Ein Sonntagsausflug mit der Familie

Unterwegs bei Schiffen und Flugzeugen

ein Niedersachsen-Artikel von Matthias Koch - 22.03.2010
Aeronauticum Nordholz

Das erste echte Frühlingswochenende nach einem wirklich harten und langen Winter wollten wir mit der Familie für einen Ausflug nutzen. Aber wo fährt man mit drei Kindern zwischen 4 und 13 Jahren hin? Die Gegend um Hannover war in Wolken gehüllt und es regnete. Im Harz war es zu kalt und stellenweise lag noch Schnee. Davon hatten wir in den letzten Wochen selbst mehr als genug gehabt und gesehen. Da es nun aber im Norden meist mehr Sonne gibt als bei uns in Hannover, lag es nahe, den Ausflug in diese Richtung zu organisieren. Da gab es dann auch gleich ein wetterbeständiges Ziel, das ich mit den Kids schon öfter ins Auge gefasst hatte: das deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven mit seinem Außenbereich, in dem Schiffe und sogar ein U-Boot zu besichtigen sind. Zum Glück wurde hier die Saison just am Tag zuvor wieder eingeläutet.

Auf ging's also gen Norden. So näher wir auf der A27 der Nordsee kamen, desto sonniger wurde es. Zwar auch gleichzeitig etwas kälter, aber das sollte uns nicht stören. Kurz nach 10 erreichten wir das Museumsgelände am Hafen in Bremerhaven. Ein Parkplatz war auch schnell gefunden. Es war kaum was los. Im Foyer erwartete uns ein sehr freundlicher Mitarbeiter und kassierte für eine Familienkarte lediglich 12,50 Euro. Zusätzlich gab's pro Nase noch einen Verzehrgutschein für das Panorama Cafe. Voller Vorfreude ging es dann im fast besucherleeren Museum auf Erkundungstour. Auf 3 Etagen gab es neben über 500 Modellen auch komplette Schiffe, Fahrzeuge und den Kommandostand eines Schiffes (original nachgebaut) zu sehen. Letzteren erklärte uns ein sehr freundlicher, kompetenter Mitarbeiter ziemlich anschaulich und auch kinderfreundlich.

Nachdem wir uns auch die Sonderausstellung "175 Jahre Rickmers - Eine Familien- und Firmengeschichte" angesehen hatten, war eine kleine Stärkung im Panorama Cafe angesagt. Hier konnte man nebenbei noch wunderbar auf die Hafeneinfahrt blicken. Das kostenlos nutzbare Fernglas kam dabei sehr gelegen. Nach Abzug der 5 Gutscheine zu je 0,50 Euro waren knapp 25 Euro fällig und alle fünf Personen satt. In Anbetracht der tollen Aussicht und des sehr freundlichen Servicepersonals ein relativ preiswertes Vergnügen.

Nun war der Außenbereich dran. Etwas, auf das sich grade die Kinder sehr gefreut hatten. Zunächst stürmten wir das Segelschiff "Seute Deern". Da hier ein Restaurant untergebracht ist, konnten wir aber lediglich den Außenbereich besichtigen. Es folgten der Wassertrecker STIER, der Walfangdampfer RAU IX, der Hochsee-Bergungsschlepper SEEFALKE und als Höhepunkt das Technikmuseum U-Boot WILHELM BAUER, welches nicht vom Museum betrieben wird. Somit waren für zwei Erwachsene (je 3 Euro), zwei Kinder ab 6 Jahre (je 2 Euro) und unseren Kurzen (4 Jahre, Eintritt frei) nochmal 10 Euro fällig. Eine Zusatzausgabe, die sich auf jeden Fall gelohnt hat. Wann kann man sich sonst schon ein U-Boot von innen anschauen?

Nach knapp 3 Stunden hatten wir alles gesehen, aber der Tag war noch jung. Da nur etwa 30 km nördlich eine weitere Sehenswürdigkeit lockte - nämlich das Aeronauticum Nordholz -war das nächste Ziel schnell gefunden. Das Deutsche Luftschiff- und Marinefliegermuseum liegt direkt neben dem Marine-Stützpunkt Nordholz, 5 Minuten Autofahrt von der A27 Bremen-Cuxhaven entfernt. Gleich neben der Einfahrt steht ein großes Flugzeug, was die Kinderaugen zum Leuchten brachte. Mama und Papa waren nicht weniger begeistert. Im Museum wurden wir freundlich empfangen und der Eintrittspreis mit 17,50 Euro (Familienticket) hielt sich auch in Grenzen. Schließlich muss sich das Aeronauticum zu einem Großteil auch über Eintrittsgelder finanzieren. Im Innenbereich gab es sehr viel Interessantes zum Thema Luftschiffe (Zeppeline) zu entdecken und ähnlich wie im Schiffahrtsmuseum gibt es hier auch für Kinder viele Mitmachstationen.

Das Highlight auch hier: der Außenbereich mit vielen Flugzeugen und Hubschraubern. Leider konnte man diese aber nur von außen anschauen. Als wir dann bereits beim Verlassen des Museums waren, erklang eine Lautsprecherdurchsage. Zwei Objekte würden jetzt geöffnet und seien somit auch von innen zu besichtigen. Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen und uns erneut aufs Außengelände begeben. Ein netter, älterer Herr führte die knapp 20köpfige Gruppe dann zunächst zu einem Flugzeug und erzählte uns u.a., dass darin auch schon einige Altbundeskanzler Platz genommen haben. Auch wir durften uns dann mal reinsetzen. Ebenso wie beim ehemaligen DDR-Hubschrauber, in dessen von braunem Stoff bezogenen Sesseln auch Honecker von Termin zu Termin befördert worden war. Nach Beendigung der etwa 20minütigen Führung verliessen wir das Museum. 15 Uhr 20 - immer noch zu früh, um den Heimweg an zu treten... Wäre ja auch blöd gewesen, bei unserem Ausflug die nur knapp 20km entfernte Nordsee aus zu lassen. Also ging es auf nach Cuxhaven, wo wir mit dem PKW den Hafen mit seinen vielen Fischkuttern und den Fischrestaurants erkundeten und anschließend in Duhnen einen Spaziergang an der Nordsee unternahmen. Gegen 18 Uhr ging es dann endgültig heimwärts, wo die Kids dann kurz nach 20 Uhr müde in die Betten fielen.

Foto: Matthias Koch

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