Niedersachsenweites Kinderschutzprojekt

Spezialisiertes Angebot an der MHH

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 29.01.2011
Niedersachsens Sozialministerin ├ľzkan, PD Dr. Debertin und Fr. Professor Klintsc

Das „Projekt Kinderschutz – Kinderschutzambulanz“ ist am Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gestartet. Damit unterstützen die Mediziner der Kinderschutzambulanz niedergelassene und klinische Ärzte bei der Diagnose Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch. Sozialministerin Aygül Özkan sagte zu diesem in Niedersachsen einmaligen Angebot: „Auf diese Weise haben Ärzte auch ohne Strafanzeige Zugang zu einer hoch qualifizierten Diagnostik. Damit steigt die Chance, Fälle von Misshandlung oder Missbrauch frühzeitig zu erkennen. Mit der Kinderschutzambulanz verstärken wir die vielfältigen Landesaktivitäten zum Schutz von Kindern in Niedersachsen.“

Professor Dr. Michael Klintschar, Direktor des MHH-Instituts für Rechtsmedizin stellt heraus, wie wichtig das Projekt ist: „Besteht der Verdacht auf Kindesmisshandlung oder –missbrauch, sind zielgerichtete Interventionen und prophylaktische Maßnahmen erst möglich, wenn es eine gesicherte Diagnose gibt.“ Laut den Experten der MHH stelle das Institut damit seine Kompetenz und sein Wissen schnell, niederschwellig und unkompliziert bereit. Dies sei notwendig, um zum Beispiel Verletzungsmuster zu identifizieren oder Tatabläufe zu rekonstruieren. Auf diese Wiese können Taten bemerkt, Täter überführt und fälschlich Verdächtigte entlastet werden. Dabei muss nicht immer das Kind vor Ort untersucht werden. Auch ein sogenanntes Tele-Konsil ist möglich. Ärzte können dabei unklare Befunde durch Fotos oder Röntgenbilder vom Institut für Rechtsmedizin bewerten lassen, um zu sicheren Erkenntnissen zu gelangen.

Um die gesellschaftlich wichtige Arbeit zu ermöglichen, sind Fördergelder notwendig. Das Land Niedersachsen fördert die Kinderschutzambulanz für drei Jahre mit 285.000 Euro. Ärzte können sich unter einer Hotline Informationen einholen: Unter Tel. 0511 5325533 gibt es bei Verdachtsfällen montags bis donnerstags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie freitags von 8.00 Uhr bis 14.30 Uhr eine Beratung.

 

Foto: Niedersachsens Sozialministerin Özkan, PD Dr. Debertin und Fr. Professor Klintschar (MHH/Kaiser)

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