Esterweger Dose

Einmalige Moorlandschaft

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 28.11.2013

Als Esterweger Dose wird das ca. 5.000 Hektar große Moor-Naturschutzgebiet bezeichnet, das sich über verschiedene Landkreise und Gemeinden in Ostfriesland, Emsland und dem Oldenburger Münsterland erstreckt. Im Einzelnen sind dies der Landkreis Emsland (Samtgemeinde Nordhümmling), der Landkreis Cloppenburg (Saterland) sowie der Landkreis Leer (Rhauderfehn und Ostrhauderfehn). Bis zum Ende der 1950er Jahre galt die Esterweger Dose als größtes zusammenhängendes Hochmoorgebiet in Mitteleuropa.

Landschaft, Fauna und Flora in der Esterweger Dose

Die Hochmoorlandschaft zeigt ein Wechselspiel aus verschiedenen Mooren und Graswiesen, darunter Borst- und Pfeifengras oder Schwingrasenmoore. Die Esterweger Dose bietet der seltenen Vogelart Goldregenpfeifer einen wichtigen Brut- und Lebensraum, der durch spezielle Sicherheits- und Überwachungsvorkehrungen in diesem Hochmoor gewährleistet wird. Auch andere wertvolle Arten wie die Uferschnepfe, der Rotschenkel oder Kraniche werden in der Esterweger Dose verzeichnet.

Die Moorerlebnisroute

Auf über 100 km Länge verspricht die Fahrradroute entlang der Esterweger Dose einmalige Einblicke in die faszinierende Moorlandschaft. Radwanderfreunde starten am Sperrtor des Küstenkanals in Richtung Esterwegen. Es geht vorbei am Feldherrenhügel zum Moorerlebnispfad Süd bis ins Jammertal. Auf der Strecke finden sich zahlreiche Freizeitangebote, z.B. das Freizeitbad am Langholter Meer oder das Schifffahrtsmuseum. In Ostrhauderfehn werden Hafen und Schleuse passiert, bevor die Route an den Idasee bis in das Saterland nach Ramsloh führt.

Geheimnisvolle Moorleichen

Auch in der Esterweger Dose haben Moorleichen für Aufsehen gesorgt. Berühmtheit erlangte der Leichenfund eines Kindes, das in der Zeit des Hochmittelalters gelebt hat und als „Das Kind aus der Esterwege Dose“ in die Forschungsarbeit eingegangen ist. Zahlreiche Publikationen sind über diesen Leichenfund erschienen, bei dem es sich vermutlich um einen Jungen im Alter von 14 Jahren gehandelt hat. 1939 wurde die Leiche von einem Torfarbeiter im Moor bei Burlage entdeckt, anfangs gingen die Experten von einer weiblichen Person aus. Auch Tierleichen gab das Moor im Nordwesten von Niedersachsen in den 1950er Jahren frei.

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