Elbe-Weser-Dreieck

Ruhe und Erlebnis auf dem platten Land

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 04.10.2014
Flussm├╝ndung der Elbe bei Cuxhaven im Elbe-Weser-Dreieck

Eine leichte Brise weht ├╝ber weite Felder. Das Gras bewegt sich hin und her und hier ist alles eben etwas ruhiger und langsamer, offener, aber auch herzlicher. Das ist das Zweistromland, das sich zwischen Elbe und Weser im Norden von Niedersachsen erstreckt . Es ber├╝hrt die Landkreise:

  • Cuxhaven
  • Osterholz
  • Rotenburg
  • Stade
  • Verden

Da, wo man das Rauschen der Nordsee schon im Hintergrund h├Âren kann und die Luft immer ein bisschen nach Salz schmeckt, erstreckt sich das flache Land, bei dem, wie man die Einwohner h├Ąufig sagen h├Ârt, schon ÔÇ×sehen kann, wer ├╝bermorgen zu Besuch kommtÔÇť. Aber gerade diese weitl├Ąufige Natur ist es, die allj├Ąhrlich viele einl├Ądt, diese Region mit seinen malerischen St├Ądten Stade und Buxtehude, aber auch Bremen und Hamburg kennen zu lernen oder wieder einmal zu besuchen. Willkommen im Elbe-Weser-Dreieck!

Elbe-Weser-Land: Immer eine erfrischende Brise

Dabei lockt besonders das Klima: W├Ąhrend man im Sommer im S├╝den von Niedersachsen h├Ąufig unter Schw├╝le zu leiden hat oder in den St├Ądten wie Hannover die Hitze tobt, sorgt hier die Nordsee immer f├╝r eine erfrischend k├╝hle Brise im Sommer oder f├╝r romantische Stimmung im Herbst und Fr├╝hjahr. Die Mitteltemperatur im Juli und August betr├Ągt etwas ├╝ber 17┬░ C. Das bedeutet warme, aber nicht hei├če Tage und milde N├Ąchte im Sommer. Da kann man sich tags├╝ber mit dem Fahrrad austoben und abends noch lange den Blick ├╝ber die weite Natur schweifen lassen, noch den Geruch von Sonne auf der Haut und mit einer angenehmen Ersch├Âpfung in den Beinen. Nat├╝rlich ist der Salzgehalt der Luft mehr als gesund f├╝r jeden Allergiker oder Asthmatiker, weswegen hier auch reichliche Orte als Luftkurort ausgezeichnet sind wie etwa Bad Bederkesa oder Wingst.

Urlaub in einer kernigen Region zwischen den gro├čen Fl├╝ssen

Die Menschen hier sind bekannt f├╝r ihre Ehrlichkeit, ihre gem├╝tliche Art und f├╝r ihre Gastfreundschaft. Niemals braucht man hier zu bef├╝rchten, dass man ÔÇ×Honig ums MaulÔÇť geschmiert bekommt, sondern wenn jemand zwischen Elbe und Weser einl├Ądt, dann tut er das, weil er es wirklich will. Man ist hier manchmal raubeinig, aber herzlich. Und es wird schwierig sein, hier jemanden aus der Ruhe zu bekommen. Eine Eigenschaft, die sich schnell auf einen selbst ├╝bertr├Ągt, wenn man erst einmal ein paar Stunden in der besonderen Atmosph├Ąre dieses Landstrichs verbracht hat.

Es muss aber auch nicht immer nur das L├Ąndliche sein, das einen in das Elbe-Weser-Dreieck lockt. Denn neben weiten Fl├Ąchen locken neben den Fachwerkbauten von Buxtehude und Stade auch die gro├čen Hansest├Ądte Hamburg und Bremen, die man per Auto, Bahn oder mit dem Fahrrad leicht erreichen kann. Damit ist f├╝r jeden und f├╝r jede Laune etwas geboten.

Natur und Landschaft im Elbe-Weser-Dreieck

Denkt man an plattes Land und weite Felder, so kommt einem selbstverst├Ąndlich zuerst in den Sinn, diese Region mit dem Fahrrad zu erkunden. Und das ist tats├Ąchlich eine der sch├Ânsten Arten, die l├Ąndlichen Gebiete des Elbe-Weser-Dreiecks zu erkunden. Also trampelt man in die Pedale, und der erfrischende Wind bl├Ąst einen beispielsweise bis in das Alte Land. Dieses liegt s├╝dlich von Hamburg, wobei es ein besonderes Farberlebnis darstellt, diese Region im Fr├╝hling zu besuchen. Denn mit 14.300 Hektar Obstb├Ąumen gibt es nirgendwo in Europa ein gr├Â├čeres Gebiet, bei dem einem das frische Wei├č oder Rosa der Apfel- und Kirschbl├╝te entgegenstrahlt. Da der Marschboden besonders fruchtbar ist, lockt das Alte Land aber auch im Herbst, wo die rotbackenen ├äpfel einladen. Und wo viel fruchtbarer Boden ist, da sind auch die typisch nieders├Ąchsischen Fachwerk-Bauernd├Ârfer nicht weit. Bei vielen der Landwirte kann man einkehren, zu einem erfrischenden ÔÇ×Frisch GepresstenÔÇť oder einem leckeren Apfelkuchen. Saftig gr├╝n, und eher d├╝nn besiedelt bieten sich dagegen die Moore zur Erkundung an wie zum Beispiel das Teufelsmoor im Landkreis Osterholz n├Ârdlich von Bremen oder in der W├╝mmeniederung an der L├╝neburger Heide.

Ausflug ins Elbe-Weser-Dreieck: Fahrradpedal und Pferdesattel

Wo so viel Natur ihren Raum behalten hat, da f├╝hlt sich nicht nur der Mensch, sondern auch Tiere wohl. An jeder Ecke sieht man hier Alt und Jung auf dem R├╝cken der Pferde ├╝ber Heide und Moor reiten, und vor allem Islandpferdeh├Âfe sieht man hier in jedem zweiten bis dritten Dorf. Aber auch kleinere tierische Bewohner f├╝hlen sich hier wieder wohl. Zum Beispiel hat sich der Biber hier wieder breitgemacht, nachdem er in Europa beinahe ausgerottet gewesen war. Genauso selten sind Seeadler und Schwarzstorch, die sich ebenfalls bevorzugt hier aufhalten.

Sehensw├╝rdigkeiten im Land zwischen Elbe und Weser

Meer sehen: Wer st├Ąndig den Meereswind um die Ohren und den Salzgeschmack auf den Lippen hat, der kann sich in der Wingst im Landkreis Cuxhaven umsehen. Hier steht der sogenannte Deutsche Olymp. Das ist ein Turm, der auf einem H├Âhenzug gebaut wurde, dieser wiederum ist ein ├ťberbleibsel aus Gesteinsresten, die die Gletscher in der Eiszeit hier zur├╝ckgelassen haben. Auf insgesamt nur wenig unter 100 Metern hat man hier trotzdem einen atemberaubenden ├ťberblick ├╝ber die Landschaft, und im Hintergrund schimmert die scheinbar unendliche Weite der Nordsee.

Mit dem Zug durch das Moor: Familien mit Kindern kann man nur eine Entdeckungsreise mit dem Zug von Bremen nach Stade und wieder zur├╝ck empfehlen. Diese historische Eisenbahn wurde fr├╝her Moorexpress genannt, da die Reise von Bremerv├Ârde durch das Teufelsmoor f├╝hrt, vorbei an Worpswede bis nach Osterholz-Scharmbeck. Besonders f├╝r Neulinge zwischen Elbe und Weser bietet sich hier gleichzeitig eine ├ťbersicht ├╝ber alles, was es in den Urlaubstagen noch zu erleben geben k├Ânnte.

Wo K├╝nstler hausen: Kommt man mit dem Moorexpress von Bremerv├Ârde, so wird man zun├Ąchst an Worpswede vorbeifahren. Das Besondere an diesem auf dem ersten Blick eigentlich unscheinbar wirkenden Dorf ist die bekannte K├╝nstlerkolonie. In dieser kleinen malerischen Ansiedlung inmitten der Moorlandschaft leben bis heute 130 Maler, Bildhauer, Fotografen, Musiker, Schauspieler und andere K├╝nstlern. Sieht man an den Fachwerkh├Ąusern genauer hin, so wird man an jeder Ecke Hinweisschilder auf die n├Ąchste Ausstellung entdecken.

├ťber Fl├╝sse schweben: Weiter geht es dann an die Oste, einem Nebenfluss der Elbe. Hier gibt es, ebenfalls aufregend f├╝r jedes Kind, eine Fahrt mit der Schwebef├Ąhre zu l├Âsen. Dabei h├Ąngt die F├Ąhre an Seilen, die an beiden Ufern der Oste aufgespannt sind. Auto, Mensch und Fahrrad stellen sich in diesen H├Ąngekorb und fahren dabei auf die andere Seite. Beruhigend f├╝r Leib und Seele sind dabei das Pl├Ątschern des Wassers und die langsam vorbeifahrenden Schiffe.

Kunst und Kultur im Elbe-Weser-Dreieck

Wer sich f├╝r die Entwicklung des Elbe-Weser-Dreiecks interessiert, der hat einen weiten Weg in die Vergangenheit vor sich. Denn die Landschaft geht zur├╝ck auf die seit 1397 in ununterbrochener Rechtsfolge bestehenden Herzogt├╝mer Bremen und Verden. Durch diese lange und kontinuierliche Geschichte findet man daher auch an jeder Ecke Spannendes, Interessantes und ├ťberraschendes. Zum Beispiel kann man eine Zeitreise bis weit zur├╝ck in die Jungsteinzeit machen, indem man die Megalithanlagen von Grundoldendorf oder Deinste besucht.

Obstfeste und Kultur

Im Fr├╝hjahr und Sommer bietet sich besonders das Alte Land an. Zahlreiche, j├Ąhrlich wiederkehrende Feste wie zum Beispiel der Kirschmarkt in Jork oder auch die Klassik auf dem Land sind etwas ganz Besonderes. Viele Besucher haben danach pl├Âtzlich einen ganz neuen Musikgeschmack entwickelt, weil sie beim Klang der Klassik an die romantische Zeit unter der Kirschbl├╝te zur├╝ckdachten. Sollte man hier ins Schwitzen gekommen sein, so kann man nur die gek├╝hlte, hausgemachte rote Gr├╝tze empfehlen. Mittlerweile hat sich das historische Rezept von hier ├╝berall in Deutschland verbreitet. Im Herbst bieten sich dann der Mathias Markt und die Norddeutschen Obstbautage an.

Brot und Heringe

Etwas ganz Besonderes gibt es am Montag drei Wochen vor Ostern in Verden zu bewundern, n├Ąmlich die sogenannte Lat├Ąre-Spende. Nach einer Legende, die auf St├Ârtebeker im Jahr 1401 zur├╝ckgeht, werden hier die Armen, die ├Âffentlichen Bediensteten und Abgesandte der Kirchen mit Heringen und Brot versorgt. Mittlerweile ist aus dem doch eher bescheidenen Mahl ein ganz spezielles Ereignis geworden, bei der St├Ârtebeker Fischkohlsuppe, gef├╝llte Kartoffel mit Matjesmousse und dergleichen mehr warten. Etwa zweihundert geladenen G├Ąsten wird danach der fangfrische Hering beim traditionellen Heringsessen gereicht.

Freizeitgestaltung - Urlaub im Elbe-Weser-Dreieck

Radfahrer haben im Elbe-Weser-Land ein Paradies f├╝r sich entdeckt. Daher f├╝hren auch einige bekannte Radwege durch diese Region, allen voran der Elbradweg, aber auch der Nordseeradweg streift zumindest teilweise die Moore und Heidelandschaften. Empfehlen kann man hier einen Start in Gl├╝ckstadt, da man sich hier gleich aussuchen kann, was man an diesem Tag erleben m├Âchte: Entweder geht es die Elbe entlang bis zur malerischen Fischerstadt Stade, in der es wiederum reichlich zu sehen und zu entdecken gibt. Nun kann man sich entscheiden: Soll es gleich wieder zur├╝ckgehen, durch die Obstb├Ąume des Alten Landes, oder f├Ąhrt man lieber noch etwas weiter, sogar bis nach Hamburg, um die Landungsbr├╝cken zu besuchen? M├╝de und gl├╝cklich kann man dann vom Hauptbahnhof aus wieder nach Hause zur├╝ckfahren. Die dritte Alternative ist die Fahrt von Gl├╝ckstadt aus in die andere Richtung, nach Cuxhaven. Dann ist es eher eine Reise f├╝r Romantiker, vorbei an Wingst und Otterndorf, oder wahlweise auf der n├Ârdlichen Seite der Elbe nach Brunsb├╝ttel.

Es muss nicht unbedingt der Familienurlaub sein. Auch wenn man lieber alleine sein m├Âchte, bietet sich das Dreieck zwischen Elbe und Weser an. Denn ein romantischer Teil des Europawanderweges E9 f├╝hrt ├╝ber die Felder, Wiesen und St├Ądte. Dabei kann man in Bremerhaven mit einem Besuch des Schifffahrtmuseums beginnen. Richtig malerisch wird es dann auf dem Weg an Bad Bederkesa vorbei, da hier sowohl eine alte Burg in den Himmel ragt als auch eine historische Windm├╝hle knattert. Das Wandern durch die flachen Lande und die wundersch├Âne Natur ist ein Genuss!

Wer sich tags├╝ber abgestrampelt hat, genug gewandert ist oder einfach die Seele an Elbe oder Weser hat baumeln lassen, der hat sich ein bisschen Nachtleben verdient. W├Ąhrend im Alten Land also die Grillen zirpen und die Sterne funkeln, kann man sich in den Zug nach Stade setzen. Hier gibt es n├Ąmlich eine gro├če Vielfalt. Wie w├Ąre es zum Beispiel mit Bowling, einem Besuch der Kneipen in der Altstadt oder den Discos ÔÇ×MausefalleÔÇť oder ÔÇ×GarageÔÇť am Stadtrand?

Foto: Michael Weber

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