Spiel des Jahres 2010: Dixit

Assoziationsspiel zum Kennenlernen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 29.06.2010
Dixit, Spiel des Jahres 2010

Jedes Jahr im Sommer, wenn noch keiner richtig an Weihnachten denkt, k├╝rt eine Jury von Spieleexperten das ÔÇ×Spiel des JahresÔÇť. Ein Kritikerpreis, der seit ├╝ber 30 Jahren in sch├Âner Regelm├Ą├čigkeit einen wichtigen Impuls f├╝r das Weihnachtsgesch├Ąft im Spielwarenhandel gibt. Denn das Spiel des Jahres steht neben Klassikern wie Monopoly und Die Siedler von Catan ganz oben auf der Liste zum W├╝nsche-Erf├╝llen. Gerade gestern erhielt das Spiel Dixit des kleinen franz├Âsischen Verlags Libellud die begehrte Auszeichnung, die Verkaufszahlen von mehreren Hunderttausend Exemplaren bedeutet.

Autor Jean-Louis Roubira hat mit Dixit ein Spiel geschaffen, das sehr einfach und zug├Ąnglich ist. Hier werden keine Stra├čen verkauft, keine Armeen ├╝ber das Brett geschoben und auch keine Handelswaren verkauft. Dixit ist anders. Es geht darum, die Mitspieler einsch├Ątzen und somit kennenzulernen. Das klappt anhand von wundersch├Ânen Grafiken und einem leicht verst├Ąndlichen Mechanismus, in dessen Mittelpunkt die Kartenmotive stehen.

Das Spiel fasziniert durch die sch├Ânen Grafiken, auf denen fantasievolle und vertr├Ąumte Bilder zu einem stimmungsvollen Ambiente f├╝r das eigentliche Spiel erwachsen. Dabei geht es darum, reihum eine Karte verdeckt zu legen und diese mit einem Begriff, Ger├Ąusch oder Zitat zu beschreiben. Die anderen Spieler legen nun eine m├Âglichst passende Karte verdeckt dazu. Nun werden die Karten gemischt und offen aufgedeckt. Alle Spieler m├╝ssen nun verdeckt tippen, welches die erstgelegte Karte war. Bei Erfolg gibt es Punkte.

Das ist schon alles und das Spiel wird zur v├Âlligen Nebensache. Denn nun ist es an den Spielern, sich gegenseitig zu fragen, warum sie die Karten so gelegt und beschrieben haben, was sie darin sehen und welche Vorstellungen sie damit f├╝r sich verbinden. Das eigentliche Spiel abseits der Anleitung beginnt. Denn Dixit ist in Wirklichkeit weniger Spiel als vielmehr Mittel zur Kommunikation. Der Austausch ├╝ber die Kartenmotive l├Ąsst Menschen eng zusammenr├╝cken und selbst Generationen verbinden. Hier kommt man ins Gespr├Ąch und das Spiel r├╝ckt aus dem Zentrum des Handelns.

Dass dieser spielerische Nebeneffekt vom Autor so gewollt war, darf mit Fug und Recht behauptet werden, ist er doch Kinderpsychologe und hat aus seiner Arbeitserfahrung heraus dieses Spiel kreiert. Somit ist Dixit so sehr anders als bisherige Spiele mit der Auszeichnung ÔÇ×Spiel des JahresÔÇť, dass es f├╝r viele eine vertr├Ąumte und interessante ├ťberraschung sein wird. Die Spieler m├╝ssen sich allerdings auf dieses Erlebnis einlassen wollen.

Dixit von Jean-Louis Roubira (Verlag: Libellud/Vertrieb: Asmodee) ist f├╝r 3-6 Spieler ab 8 Jahre und dauert ca. 30 Minuten.

 

Foto: Libellud

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