Unternehmen d├╝rfen Mitarbeiter beobachten lassen

Arbeitgeber setzen auch auf einen Detektiv

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 12.09.2019
Arbeitgeber setzen auch auf einen Detektiv

Der Krankenstand in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr zum wiederholten Mal gestiegen. Erwerbst├Ątige Personen in dem Bundesland fehlten im Jahr 2018 durchschnittlich 16,3 Tage wegen Krankheit bei der Arbeit. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2019 der Techniker Krankenkasse hervor. Wie viele Arbeitnehmer nicht wirklich krank sind, sondern umgangssprachlich nur ÔÇ×blau machenÔÇť, geht aus dem Report nicht hervor. Die Dunkelziffer d├╝rfte jedoch gro├č sein. Experten gehen davon aus, dass sich mehr als zwei Millionen Deutsche regelm├Ą├čig krankmelden, um nicht auf der Arbeit erscheinen zu m├╝ssen. F├╝r Unternehmen entstehen dadurch enorme Kosten. Mit Privatdetektiven versuchen sie, den schwarzen Schafen, den Blaumachern, auf die Spur zu kommen. So sch├╝tzen sie indirekt auch die wirklich Kranken.

Eine halbe Milliarde Fehltage

Im Schnitt registrieren die Arbeitgeber in Deutschland pro Jahr etwas mehr als 40 Millionen Arbeitsunf├Ąhigkeitsf├Ąlle. Der gesamte Ausfall an Arbeitszeit summiert sich im Jahr auf mehr als eine halbe Milliarde Fehltage. F├╝r die Wirtschaft in Niedersachsen und Deutschland entsteht dadurch ein enormer Gesamtschaden.

Das Blaumachen kostet der Volkswirtschaft j├Ąhrlich knapp 1,5 Milliarden Euro. In Niedersachsen wie in Deutschland sind es ├╝berwiegend M├Ąnner, die unbegr├╝ndet nicht zur Arbeit erscheinen. Fast zwei Drittel aller Blaumacher sind M├Ąnner. Besonders beliebt f├╝r ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz ist die kalte Jahreszeit. Wer blau macht, tut dies ├╝berwiegend im Herbst und Winter. Aber auch zu Feiertagen nutzen viele Arbeitnehmer die M├Âglichkeit, die arbeitsfreie Zeit um ein paar Tage auf Krankenkassenkosten zu verl├Ąngern.

Blaumachen ist strafbar

Aus arbeitsrechtlicher Sicht ist das Fernbleiben vom Arbeitsplatz auf Krankenkassenkosten kein Kavaliersdelikt. Wer beim Blaumachen erwischt wird, riskiert seinen Job. Der Arbeitgeber kann bei einer unbegr├╝ndeten Arbeitsunf├Ąhigkeit im Extremfall eine fristlose K├╝ndigung aussprechen. Auch kann er zwischen einer Abmahnung und einer ordentlichen K├╝ndigung w├Ąhlen. Die begr├╝ndete K├╝ndigung ist dann oftmals ein Fall f├╝r die Rechtsschutzversicherung des Arbeitnehmers.

F├╝r Arbeitgeber sind Blaumacher eine erhebliche Belastung. Nicht nur entstehen hohe Kosten durch die erschummelte Arbeitsunf├Ąhigkeit, auch Folgekosten sind zu ber├╝cksichtigen. Bleiben Projekte unbearbeitet oder werden durch Fehlzeiten Fristen vers├Ąumt, entgehen vielen Unternehmen wichtige Einnahmen. Um notorischen Blaumachern entgegenzuwirken, setzen immer mehr Unternehmen auf die Unterst├╝tzung einer privaten Detektei.

├ťberwachung generell m├Âglich

Am 19. Februar 2015 hat das Bundesarbeitsgericht mit Sitz in Erfurt ein bedeutendes Urteil f├╝r Arbeitgeber gesprochen. Demnach ist die ├ťberwachung von Mitarbeiter im Krankheitsfall generell erlaubt, sofern ein begr├╝ndeter Verdacht nachgewiesen werden kann. Der Observation von Angestellten muss ein berechtigtes Interesse unterliegen. So darf etwa einen Mitarbeiter, der sich wiederholt der L├╝ge verd├Ąchtig gemacht hat, im Au├čendienst via GPS ├╝berwacht werden. Eine anhaltslose ├ťberwachung ist jedoch ausdr├╝cklich nicht gestattet. Das stellt einen unverh├Ąltnism├Ą├čigen Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht dar. Doch gibt es einen begr├╝ndeten Verdacht, kann ein privater Ermittler Aufschluss ├╝ber ein m├Âgliches Vergehen geben. Die Zusammenarbeit mit der Detektei Hannover verspricht rechtssichere Beweise f├╝r ein Fehlverhalten von Arbeitnehmern.

Unternehmen k├Ânnen Kosten geltend machen

Besteht ein berechtigter Zweifel an der Loyalit├Ąt eines Mitarbeiters, wird das Fehlverhalten durch die Detektei in den meisten F├Ąllen nachgewiesen. Die Kosten f├╝r die Observation k├Ânnen Unternehmen im Falle eines Gerichtsprozesses geltend machen. Wird der Mitarbeiter des Fehlverhaltens f├╝r schuldig befunden, hat er die Entwicklungskosten der Detektei zu tragen. Ein entsprechendes Urteil ├╝ber die Kosten├╝bernahme bei einer Observation hat das Bundesarbeitsgericht letztinstanzlich gesprochen. Der Einsatz der Detektei muss jedoch immer auf Grundlage eines konkreten Verdachts hin erfolgen.

Foto: Clipdealer

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