der wichtigsten Projekte der Zusammenarbeit auf schulischem Gebiet von Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland. Mit der bestandenen Prüfung des AbiBac erhalten Schulabgänger aus beiden Staaten die Berechtigung, an französischen und deutschen Hochschulen zu studieren. Ziel des in beiden Ländern angebotenen „Doppelabiturs“ ist es dabei, den Unterricht in Sprache und Kultur des Partnerlands auszubauen und die Studentenmobilität zu fördern.
Bei der Verleihung der ersten Bescheinigungen über das bestandene AbiBac sagte Kultusminister Althusmann heute in der hannoverschen Käthe-Kollwitz-Schule: „Dieser doppelte Abschluss öffnet den Schülerinnen und Schülern viele Türen. Sie können sich direkt, ohne einen weiteren Sprachnachweis, an einer deutschen oder französischen Hochschule bewerben und werden später hervorragende Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt haben. Darauf sollen und können die Abiturientinnen und Abiturienten stolz sein. Sie haben bewiesen, dass mit Fleiß, Disziplin und Interesse viel zu erreichen ist." Dem Minister war es ein besonderes Anliegen, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler persönlich zu würdigen. Dr. Bernd Althusmann bedankte sich ausdrücklich bei Schulleitung und Lehrkräften der Käthe-Kollwitz-Schule: „Ohne ihr Engagement wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen", sagte der Minister bei der Festveranstaltung, zu der mit Jean-Pierre Grosset-Bourbange auch ein Vertreter der französischen Schuladministration angereist war.
In Niedersachsen wurde die Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover 2007/08 als bislang einziges Gymnasium in das AbiBac-Programm aufgenommen. Gemäß des deutsch-französischen Abkommens von 1994 gestattet der gleichzeitige Erwerb der deutschen Allgemeinen Hochschulreife und des französischen Baccalauréat deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern, sich mit Beginn der gymnasialen Oberstufe in Deutschland bzw. des Lycée in Frankreich auf diese beiden Abschlüsse gleichzeitig vorzubereiten. Der Unterricht erfolgt in Deutschland in Geschichte und einem weiteren Fach des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes in französischer Sprache. Darüber hinaus legen die Schülerinnen und Schüler im Abitur in Französisch eine schriftliche und eine mündliche Prüfung ab. Neben den thematischen Schwerpunkten des niedersächsischen Zentralabiturs werden im Unterricht vorwiegend Inhalte erarbeitet, die das besondere deutsch-französische Verhältnis sowie die Rolle beider Länder in Europa und der Welt widerspiegeln. Die französische Partnerschule der Käthe-Kollwitz-Schule ist das Lycée Gallilée in Combs-la-Ville.
Foto: Dieter Schütz|Pixelio
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