Spargel - Arten und Handelsklassen

Orientierung beim Spargelkauf

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 23.03.2013
Spargel - Arten und Handelsklassen

Niedersachsen ist einer der Hauptproduzenten von Spargel in Deutschland. Rund ein Viertel des königlichen Gemüses stammt aus dem Bundesland. Spargel ist ein empfindliches Gemüse. Es bedarf einer sorgsamen Behandlung. Beim Kauf des Feingemüses ist auf eine gute Qualität zu achten. Die festgelegten Handelsklassen stellen dabei eine gewisse Qualität sicher. Dabei kann der Verbraucher sich an drei Handelsklassen orientieren.

Spargel: Handelsklasse Extra

Der Durchmesser der Spargelstangen liegt bei der Handelsklasse Extra bei 12 mm. Sie sind gerade und die Köpfe sind fest geschlossen. Es ist ein wenig Spargelrost vorhanden. Die Stangen sind nicht holzig oder gespalten. Dabei beträgt die Toleranz 5 %.

Spargel: Handelsklasse I

Der Durchmesser der Stangen liegt bei der Handelsklasse I bei 10 mm. Sie sind gut geformt und nur leicht gebogen. Die Köpfe des Spargels sind fest und geschlossen. Eine leichte Verfärbung der Stangen ist zulässig. Es kann wenig Spargelrost vorhanden sein. Dabei beträgt die Toleranz 10 %.

Spargel: Handelsklasse II

Der Durchmesser der Stangen liegt bei der Handelsklasse II bei 8 mm. Sie sind geformt. Die Köpfe sind weniger geschlossen. Etwas stärkere Verfärbungen und Spargelrost sind zulässig. Der Spargel kann leicht holzig sein. Dabei beträgt die Toleranz 10 %.

Wichtig: Die europäischen Handelsklassen weichen dabei im Durchmesser der Spargelstangen etwas ab. Bei der Handelsklasse Extra muss der Durchmesser der Stangen ein Minimum von 10 mm haben. Bei den Handelsklasse I und II muss der Durchmesser der Stangen ein Minimum von 6 mm aufweisen.

In Deutschland werden vorrangig drei verschiedene Spargelsorten angeboten. Das Sonnenlicht beeinflusst dabei zwangsläufig die Farbe des Spargels.

Weißer Bleichspargel

Das Aroma dieser Spargelsorte ist besonders mild und zart. Der Anbau erfolgt in den typischen Erdwällen oder Spargeldämmen. Die Ernte erfolgt sobald sich die Erdoberfläche etwas wölbt und bevor die Spargelstangen mit dem Sonnenlicht in Kontakt kommen. Die Spargelspitzen des weißen Bleichspargels sind weiß. Gestochen wird dieser Spargel per Hand. Der weiße Spargel wird in Deutschland bevorzugt im Handel angeboten und verwendet.

Violetter Spargel

Das Aroma dieser Spargelsorte ist fein, etwas kräftig und würzig. Die Stangen des violetten Spargels werden gestochen, wenn  sie die Erdoberfläche leicht durchbrochen haben. Bei Lichteinwirkung werden die Spargelspitzen durch Anthocyan violett gefärbt. Der Geschmack weist nur geringe Unterschiede zum weißen Bleichspargel auf. Diese Sorte findet Verwendung in allen klassischen Spargelgerichten. Der violette Bleichspargel ist besonders in Frankreich sehr beliebt, aber auch in Deutschland hat er Kenner gefunden. Vom Handel wird er allerdings selten angeboten.

Grüner Spargel

Der Geschmack von grünem Spargel ist ähnlich dem ursprünglichen Wildspargel. im Gegensatz zu dem weißen und violetten Bleichspargel herzhaft, würzig und kräftig. Allerdings sind die Stangen auch dünner und es muss nur das untere Drittel geschält werden. Der grüne Spargel enthält durch das Chlorophyll einen höheren Anteil an Vitamin C und Karotin. Der Anbau des Grünspargels erfolgt ohne Spargeldämme. Er wächst demzufolge über der Erdoberfläche und kommt mit dem Sonnenlicht in Verbindung. Daraus resultiert die grüne Verfärbung über die ganze Länge der Spargelstange. Die Spargelköpfe sind leicht geöffnet. Die Ernte erfolgt, wenn die Spargelstangen 20 bis 25 cm aus der Erde gewachsen sind. Der Grünspargel kann auch in allen Spargelgerichten Verwendung finden. Die Kochzeit ist dabei geringer als beim Bleichspargel.

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