Enkeltrick zieht immer noch

Ältere Menschen fallen immer wieder auf diesen fiesen Trick herein

ein Niedersachsen-Artikel von Matthias Koch - 30.03.2010
Wie k├Ânnen sich Senioren gegen den Enkeltrick sch├╝tzen

Seit Jahren wird in den Medien vor dem sogenannten Enkeltrick gewarnt. Trotzdem fallen immer noch viele Senioren darauf herein und verlieren dadurch ihr sauer erspartes Geld. Dein Niedersachsen zeigt, wie diese Masche funktioniert.

So funktioniert der Enkeltrick

Montag Morgen 10 Uhr. Die 86jährige Erna S. aus Braunschweig sitzt gemütlich bei einer Tasse Kaffee auf ihrem Sofa und liest die Tageszeitung. Plötzlich klingelt das Telefon. "Hallo. Na rate mal, wer hier ist?" meldet sich eine jüngere Männerstimme. Erna S. überlegt und rät ins Blaue: "Bist Du es, mein Enkel Rainer?" Sie hat jahrelang nichts von diesem Enkelkind gehört und erkennt deshalb auch seine Stimme nicht mehr. "Ja genau der bin ich!" - "Mensch was eine Freude, ich habe ja ewig nichts von Dir gehört!" - "Ja ich weiß, das soll jetzt auch anders werden. Ich werde Dich bald häufiger besuchen. Aber zunächst brauche ich unbedingt Deine Hilfe. Du bist quasi meine letzte Rettung!" - "Um Gottes Willen, was ist denn passiert mein Junge?!" - "Ach...mein Auto hat doch gestern seinen Geist aufgegeben und ich brauche es so dringend, um zur Arbeit zu kommen. Da fahren doch keine Busse. Ich habe auch ein sehr günstiges, gutes gefunden. Jetzt fehlen mir aber noch 5000 Euro. Kannst Du mir die borgen?" - "Hmmm...ich habe lange darauf gespart, aber natürlich helfe ich meinem Enkel gerne. Das Geld liegt aber auf der Bank."

So handeln die Betrüger

Der vermeintliche Enkel bittet sie dann, es abzuheben und möchte es von seinem Kumpel abholen lassen, da er bis spät arbeiten muss. Erna S. willigt ein und zeigt auch Verständnis, als er sie eindringlich anfleht, nichts davon den Eltern zu erzählen. Sie hebt das Geld ab und am Nachmittag klingelt ein netter junger Mann an ihrer Tür, der sich als Rainers Kumpel Björn vorstellt und das Geld abholen möchte. Sie bittet ihn auf eine Tasse Kaffee herein und möchte natürlich einiges über ihren Enkel erfahren. Björn lehnt dankend ab und gibt vor, sehr in Eile zu sein. Er versichert der alten Dame aber, dass sich Rainer sehr bald bei ihr melden und demnächst auch mal persönlich zu Besuch kommen würde. Wieder zeigt Erna S. Verständnis und händigt dem Kumpel das Geld aus. Dieser bedankt sich artig und wünscht ihr noch alles Gute. Was für ein netter Mensch, denkt sie sich und freut sich insgeheim, dass ihr Enkel so einen netten Umgang hat.

Was sie noch nicht weiß: ihr Enkel Rainer lebt seit Jahren auf Mallorca und hat es bestimmt nicht nötig, sie um Geld an zu pumpen. Einen Björn kennt dieser natürlich auch nicht. Leider wird ihr Enkel auch in nächster Zeit nicht vorbeikommen können, weil er einfach keine Zeit für seine alte Oma hat. Ihr mühsam erspartes Geld ist weg. Sie ist auf den "Enkeltrick" hereingefallen.

Tipps gegen den Enkeltrick

So wie in unserem fiktiven Beispiel oder ähnlich läuft diese fiese Masche trotz der massiven Aufklärung immer noch ab. Jeden Tag und auch in Niedersachsen. Und wer meint, er kann sich durch gezieltes Nachfragen vor dem verlust seines lieben geldes schützen, kennt die ausgebufften Tricks der Betrüger noch nicht. Die haben sich nämlich durchaus auf fast alles vorbereitet.

Unser Tipp: Vergewissern Sie sich im Zweifelsfall z.B. durch einen Anruf bei anderen Verwandten über die Identität des vermeintlichen Enkels oder verständigen Sie am besten gleich die Polizei. Händigen Sie niemals wildfremden Personen Geld aus! Passen Sie außerdem immer auf, wenn fremde Personen in Ihre Wohnung möchten. Neben dem Enkeltrick gibt es auch viele weitere Betrugsmaschen. 

Foto: Clipdealer

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