Baderegeln beachten

Sicher durch die Badesaison

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 22.06.2019
DLRG weist auf Baderegeln hin

Jetzt ist es richtig Sommer. Freibäder und vor allem Seen und die Küsten haben Hochkonjunktur. Schwimmen, Planschen und Baden sind die idealen Erfrischungen bei hohen Temperaturen. Übermut ist aber ebenso gefährlich wie unbedachtes Springen in ein unbekanntes Gewässer. Deshalb sollten einige grundlegende Baderegeln beachtet werden, um weder sich selbst noch andere zu gefährden. Über 500 Tote durch Ertrinken, davon 61 in Niedersachsen, im heißen Jahr 2018 sollten allen eine Warnung sein!

Badeunfälle sind vermeidbar!

Diese Baderegeln und Hinweise an Flüssen, Seen und Küsten haben ihren Grund. Denn die DLRG Niedersachsen macht darauf aufmerksam, dass es in Niedersachsen immer wieder zu Badeunfällen kommt. Zu Badeunfällen, die beim Beachten der Regeln vermeidbar wären!

Wichtigste Regel: Baden nur an überwachten Stränden und Gewässern! Denn an unbewachten Gewässern sind Ertrinkungsunfälle im Vergleich sehr häufig. Das betrifft zunehmend auch ältere Menschen, die die Wassertemperatur und ihre Fitness überschätzen. Ein vorheriger Herz-Kreislauf-Check beim Arzt kann helfen, die mögliche Gefahr einzuschätzen, um nicht im kalten Wasser Probleme zu bekommen. Aber nicht nur das: Baggerseen laden zum Sprung in das kühle Nass ein. Häufig sind diese jedoch sehr tief, sodass in der MItte der Seen das Wasser auch oben sehr kalt ist. Das führt zu schnellem Kräfteschwund. Selbst wer in Top-Kodition ist, verliert schnell erst die Kraft und dann die Kontrolle. Ein langsames Ertrinken droht.

Aufpassen beim Sprung ins kühle Nass

Alkohol ist beim Schwimmen strikt zu vermeiden und sollte erst nach dem Badespaß konsumiert werden. Spielzeug und Hilfsmittel wie Luftmatratzen und aufblasbare Badeboote oder Gummitiere können für Nichtschwimmer oder Wagemutige zur tödlichen Falle werden. Nichtschwimmer gehen deshalb nur bis zum Bauch ins Wasser und vermeiden tiefere Stellen. Keinesfalls sollten Nichtschwimmer sich zun tief in Seen oder Flüsse wagen. Hier droht der Tod durch Ertrinken. Ebenso ist es für alle gefährlich dort zu schwimmen, wo Boote und Schiffe fahren.

Unrat und Müll können für immer die Freude am Leben nehmen. Kopfsprünge in unbekannte Gewässer sind deshalb lebensgefährlich und sollten vermieden werden. Auch Schnittverletzungen durch beispielsweise weggeworfene Flaschen im oder am Wasser sind sehr häufig. Selbstverständlich sollte eigener (und vielleicht auch fremder) Müll nach dem Badevergnügen entfernet werden.

Vorsicht: Der eigene Körper kann streiken!

Weder darf man die eigenen Kräfte überschätzen, noch sollte man mit zu vollem oder leerem Magen ins Wasser gehen. Beides kann zu Problemen beim Schwimmen führen. Außerdem muss vor dem Baden der Körper durch eine Dusche oder vorsichtiges Hineingleiten in das Wasser abgekühlt werden. Der Temperaturunterschied ist sonst zu groß und schafft Kreislaufprobleme, die beim Schwimmen tödlich enden können. Auch wer friert, muss sofort aus dem Wasser. Je mehr der körper auskühlt, desto eher machen die Muskeln "dicht" und es wird sehr schwer, sich über Wasser zu halten. Virsicht gilt auch bei Gewitter. Ein Blitzschlag irgendwo ins Wasser kann reichen, um zu ernsthaften Schäden oder zum Tod zu führen.

Vorsicht und Rücksicht sind oberstes Gebot!

Zusätzlich gilt: Nicht nur Vorsicht, sondern auch Rücksicht ist angesagt! Daher sollte niemand gefährdet werden. Denn Nichtschwimmer sind selten sofort zu erkennen. Niemand sollte außerdem untergetaucht werden, man sollte nicht unter anderen hindurchtauchen und beim Sprung ins Wasser darf niemand gefährdet werden. Sobald jemand um Hilfe ruft, muss ihm geholfen werden. Scherzhilferufe sind selbstverständlich ein No-go und strikt zu unterlassen.

Es gibt von der DLRG bewachte Badebereiche. Diese bieten einen gewissen Schutz im Notfall. Rettung naht schnell. Bei unbewchten Flussufern, Seen oder am Meer ist besondere Vorsicht angebracht. Speziell Strömungen können lebensgefährlich sein. Wenn jemand zu ertrinken droht, ist eine schnelle Hilfe wichtig. Dann gilt: Sofort 112 rufen. Wer ein guter Schwimmer ist, kann sich vorsichtig zum Ertrinkenden vortasten und zu helfen versuchen. Dabei ist es wichtig, diesen zu beruhigen und den Kopf über Wasser zu halten. Trotz aller Brisanz: Niemand sollte sich selbst gefährden. Daher immer zuerst Hilfe rufen und dann je nach Situation das eigene Risiko abschätzen.

Ausführliche Tipps und Baderegeln gibt es bei der DLRG. Mit diesen Regeln wird der Sprung ins Wasser zu einem unbeschwerten Badespaß. Denn Sommerzeit ist Badezeit!
(Aktualisierte Fassung, Original vom Juli 2010)

 

Foto: Holger Schrank (mit freundlicher Genehmigung der DLRG Niedersachsen)

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