Politiker diktieren Getränke-Preise
14.07.2010 09:12 von Daniela Ehlers
Wirte sind wütend auf das neue Gesetz
Die Landesregierung mischt sich in die Preisgestaltung der Getränke ein. Das neue Gaststättengesetz legt Wirten strenge Regeln auf. Künftig soll mindestens ein alkoholfreies Getränk günstiger verkauft werden als das preiswerteste alkoholische Angebot. Z.B. muss ein Softdrink wie Wasser oder Cola immer günstiger erhältlich sein als dieselbe Menge Bier. Bislang mussten die Preise mindestens gleich hoch sein. Grund ist das vor allem jungen Kneipengängern die Entscheidung für alkoholfreie Drinks erleichtert werden soll.
Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sieht einen Beitrag zum Jugendschutz. Der Preis darf kein zusätzlicher Anreiz für Alkohol sein. Es kann nicht sein, dass junge Menschen, die auf ihr Geld achten müssen, in der Kneipe Bier trinken, weil das Wasser teurer ist.
Weitere Verschärfung: Kneipenbesitzer müssen mit einem horrenden Bußgeld rechnen, wenn sie Alkohol an „erkennbar betrunkene Gäste“ ausschenken. Schlimmstenfalls müssen Wirte 10 000 Euro Strafe bezahlen (bislang 5000 Euro).
Die Gastronomie reagiert empört auf das neue Gesetz! Gastronomen schimpfen: Das Gesetz ist völlig überflüssig. Die günstigeren Preise für nichtalkoholische Getränke gibt es schon seit Jahren. Das Gesetz ist totaler Blödsinn! Als hätten die Gastronomen nicht schon genug Regeln in der Gastronomie.
Entsetzen beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen. Das ist ein Eingriff in die Kalkulationsfreiheit der Unternehmer! Außerdem kostet der Neudruck der Getränkekarten viel Geld. Ob damit das Ziel, den Alkoholmissbrauch zu bekämpfen, erreicht wird, wird bezweifelt.
Foto:Nina Clausing
Der allseits bekannte und beliebte Blödelbarde aus Ostfriesland, Otto Waalkes, kommt nach Hannover!
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