Pflegeberufe sollen attraktiver werden

22.02.2010 11:23 von Matthias Koch

Pflegeberufe sollen attraktiver werden

Angesichts der demografischen Entwicklung stellte Sozialministerin am Ross-Luttmann in Aussicht, dass Pflegeberufe attraktiver werden sollen. Vor dem Landtag sagte sie am 18.02.2010, dass der zukünftige Bedarf an Pflegekräften sich nur decken lasse, wenn sich junge Menschen für eine solche Ausbildung entschieden. Die Ministerin kündigte an, insbesondere auch Quereinsteigern den Zugang zu Pflegeberufen zu erleichtern.

Ross-Luttmann sagte: „Die wachsende Zahl von älteren und pflegebedürftigen Menschen ist eine Herausforderung für uns alle.“ Ein wichtiger Aspekt für die zukünftige Politik sei es, ein gestuftes Ausbildungssystem zu schaffen. Niedersachsen habe nach Worten Ross-Luttmanns dabei bereits erste wichtige Schritte getan. Die Berufsfachschule „Pflegeassisstenz“ ermögliche Hauptschülerinnen und -schülern einen Berufseinstieg als Pflegehelfer, bei dem berufsbegleitend der Realschulabschluss erreicht werden könne. Damit stehen diesen Absolventen auch weiterführende Ausbildungsgänge offen. Zukünftig ist aber noch mehr geplant: Attraktive Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sollen als Anreiz gesetzt werden, ebenso Fachweiterbildungen in besonderen pflegerischen Schwerpunkten und entsprechende Studiengänge. Daneben plane die Landesregierung, so die Ministerin, Menschen mit einer Berufsausbildung den Hochschulzugang zu erleichtern. Außerdem sollen Schüler an privaten Altenpflegeschulen einen monatlichen Zuschuss zu den Schulkosten von 50 Euro bekommen können.

Das allein reicht jedoch nach Meinung der großen Wohlfahrtsverbände nicht. Diese fordern seit Jahren eine höhere Pflegevergütung und einen besseren Personalschlüssel. Diese sehen die Arbeitsverdichtung der letzten Jahre als großes Problem an. Das Personal sei überlastet und eine qualitativ gute und vor allem menschliche Pflege nur noch schwer umzusetzen. Auch potenzielle Ausbildungskandidaten würden dadurch abgeschreckt.

Dennoch haben sich im letzten Jahr mehr junge Menschen für eine Pflegeausbildung entschieden. Im Berufsfeld Altenpflege stieg die Schülerzahl von rund 4.600 auf über 5.000 an. Dies wertete Ross-Luttmann als gutes Zeichen. Sie bekräftigte, dass Niedersachsen bereits über eine gut ausgebaute und qualitativ hochwertige Struktur von Pflegeangeboten in allen Bereichen verfüge, aus denen Pflegebedürftige nach ihrer persönlichen Situation und ihren Bedürfnissen auswählen können.

Bild: Rike / pixelio.de

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