DSL-Vertrag kündigen!

Warum sich der Wechsel fast immer lohnt

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 25.02.2017
DSL-Anschluss kündigen und Geld sparen

Niedersächsische Internetkunden verschenken bares Geld. Denn die meisten kündigen ihre laufenden Verträge nicht. Das hat zur Folge, dass sie mehr zahlen müssten als notwendig. Denn Stammkunden zahlen tatsächlich drauf. Die Telekommunikationsunternehmen bieten Neukunden attraktive Rabatte. Ihre Bestandskunden hingegen, stufen sie nach wenigen Monaten hoch. Das ist aber nicht alles: Auch im Kleingedruckten verstecken sich viele Posten, die sich ähnlich wie bei Mieten zu einer zweiten Tarifgebühr aufsummieren können. Es ist daher Zeit, den DSL-Vertrag zu prüfen und ggf. zu kündigen.

DSL-Zusatzgebühren: teure Routerkosten, unnötige Optionen

Ein richtiges Ärgernis sind Kosten für einen gemieteten Router. Pro Jahr sind schnell 50 Euro und mehr weg. Für DSL-Anbieter war das jahrelang ein einträgliches Zusatzgeschäft. Sie schrieben ihren Kunden bestimmte Router vor, die sie gleich scheinbar günstig mieten konnten. Über die Vertragslaufzeit wurde aus dem scheinbar günstigen Angebot für Kunden ein teures Unterfangen. Die Mietkosten überstiegen bereits nach kurzer Zeit, spätestens bei einer Vertragsverlängerung die Anschaffungskosten.

Auch heute versuchen die DSL-Anbieter ihren Kunden solche Geschäfte schmackhaft zu machen. Inzwischen hat der Kunde nach einer Gesetzesänderung aber freie Routerwahl. Das gilt nach anfänglicher Unsicherheit auch für Altverträge. Darauf weist das Verbraucherportal dslvergleich.net hin. Geschäftsführer Andre Riechert erläutert: " Nach einem Urteil des Landgerichts Essen gilt der Wegfall des Routerzwangs auch für Bestandskunden. Wer aktuell noch eine Gebühr für einen Router bezahlt, sollte daher eine optionale Anschaffung auf eigene Kosten prüfen. Das ist für die meisten Kunden bereits nach ein, zwei Jahren günstiger."

Das Portal aus Uelzen in Niedersachsen weist darauf hin, dass viele DSL-Verträge auch andere Posten enthalten, die überflüssig sind. Speziell scheinbar attraktive Optionen wie Virenscanner für das E-Mail-Postfach, eine Mobilfunkflatrate bei kombinierten Anschlüssen oder das benutzen von Hotspots sind teure Zusatzleistungen. Diese sind laut Riechert zum Teil überflüssig oder zu üppig bemessen. Ein Virenscanner sollte ohnehin auf jedem Rechner sein, daher ist dieser unsinnig. Eine Mobilfunkflatrate benötigen nur Menschen, die regelmäßig vom Festnetz - also nicht mit dem Handy - andere Handynutzer anrufen. Solche Kosten summieren sich auf und machen DSL-Anschlüsse unnötig teuer. Andre Richert rät daher allen Internetnutzern: "Sinnvoll ist es, Tarife zu wählen, die alle Bedürfnisse wie Bandbreite und Flatrate abdecken. Jede weitere kostenpflichtige Option ist kritisch zu hinterfragen. Hier gibt es insbesondere bei laufenden Verträgen ein erhebliches Optimierungspotenzial zum Vertragsende."

DSL-Vertrag kündigen und Geld sparen

Internetkunden sollten die Gelegenheit nutzen und den eigenen Vertrag prüfen. Der wichtigste Punkt: Die Kündigungsfrist. Denn fast immer wird der Internetanschluss durch einen Anbieterwechsel günstiger. Der attraktive Neukundenrabatt und ein Wechselbonus machen sich in der Kasse spürbar bemerkbar. Der Wechsel ist in den meisten Fällen völlig unproblematisch. Wie der Ablauf ist, haben wir in unserem Ratgeber DSL-Wechsel aufgeschlüsselt. Neu ab Sommer ist eine Besonderheit. Denn dann müssen Internetanbieter auf einem Produktblatt von maximal einer Seite alle wesentlichen Kosten und Leistungsmerkmale der DSL-Tarife auflisten. Das erleichtert den Vergleich der verschiedenen Tarife ganz erheblich. Ab Dezember 2016 müssen die Anbieter sogar die Kündigungsmodalitäten in den Rechnungen detailliert nennen. Dann wird es noch einfacher, den DSL-Vertrag rechtzeitig zu kündigen.

DSL-Wechsel unproblematisch - auf Feinheiten achten

Wichtig: Scheuen Sie sich nicht, zwischen zwei Anbietern wie Telekom, Vodafone, O2 oder 1&1 zu wechseln. Probleme sind selten. Der einzige Unterschied ist normalerweise der Preis. Denn diese Anbieter nutzen fast immer die gleiche von der Telekom verlegten Leitungen. Achten Sie lediglich darauf, dass die Bandbreite in etwa gleich bleibt. Anders sieht es aus, wenn Sie bei einem regionalen Anbieter wie htp oder Ewetel Kunde sind oder dorthin wechseln möchten. Diese regionalen Anbieter verfügen stellenweise über ein eigenes Kabelnetz, sodass die möglichen Bandbreiten erheblich abweichen können. Ein Verfügbarkeitscheck sollten Sie unbedingt auf der Anbieterseite durchführen. Ein Wechsel ist jedoch nicht möglich, wenn Sie einen Kabelanschluss für das Internet nutzen. In diesem Fall hat der Anbieter ein Monopol auf den Anschluss. Sie können aber die Technik wechseln und den Internetanschluss von Kabel auf den Telefonanschluss wechseln. Auch hier sollten Sie die Verfügbarkeit der gewünschten Bandbreite prüfen.

Foto: Clipdealer

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