White IT-Button gegen Kinderpornografie

03.03.2010 17:17 von Michael Weber

Bündnis aus Niedersachsen stellt Konzept vor

Kampf gegen Kinderpornografie

Ein neuer Meldebutton für Internetbrowser soll zukünftig dabei helfen, Kinderpornografie zu stoppen. Auf der CeBIT Hannover stellte heute Innenminister Uwe Schünemann diesen neuen Ansatz des Bündnisses gegen Kinderpornografie vor. Dieses sieht vor, dass jeder Internetnutzer per Knopfdruck aus einem Zusatzprogramm für seinen Internetbrowser zufällig gefundenes verbotenes Material melden kann. Die Webadresse wird dann anonym an eine Meldestelle übermittelt und dort von fachkompetenten Mitarbeitern geprüft.  

"Wenn Kinderpornografie im Internet gelöscht werden soll, dann müssen wir auch wissen, wo sie gespeichert wird. Nur dann können wir erfolgreich dagegen vorgehen", sagte Innenminister Schünemann. Er erläuterte gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Software AG, Karl-Heinz Streibich, die Vorschläge des Bündnisses „White IT“. Danach könnte eine gemeinsame europäische Datenbank geschaffen werden, in die europaweit Metadaten über bereits bekanntes kinderpornografisches Material von Justiz, Polizei und Beschwerdestellen hinterlegt werden können. Schünemann kündigte eine detaillierte rechtliche und technische Bewertung dieses Vorstoßes an.

Zum Bündnis gegen Kinderpornografie „White IT“ gehören viele namhafte Organisationen wie zum Beispiel die Ärztekammer Niedersachsen, der Verband BITKOM, Bundesverband Digitale Wirtschaft, Deutscher Kinderschutzbund, Leibniz Universität Hannover, Microsoft, Land Niedersachsen sowie einige andere.

Arndt Groth, Präsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) begrüßt den Meldebutton: "Der BVDW ist kategorisch gegen Kinderpornografie. Entsprechend begrüßen wir ausdrücklich den Zusammenschluss von Politik und Wissenschaft, IT-Unternehmen und Verbänden zur Gründung des Bündnisses gegen Kinderpornografie ‚White IT’, um auf breiter gesellschaftlicher Front den Kampf gegen Kinderpornografie weiter konsequent voranzutreiben." Der Verband ist seit Jahren im Bereich des Online-Jugendschutzes aktiv.



Reinhold Albert, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, gibt ein praktisches Beispiel, warum seine Organisation dem Bündnis beigetreten ist.  Die Landesmedienanstalt verfolge Vorfelddelikte wie sogenannte Posenfotos Jugendlicher, Webauftritte unseriöser Modelagenturen und Pädophilenforen im Internet. „Dabei arbeiten wir mit der Kommission für Jugendmedienschutz und jugendschutz.net zusammen. Der Kampf gegen Vorstufen der Kinderpornografie im Internet gehört bereits seit 2003 zu den gesetzlichen Aufgaben der Landesmedienanstalt“, so Albert.  Der Beitritt zu 'White IT' sei „ein logischer Schritt."

Für Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, ist das Internet „eine der größten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte“, das wie kein anderes Medium die durch die Informationsfreiheit Menschen und Kulturen so schnell zusammengeführt und damit das Verständnis füreinander verbessert hat. Er betont: „Dass freie Informationsvielfalt auch missbraucht wird, führt im Fall von Kinderpornografie zu einem unfassbaren Verbrechen, dem sich Gesellschaft, Politik und Wirtschaft entgegenstellen müssen.“ Dies gelinge mit dem Ansatz des Bündnisses, da das Potenzial des freien Internets für die Gesellschaft nicht eingeschränkt werde.

 

Foto: Peter Kirchhoff|Pixelio

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