Über 100 Kinder warten auf einen Kita-Platz

Großes Betreuungsproblem in Hainholz

ein Niedersachsen-Artikel von Daniela Ehlers - 03.09.2010
In Hannover-Hainholz fehlen Kitaplätze

Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab 3 Jahren ist in der Praxis in Hannover nicht wirklich umzusetzen. Die Stadt kann dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz nur erfüllen, weil viele Eltern ihr Recht nicht mit aller Macht durchsetzen wollen. Gerade in einem sozial schwachen Stadtteil wie Hainholz fehlen über 100 Kindergartenplätze für 3- bis 5-jährige Kinder.

Spät in den Kindergarten = Probleme in der Schule

Wenn die Eltern eine Absage für Ihr Kind erhalten, warten die meisten Eltern geduldig noch ein Jahr. Viele Kinder kommen dann erst mit 4 oder 5 Jahren in den Kindergarten. Dieses hat zur Folge das die meisten dieser Kinder dann auch in der Schule Schwierigkeiten haben, weil viele Kinder zu Beginn der Kindergartenzeit kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Für die Kindergärten ist es fast nicht möglich die Kinder in einem oder auch zwei Jahren sprachlich so weit zu fördern, das die Kinder problemlos eingeschult werden können.

Einen Kindergartenplatz in einem anderen Stadtteil können viele Eltern nicht in Anspruch nehmen. Vielen Eltern fehlt einfach die Zeit um dorthin zu kommen, weil noch andere Kinder im Haushalt leben und zur Schule gebracht werden müssen oder einfach weil das Geld fehlt um die Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu bringen.

In Hainholz gibt es drei Kindergärten, in allen dreien stehen jetzt schon über 240 Kinder für 2011 auf der Warteliste. Die Leiterinnen der drei Kindergärten gleichen ihre Wartelisten regelmäßig ab und es gibt wenige Überschneidungen, also das Eltern ihre Kinder in mehreren Kindergärten angemeldet haben.

Kindergartenplätze: Stadt hat eine andere Meinung

Die Stadt kann das Problem nicht verstehen. Laut dem Kindertagesstättenbericht von 2009 sieht die Situation ganz anders aus. Es gab angeblich 222 drei bis fünfjährige Kinder und 218 belegt Kindergartenplätze mit einer gleichbleibenden Prognose für die Folgejahre.

Der Stadt soll es nicht bekannt sein, das die Kinder in Hainholz mangels Kindergartenplätzen, erst so spät in den Kindergarten kommen. Wenn es so ist, könne man es sich nur so Erklären das viele Kinder aus anderen Stadtteilen die Plätze in Hainholz belegen.

Da gehen die Meinungen der Politik und die der Bürger weit auseinander. Die Theorie der Stadt ist das jeder Stadtteil isoliert für sich ist. In der Praxis ist dieses nicht durchzuführen. Die Evangelisch-lutherischen Kita der St. Marien-Gemeinde Hainholz liegt nur zwei Straßenzüge von Vahrenwald entfernt. Natürlich werden auch Kinder aus diesem Stadtteil aufgenommen. Der Kindergarten soll ja eine Wohnortnahe Betreuung der Kinder anbieten.

Foto: Clipdealer

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