Berufseinstieg in Niedersachsen

Von Zeitarbeit und Fachkräftesicherung

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 12.08.2016
Zeitarbeit als Sprungbrett in den Beruf

Der Arbeitsmarkt in Niedersachen hat mit zwei wesentlichen Kernproblemen zu kämpfen: Fachkräftemangel und zu viele Langzeitarbeitslose. Während Fachkräfte wie Ärzte, Pflegekräfte oder Ingenieure händeringend gesucht werden und hervorragende Chancen haben, einen anspruchsvollen Arbeitsplatz zu finden, müssen Menschen mit geringerer Qualifizierung lange nach Arbeit suchen. Die Niedersächsische Landesregierung arbeitet mit Nachdruck an Arbeitsförderungsmaßnahmen sowie einem Fachkräftesicherungskonzept.

Fachkräfte dringend gesucht

Betrachtet man die aktuellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit, könnte der Eindruck entstehen, dass der Berufseinstieg in Niedersachsen nicht einfach wird. Laut dem Bericht des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zu den Eckwerten der Arbeitsmarktsituation im Juli 2016 hat die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat weiter deutlichzugenommen.

Arbeitsmarkt in Niedersachsen Juli 2016

Trotz der zunächst weniger erfreulichen Arbeitslosenzahlen haben Berufseinsteiger mit guter Qualifizierung realistische Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, kurz IAB von der Bundesagentur für Arbeit hat eine Stellenerhebung durchgeführt. Aus den Daten geht hervor, dass zwischen April und Juni 2016 in Deutschland fast eine Millionen Stellen unbesetzt blieben. Das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein auf Westdeutschland entfallen 767.000 freie Arbeitsplätze. Besonders viele Stellen blieben in der Branche der unternehmensnahen Dienstleistungen unbesetzt. „Die wenigsten offenen Stellen mit gerade einmal 2.000 gab es in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Bereich Bergbau, Energie, Wasser, und Abfall mit 6.000“, erklärt der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) online.

Um als Berufseinsteiger in Niedersachsen möglichst schnell Fuß zu fassen, ist eine solide Ausbildung der beste Weg. Denn der Bedarf an Fachkräften steigt unaufhörlich. Unter anderem ist der demografische Wandel schuld an dem Defizit. In kaufmännischen, technischen und gewerblichen Bereich können regional ansässige Personaldienstleister wie Hofmann Personal in Salzgitter hilfreiche Ansprechpartner für junge Arbeitssuchende sein. Neben der Personalvermittlung beschäftigen sich Personaldienstleister mit der Arbeitnehmerüberlassung. Die Zeitarbeit kämpft zwar immer noch mit ihrem schlechten Ruf, doch dieser lässt kontinuierlich nach. Schließlich dienen Zeitarbeitsjobs immer mehr jungen Menschen als Sprungbrett in renommierte Unternehmen. Seriöse Personaldienstleister haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wertvollen Bindeglied zwischen Fachkräften und Betrieben entwickelt. Da immer mehr Betriebe aufgrund des zunehmenden Konkurrenzkampfes schlichtweg keine Zweit mehr haben, um sich mit der Personalsuche zu beschäftigen, entscheiden sie sich für Outsourcing. Damit ist die Auslagerung der Suche nach Fachkräften an Personaldienstleister gemeint. Neben Fachkräften profitieren insbesondere Langzeitarbeitslose und Menschen mit geringer Qualifizierung von den zahlreichen Kontakten der Personaldienstleister zu hiesigen Betrieben mit Arbeitnehmermangel.

Einige Fakten zur Personaldienstleistung:

  • 15 Prozent des Wirtschaftswachstum Deutschlands werden von gerade einmal 2,1 % der Zeitarbeitnehmer erwirtschaftet.
  • 78 Prozent der Zeitarbeitnehmer gehen einer sozialversicherungspflichten Vollzeitbeschäftigung nach.
  • Im ersten Halbjahr 2015 gab es durchschnittlich 87.422 Zeitarbeitnehmer in Niedersachsen. Damit lag das Bundesland auf dem vierten Rang aller Bundesländer der Bundesrepublik. Mehr Zeitarbeitnehmer hatten im genannten Zeitraum nur NRW, Bayern und Baden-Württemberg vorzuweisen.

Ungelernte Arbeitskräfte können ebenfalls von Zeitarbeit profitieren. Der BAP verfügt über ein 3-Stufen-Qualifizierungsmodell, das potenzielle Arbeitnehmer an einen Berufsabschluss heranführt. Bislang können nur Verbandsmitglieder und dessen Mitglieder an diesem Programm teilnehmen. Künftig soll jedoch die gesamte Branche darauf Zugriff erhalten.

Fachkräfteinitiative Niedersachsen

Mit der im Sommer 2014 ins Leben gerufenen Fachkräfteinitiative Niedersachsen hat das Land konkrete Gengenmaßnahmen eingeleitet, um den Fachkräftemangel einzudämmen. Um die niedersächsische Wirtschaft zu stärken, wurden von den Partnern der Initiative verschiedene Handlungsfelder festgelegt. Schwerpunkte waren bisher Themen wie Duale Berufsausbildung sowie Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt. Zu den 22 Partnern der Initiative gehören unter anderem die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die IHK, die Bundesagentur für Arbeit und die IG Metall.

Weitere Informationen zur Arbeitsförderung können Sie der Internetpräsenz des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr entnehmen.

 

Foto: Clipdealer
Grafik: Bericht des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr/Quelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Video: 
Rubrik Familie: 
Orte: