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Bildung & Beruf Rubrik Familie

Unternehmen dürfen Mitarbeiter beobachten lassen

Arbeitgeber setzen auch auf einen Detektiv

Der Krankenstand in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr zum wiederholten Mal gestiegen. Erwerbstätige Personen in dem Bundesland fehlten im Jahr 2018 durchschnittlich 16,3 Tage wegen Krankheit bei der Arbeit. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2019 der Techniker Krankenkasse hervor. Wie viele Arbeitnehmer nicht wirklich krank sind, sondern umgangssprachlich nur „blau machen“, geht aus dem Report nicht hervor. Die Dunkelziffer dürfte jedoch groß sein. Experten gehen davon aus, dass sich mehr als zwei Millionen Deutsche regelmäßig krankmelden, um nicht auf der Arbeit erscheinen zu müssen. Für Unternehmen entstehen dadurch enorme Kosten. Mit Privatdetektiven versuchen sie, den schwarzen Schafen, den Blaumachern, auf die Spur zu kommen. So schützen sie indirekt auch die wirklich Kranken.

Eine halbe Milliarde Fehltage

Im Schnitt registrieren die Arbeitgeber in Deutschland pro Jahr etwas mehr als 40 Millionen Arbeitsunfähigkeitsfälle. Der gesamte Ausfall an Arbeitszeit summiert sich im Jahr auf mehr als eine halbe Milliarde Fehltage. Für die Wirtschaft in Niedersachsen und Deutschland entsteht dadurch ein enormer Gesamtschaden.

Das Blaumachen kostet der Volkswirtschaft jährlich knapp 1,5 Milliarden Euro. In Niedersachsen wie in Deutschland sind es überwiegend Männer, die unbegründet nicht zur Arbeit erscheinen. Fast zwei Drittel aller Blaumacher sind Männer. Besonders beliebt für ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz ist die kalte Jahreszeit. Wer blau macht, tut dies überwiegend im Herbst und Winter. Aber auch zu Feiertagen nutzen viele Arbeitnehmer die Möglichkeit, die arbeitsfreie Zeit um ein paar Tage auf Krankenkassenkosten zu verlängern.

Blaumachen ist strafbar

Aus arbeitsrechtlicher Sicht ist das Fernbleiben vom Arbeitsplatz auf Krankenkassenkosten kein Kavaliersdelikt. Wer beim Blaumachen erwischt wird, riskiert seinen Job. Der Arbeitgeber kann bei einer unbegründeten Arbeitsunfähigkeit im Extremfall eine fristlose Kündigung aussprechen. Auch kann er zwischen einer Abmahnung und einer ordentlichen Kündigung wählen. Die begründete Kündigung ist dann oftmals ein Fall für die Rechtsschutzversicherung des Arbeitnehmers.

Für Arbeitgeber sind Blaumacher eine erhebliche Belastung. Nicht nur entstehen hohe Kosten durch die erschummelte Arbeitsunfähigkeit, auch Folgekosten sind zu berücksichtigen. Bleiben Projekte unbearbeitet oder werden durch Fehlzeiten Fristen versäumt, entgehen vielen Unternehmen wichtige Einnahmen. Um notorischen Blaumachern entgegenzuwirken, setzen immer mehr Unternehmen auf die Unterstützung einer privaten Detektei.

Überwachung generell möglich

Am 19. Februar 2015 hat das Bundesarbeitsgericht mit Sitz in Erfurt ein bedeutendes Urteil für Arbeitgeber gesprochen. Demnach ist die Überwachung von Mitarbeiter im Krankheitsfall generell erlaubt, sofern ein begründeter Verdacht nachgewiesen werden kann. Der Observation von Angestellten muss ein berechtigtes Interesse unterliegen. So darf etwa einen Mitarbeiter, der sich wiederholt der Lüge verdächtig gemacht hat, im Außendienst via GPS überwacht werden. Eine anhaltslose Überwachung ist jedoch ausdrücklich nicht gestattet. Das stellt einen unverhältnismäßigen Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht dar. Doch gibt es einen begründeten Verdacht, kann ein privater Ermittler Aufschluss über ein mögliches Vergehen geben. Die Zusammenarbeit mit der Detektei Hannover verspricht rechtssichere Beweise für ein Fehlverhalten von Arbeitnehmern.

Unternehmen können Kosten geltend machen

Besteht ein berechtigter Zweifel an der Loyalität eines Mitarbeiters, wird das Fehlverhalten durch die Detektei in den meisten Fällen nachgewiesen. Die Kosten für die Observation können Unternehmen im Falle eines Gerichtsprozesses geltend machen. Wird der Mitarbeiter des Fehlverhaltens für schuldig befunden, hat er die Entwicklungskosten der Detektei zu tragen. Ein entsprechendes Urteil über die Kostenübernahme bei einer Observation hat das Bundesarbeitsgericht letztinstanzlich gesprochen. Der Einsatz der Detektei muss jedoch immer auf Grundlage eines konkreten Verdachts hin erfolgen.

Foto: Clipdealer

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