Betreutes Wohnen ist bezahlbar

Betreutes Wohnen – verschiedene Ansätze und ein gemeinsames Ziel: bezahlbare häusliche Pflege

ein Niedersachsen-Artikel von Matthias Koch - 04.03.2010
Betreutes Wohnen oder andere Wohnformen im Alter

Betreute Wohnformen für Senioren werden immer beliebter – wen wunderts? Im Alter kommen bedingt durch körperliche und gesundheitliche Einschränkungen viele alltägliche Probleme auf uns zu. Ein Haus in dem das Schlafzimmer in der zweiten Etage liegt, eine Stufe um in die Dusche einzusteigen oder der hohe Rand der Badewanne beschreiben nur einen Teil der Probleme mit denen sich unsere Senioren im Alltag konfrontiert sehen. Gelenkbeschwerden oder abnehmende Körperkräfte machen aus alltäglichen Abläufen zum Teil schwer zu überwindende Hindernisse.

Senioren: Kleine Aufgaben werden zum Problem

Auch die alltäglichen hauswirtschaftlichen Pflichten sind kaum noch zu erfüllen. Das Tragen des Staubsaugers oder das Wischen der Küche wird zu einem kräftezehrenden Martyrium. Mit fortgeschrittenem Alter benötigen wir Gehhilfen oder kostspielige Stützen und Korsagen, um die gewohnte Bewegungsfreiheit zumindest zum Teil aufrecht erhalten zu können. Vor allem jedoch brauchen wir Nähe und das Gefühl der Geborgenheit, denn im Alter vereinsamen viele Senioren. Eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit bedeutet oftmals auch starke Einschnitte in sozialen Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten oder der Familie.

Häusliche Pflege statt betreutes Wohnen

Dennoch möchten viele Senioren gern in Ihren eigenen vier Wänden leben. Das können Sie auch, denn es gibt inzwischen eine Vielzahl von niedrigschwelligen Hilfsangeboten sowie die Möglichkeit, häusliche Pflege in Anspruch zu nehmen. Dieser Dienst kommt praktisch als ambulanter Pflegedienst ins Haus und ermöglicht den Senioren ein selbstbestimmtes Leben, ohne auf die Versorgung durch examinierte Pflegekräfte verzichten zu müssen. Diese kümmern sich um die erforderlichen Maßnahmen und rechnen direkt mit der Krankenkasse oder bei besonderen Zusatzleistungen mit dem Betreuten ab. Je Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (Pflegestufen) werden die Leistungen von den Kassen übernommen.

Betreutes Wohnen und seine Vorteile

Betreutes Wohnen setzt genau hier an. Neben der Sicherstellung der medizinisch- und pflegerischen Grundversorgung sollen unsere Senioren unter „Ihresgleichen“ gemeinsam statt einsam den Alltag bewältigen. Betreutes Wohnen wird von vielen Anbietern in verschiedenen Stufen der Betreuung angeboten. Allen gemeinsam ist das Ziel, den Senioren ein Gemeinschaftsgefühl zu verleihen anstatt sie isoliert und abgeschnitten von der Außenwelt sich selbst zu überlassen. Unter Betreutem Wohnen verstehen wir daher eine Form der Unterbringung von Senioren, die durch den Träger der jeweiligen Einrichtung die medizinisch und pflegerischen Ansprüche sicherstellt und durch das Gemeinschaftsgefühl der Einwohner die für uns Menschen so wichtige Nähe gewährleistet. Dabei bieten verschiedene kirchliche, staatliche oder private Träger stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgungsleistungen an. Bei einer stationären Unterbringung leben die Senioren in aller Regel in einem Einzelzimmer mitsamt einem eigenen Bad und oft auch einer kleinen Küchenzeile.

Schnelle Hilfe im Pflegeheim

Der Alltag in der stationären Unterbringungsform – oftmals einem Alters- oder Pflegeheim – wird durch feste Regeln und Abläufe geordnet. Pflegepersonal ist in solchen Einrichtungen in aller Regel durchgängig im Schichtdienst im Einsatz. Teilstationäre Einrichtungen liegen oft in direkter Nachbarschaft von stationären Einrichtungen, damit die hauswirtschaftliche Grundversorgung der Einwohner durch den Träger oder die angeschlossene stationäre Einrichtung durchgeführt werden kann. Oft leben die Senioren in kleinen Gruppen zu maximal 6 Personen in Altersgerecht umgebauten Wohneinheiten, jeweils oft auch in eigenen Zimmern. Sie teilen sich Küche, Bad und Wohnzimmer – allgemein betrachtet erinnert diese Form der Unterbringung oft an „studentische Wohngemeinschaften“ (WGs). Auch bei der teilstationären Unterbringung findet eine Betreuung durch Pflegepersonal statt, zumeist allerdings nicht Rund um die Uhr, sondern nur halbtags im Schichtdienst.

Für selbstbestimmtes Leben - ambulante Hilfe

Ambulante Formen der Seniorenbetreuung gewähren ein Höchstmaß von Selbstbestimmtheit, denn die zu betreuenden Senioren bleiben in der eigenen Wohnung oder ziehen zu Familienangehörigen. Ander als bei den beiden vorher vorgestellten Formen werden die Senioren also nicht aus ihrem gewohnten Umfeld geholt. Ambulante Pflegekräfte kommen je nach festgestellter Pflegestufe und den damit verbundenen Pflegeleistungen mehrfach am Tag in die Wohnung um pflegerisch notwendige Maßnahmen vorzunehmen.

Allerdings ist der ambulante Pflegedienst innerhalb des ambulant Betreuten Wohnens nicht für die Verrichtung der hauswirtschaftlichen Pflichten zuständig, hier muss der Pflegebedürftige auf die eigene Familie oder spezialisierte Anbieter zurückgreifen – und diese auch separat bezahlen.

Wann ist ein bnetreutes Wohnen sinnvoll?

Für wen jetzt welche Form der Unterbringung im Alter die jeweils passende ist, hängt stark vom Grad der notwendigen Betreuung und der medizinischen Verfassung des Senioren ab. Eine generell und ungeprüft sinnvolle Unterbringung in einem Pflege- oder Altersheim kann allerdings ausgeschlossen werden. Erst bei medizinisch notwendiger Rund um die Uhr Betreuung und Überwachung macht eine stationäre Unterbringung in einem entsprechend ausgerüstetem Heim Sinn. Für diejenigen Senioren, die noch bei guten Körperkräften sind und Wert auf die Familienbindung legen, ist die ambulante Pflege Zuhause eine echte Alternative.

Anhand von flächendeckenden Untersuchungen der Genesungsentwicklung nach Krankheiten bei Senioren konnte festgestellt werden, dass Senioren im gewohnten Umfeld schneller die Gesundheit wiedererlangen als bei einer kurzfristig organisierten stationären Unterbringung. Anbieter von ambulanten Pflegemaßnahmen sind in verschiedensten örtlichen Verbänden organisiert und decken so fast die gesamte Bundesrepublik Deutschland ab. Selbst in entlegenen Orten findet sich zumeist immer ein passender Anbieter der Ambulanten Pflege aus verschiedenen staatlichen oder privaten Trägerschaften.

Vereinsamung ein Problem

Doch wie bereits erwähnt bringt die Ambulante Pflege bei unseren Senioren auch organisatorische Probleme mit sich, die oft in hauswirtschaftlichen und emotionalen Grundbedürfnissen zu finden sind. Menschen vereinsamen zusehends wenn die Bewegungsfreiheit durch körperliche Gebrechen eingeschränkt wird. Daraus wiederum resultiert Resignation und Frust, der Vorteil der ambulanten Unterbringung durch den Verbleib in gewohnter Atmosphäre wird also leichtfertig verspielt.

Doch auch diesen Umstand haben Dienstleister erkannt und speziell für diese Senioren passende Angebote geschnürt – einer dieser Anbieter ist die vivilia GmbH aus Itzehoe, die bundesweit Pflegehilfskräfte an bedürftige Senioren oder deren Familien vermittelt. Hauptaufgabe dieser Hilfskräfte ist nicht die Verrichtung der pflegerischen Maßnahmen (diese obliegt dem Ambulanten Pflegedienst durch entsprechend geschultes Personal), sondern die gezielt emotionale Betreuung der Senioren. Gespräche, gemeinsame Ausflüge oder Unterstützung bei Behördengängen, Arzt- oder Apothekenbesuchen zeichnet die Dienstleistung der durch Ost-Profi.de vermittelten Kräfte aus. Menschliche Nähe, Geborgenheit und das Gefühl nicht allein zu sein sind Werte, die über den Anbieter an bedürftige Senioren vermittelt werden.

So schließt sich der Kreis. Senioren – gleich in welcher Form der Unterbringung im Alter – sind medizinisch, pflegerisch und emotional bestens betreut. Sie werden von Menschen umgeben, die Hilfestelllungen bei alltäglichen Problemen geben oder Aufgaben übernehmen, die von den Senioren nicht mehr geleistet werden können. Oftmals bestehen auch finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien oder Senioren – eine Anfrage an Ost-Profi.de, der eigenen Krankenkasse oder bei Ihrem Hausarzt wird Ihnen im Einzelfalle sicherlich weiterhelfen können.

Im Internet finden sich viele Gemeinschaften, die näheres zum Thema wissen: Interesse an einer Community für Senioren?

Foto: Clipdealer

Rubrik Familie: