Erste Hilfe für Notfälle

Tipps und Unterstützung

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 21.12.2019
Ratgeber Erste Hilfe bei Unfall und Notfall

Jährlich verunglücken mehr als fünf Millionen Menschen in der eigenen Wohnung. Viele dieser Unfälle sind aber vermeidbar. Wir stellen einige der häufgigsten Notfälle vor und geben Tipps, wie dann zu handeln ist. Wichtigste Regel: Kühlen Kopf bewahren! Prüfen Sie, was passiert ist und rufen Sie sofort Hilfe beim Rettungsdienst oder beim ärztlichen Notruf.

Typische Ursachen für Unfälle im Haushalt und Büro

Kippelige Stühle: Zerrungen, Verstauchungen oder Bänderrisse sind sehr oft die Folge der Stürze von Leitern, Stühlen, Kommoden oder Tischen, die als Standhilfe benutzt werden.

Tipp:

  • Leiter nur auf einen ebenen Untergrund und rutschsicher aufstellen
  • vorher Teppiche und Läufer beiseite räumen
  • nie auf der obersten Stufe arbeiten, wenn man sich nicht mit der Hüfte am Gestänge abstützen kann
  • öfter absteigen und die Leiter versetzen
  • nie auf Stühle, Sessel oder Kommoden steigen

Glatte Fliesen: Auch kleinste Reste von Wasser, Badeöl oder Duschgel machen Fliesen glitschig.

Tipp:

  • rutschfeste Matte in Dusche oder Wanne legen
  • stabile Haltegriffe im Dusch- und Wannenbereich für einen sicheren Ein-und Ausstieg anbringen

Glas und Porzellan: Angeschlagene Gläser und Tassen können leicht zu Schnittwunden am Mund und den Händen führen.

Tipp:

  • angeknackste Gläser und kaputtes Porzellan entsorgen
  • Splitter aufsaugen, nicht aufwischen, sie bleiben im Lappen hängen

Defekte Elektrogeräte: Stromschläge können lebensgefährlich sein. Noch 24 Stunden danach können sie zum Herzstillstand führen. Stromschlagopfer muss immer ein Arzt untersuchen.

Tipp:

  • beim Kauf auf Qualitätssiegel achten (CE, GS, VDE)
  • Reinigung nur bei gezogenem Stecker
  • defekte Geräte nicht benutzen
  • Föhn oder Rasierer nach Gebrauch vom Netz nehmen – bei Wasserkontakt Stromschlaggefahr
  • angebrochene Kabel nicht mit Isolierband flicken, sondern erneuern
  • Stromkabel einmal im Jahr prüfen
  • Reparaturen nur vom Fachmann machen lassen

Lose Kabel: An baumelnden oder lose am Boden liegenden Kabeln bleibt man sehr schnell hängen.

Tipp:

  • mehrere Leitungen in Kabelschläuchen oder mit Spezialklammern zusammenfassen
  • Stromkabel möglichst fest an Bodenleisten verlegen
  • Verlängerungsgabel nur kurzzeitig verwenden

Chemikalien: Kinder sind neugierig, verwechseln leicht bunte Putzmittelflaschen mit Getränkeflaschen, Pillen mit Bonbons und vergiften sich dann damit.

Tipp:

  • Alle Reiniger, flüssige Waschmittel, Backofenspray, Farben, Nitroverdünner und Kleber in einem hohen und verschließbaren Schrank aufbewahren
  • alle Arzneien und Pillendosen wegschließen
  • Cremes, Haarpflegemittel vor den Zugriff von Kindern aufbewahren

Stolper-Teppiche: Hochstehene Teppichecken oder rutschige Läufer auf glattem Parkett sind gefährliche Sturzfallen.

Tipp:

  • Läufer verkleben, Anti-Rutschmatten oder einfach Gummi-Einmachringe darunterlegen
  • Teppich-Stop-Spray auf die Rückseite sprühen
  • wellige Teppiche mit doppelseitigem Klebeband oder Klettband am Boden fest andrücken
  • nach Staubsaugen umgeknickte Teppichecken sofort glätten

Sperrige Möbel: In der Wohnung sollten so viele Hindernisse wie möglich aus dem Weg geräumt werden.

Tipp:

  • Zimmer nicht zustellen
  • lieber alte Möbel aussortieren
  • Laufwege wie Treppen und Flure freihalten
  • spitze und scharfe Kanten mit Schutz versehen
  • vor Schränken und Vitrinen wenigstens 1,50 Meter freie Rangierfläche frei halten
  • nie im Dunkeln laufen, immer Licht anschalten

Küchenarbeit: Hier bergen schon kleinste Arbeiten Gefahren.

Tipp:

  • nie ein fallendes Messer auffangen
  • Schürzen und Topfhandschuhe gegen Verbrühungen und Verbrennungen tragen
  • bei kleinen Kindern großen Herdschutz kaufen, der auch Schalter abdeckt
  • Wasserkocher, Fritteuse, Mixer usw. nach Benutzung sofort wegräumen
  • an Schubladen, Herd, Geschirrspüler Kinderschutzsicherungen anbringen
  • Kindern rechtzeitig den sicheren Umgang mit Küchengeräten beibringen

Brände: Beim Braten kann Fett in nur wenigen Minuten überhitzen und fängt dann Feuer. Auch unbeaufsichtigte Feuerstellen Kamine etc. können zu Bränden führen.

Tipp:

  • brennendes Öl nie mit Wasser löschen – Explosionsgefahr!
  • Bei größeren Bränden Löschdecke verwenden
  • Kerzen und Kaminfeuer nie unbeaufsichtigt lassen
  • hauptsächlich in Schlaf- und Kinderzimmern Rauchmelder installieren

Gartenbereich: Daneben kann es bei Unaufmerksamkeit im Garten auch schnell zu Unfällen kommen. Hier ist bei den unterschiedlichsten Arbeiten stets Vorsicht geboten.

  • Bäume schneiden oder Obst pflücken nur mit einer sicheren Leiter
  • Gartengeräte nie mit der Spitze oder Zinken nach oben legen – besteht Gefahr, dass man rein tritt
  • Motorsäge oder elektrische Heckenschere vom Körper weghalten
  • nie barfuß oder in Sandalen an heißen Tagen Rasen mähen
  • Dämpfe von Schädlingsbekämpfungsmitteln nie einatmen

Prävention im Haushalt - glatte Böden

Hilfe von A – Z

Bei Notfällen ist immer schnelles Handeln angesagt. Allerdings ist es notwendig in den meisten unverzüglich einen Arzt zu rufen, bzw. direkt ins Krankenhaus zu fahren. Durch ein richtiges und schnelles Handeln in solchen Situationen können Leben gerettet werden.

Allergischer Schock: Dieser tritt meist 15 Minuten nach Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff ( Bsp. Lebensmittel, Insektenstiche, Medikamente) auf. Erste Anzeichen sind Atemnot, Hautrötung, Schwellungen, Quaddeln und Angstzustände.

  • Hilfe: Es muss sofort der Notruf 112 gewählt werden. Enge Kleidung wird geöffnet. Den Betroffenen lagert man mit erhöhtem Oberkörper und deckt ihn dann zu. Bei Schockanzeichen wie blasse Haut, Frieren und kalter Schweiß ist die Schocklage notwendig (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“). Ebenfalls muss der Puls und die Atmung kontrolliert und der Kranke beruhigt werden.

Anschwellen der Atemwege: Durch einen Insektenstich, Verbrennungen und Verätzungen können die Schleimhäute der Atemwege oder auch die Zunge anschwellen. In den meisten Fällen kommt es zu Atemnot.

  • Hilfe: Dem Verletzten gibt man Eis zum Lutschen oder kaltes Wasser zum Gurgeln. Der Nacken und Hals wird mit nassen Tüchern gekühlt. Dringend den Notruf 112 wählen.

Asthma – Anfall: Betroffene bekommen kaum Luft. Sie atmen pfeifend und haben Angst. Die Lippen und / oder das Gesicht verfärben sich blau und es tritt kalter Schweiß auf.

  • Hilfe: Der Kranke muss beruhigt werden. Er wird aufrecht hingesetzt. Man stützt dabei die Arme ab, beispielsweise auf der Stuhllehne. Enge Kleidung und das Fenster müssen weit geöffnet werden. Bei der Einnahme von Medikamenten muss dem Betroffenen geholfen werden. Falls dann keine Besserung des Zustandes eintritt, den Notruf 112 wählen.

Augenverletzung: Auf keinem Fall darf ein Fremdkörper, der im Augapfel steckt, entfernt werden. Hier wird eine Kompresse auf das Auge gelegt und vorsichtig fixiert. Anschließend werden beide Augen verbunden und der Notruf 112 gewählt oder gleich direkt ins Krankenhaus gefahren.

  • Hilfe: Bei einem Staubkorn oder Insekten im Auge niemals mit den Fingern wischen, sondern immer mit einem Tuch. Dazu wischt man den Fremdkörper mit einem sauberen Stoffzipfel eines Tuches immer zur Nase hin aus dem Auge. Eventuell müssen hier die Lider angehoben oder auch runtergezogen werden. Ätzende Flüssigkeiten werden ausgiebig mit klarem, lauwarmen Wasser ausgespült. Den Kopf dazu seitlich halten und vom inneren Augenwinkel ausspülen.

Badeunfall: Droht jemand zu ertrinken, dann zieht man den Verunglückten mit einem Ast, Rettungsring oder Seil aus dem Wasser ans Ufer. Falls er bewusstlos ist, schwimmt man zu ihm hin und bringt ihn ins Trockene. Man sollte niemals erhitzt ins Wasser springen, immer vorher abkühlen. Es kann sonst leicht zu Unfällen kommen. Die DLRG hat Baderegeln veröffentlicht!

  • Hilfe: Betroffene legt man auf die Seite, so dass das Wasser aus dem Magen fließen kann. Eventuell muss eine Mund-zu-Nase-Beatmung erfolgen ( s. Kapitel „Die  wichtigsten Griffe“). Unbedingt den Notruf 112 wählen.

Bauchwunde und -verletzung: Eine Stichwunde oder Quetschung führt zu Bauchschäden.

  • Hilfe: Wichtig, Einmalhandschuhe anziehen nicht vergessen. Anschließend den Verletzten flach auf den Rücken legen und enge Kleidung lösen. Die Wunde wird dann mit sterilen Kompressen (aus dem Auto-Verbandskasten oder Notfall-Packs aus der Apotheke) bedeckt und anschließend mit Pflasterstreifen fixiert. Unbedingt den Notarzt rufen. Es besteht absolutes Ess-, Trink- und Rauchverbot für den Verletzten.

Beule und Bluterguss: In der Regel sind Beulen am Kopf nicht immer harmlos. Es kann bei auftretenden Kopfschmerzen und Übelkeit eine Gehirnerschütterung vorliegen. Hier muss unbedingt eine Untersuchung durch den Arzt erfolgen.

  • Hilfe: Zum Abschwellen hilft ein Kältepack oder ein in kaltem Wasser getränktes Baumwolltuch. Man legt dieses dann auf die betroffene Stelle.

Blutung: Nach einem Schnitt oder Sturz kann ein Blutverlust, der mit einem Pflaster nicht zu stoppen ist, schnell gefährlich werden.

  • Hilfe: Die Wunde wird mit einer sterilen Mullbinde fest umwickelt. Mitunter kann auch ein Tuch oder Shirt ausreichend sein. Man muss dabei mit dem Finger oder der Faust kräftig auf die Wunde drücken, bis die Blutung aufhört. Der Arm oder das Bein wird nur mit einem Gürtel oder einer Schnur abgebunden, wenn der Druckverband nicht wirkt. Grundsätzlich sollten Wunden mit mehr als 2 cm Länge und 0,5 cm Tiefe  sofort chirurgisch versorgt werden. Vorsicht: Auf klaffende Wunden darf niemals Sprühpflaster aufgetragen werden!

Brustkorbverletzung: Es kommt nach Rippenbrüchen oft zu Atemnot. Mitunter kann der Verletzte auch Blut spucken.

  • Hilfe: Falls der Verletzte bei Bewusstsein ist, muss er aufrecht hingesetzt und abgestützt werden. Enge Kleidung öffnet man. Bei offenen Wunden ist ein steriler, lockerer Verband anzulegen. Bewusstlose mit Rippenverletzungen bringt man in die stabile Seitenlage (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“), der verletzte Brustkorb befindet sich dabei unten. Notruf 112 wählen.

Durchfall: Leichter Durchfall kann mit Hausmitteln behandelt werden. Bei längerem Anhalten muss der Arzt konsultiert werden.

  • Hilfe: Der Betroffene muss unbedingt viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Ideal sind dünne Gemüsebrühen, Kräutertees (Pfefferminze, Fenchel, Kamille, Fenchel- Anis-Kümmel-Mischung). Nach Möglichkeit sollten über den Tag verteilt getrocknete Blaubeeren aus der Apotheke und ein mit der Schale geriebener Apfel gegessen werden. Falls der Durchfall länger als drei Tage anhält, zusätzlich Fieber auftritt oder Stuhl im Blut ist, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Fieberkrampf: Mitunter können Kinder unter vier Jahren bei Fieber oder einer hohen Temperatur unter Krämpfen leiden. Diese dauern in der Regel nicht länger als drei Minuten. Erste Warnzeichen sind hier rote, feuchte und heiße Haut und Muskelzuckungen am ganzen Körper.

  • Hilfe: Das Kind muss dann ausgezogen und hingelegt werden. Der Körper wird mit einem nassen, lauwarmen Tuch abgerieben, um das Fieber zu senken. Abhilfe können auch kalte Wadenwickel schaffen. Wichtig ist, dass dabei immer die Atmung und der Kreislauf beobachtet wird. Nach Krampfende gibt man ein fiebersenkendes Zäpfchen (Paracetamol). Es sollte dann unbedingt ein Notarzt gerufen werden.

Herzinfarkt: Erste Alarmzeichen für einen Herzinfarkt sind heftige Schmerzen unterm Brustbein, Schmerzausstrahlung in den linken Arm, Herzrasen, Atemnot und Todesangst. Bei Frauen treten oft auch Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Betroffene haben kalten Schweiß auf der Stirn und sie haben Todesangst.

  • Hilfe: Bei Verdacht auf Herzinfarkt muss die betroffene Person mit aufrechtem Oberkörper hingesetzt werden. Enge Kleidung wird ausgezogen und das Fenster weit geöffnet. Halsketten etc. müssen natürlich auch abgenommen werden. Auf keinen Fall darf der Betroffene umherlaufen. Wichtig: Notruf 112 wählen! Ebenfalls ist eine ständige Prüfung des Bewusstsein und der Atmung notwendig.

Herz-Kreislauf-Stillstand: Jemand bricht zusammen und reagiert nicht, wenn er angesprochen oder gerüttelt wird.

  • Hilfe: Hier muss sofort der Notruf 112 gewählt werden. Ebenfalls beginnt man mit der Wiederbelebung, der Herzdruckmassage (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“). Es wird so lange reanimiert, bis der Notarzt kommt. Es gibt an öffentlichen Orten wie Bahnhof, Flughafen oder Behörden oft Defibrillatoren. Diese können dann zum Einsatz kommen.

Bedienung eines Defibrillators: Wichtig ist hierbei immer, dass bis zum Einsatz des Defibrillators eine Herzdruck-Massage im Wechsel mit Beatmung erfolgt.

  • Zuerst wird das Gerät eingeschaltet und die akustische Anweisung des Gerätes beachtet.
  • Nun werden die Elektroden auf den Brustkorb der betreffenden Person klebt. Auf den Elektroden ist abgebildet, wie sie angebracht werden müssen.
  • Jetzt wird dann der Defibrillator eingeschaltet. Die Person darf dabei auf keinen Fall berührt werden, da das Gerät elektronisch die Herztätigkeit prüft.
  • Es müssen die Anweisungen des sprachgesteuerten Geräts Folge geleistet werden.
  • Nach den Anweisungen des Geräts erfolgt nun abwechselnd die Defibrillation und die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Hexenschuss: Hier verkrampfen sich die Rückenmuskeln. Mitunter kann der stechende Schmerz so schlimm sein, dass Betroffene sich kaum noch bewegen können.

  • Hilfe: Am besten geht man hier in die Stufenlage. Der Betroffene legt sich beispielsweise auf den Boden auf den Rücken. Dabei werden die Beine angewinkelt höher gelagert, etwa auf die Sitzfläche eines Stuhls. Hilfreich können auch eine Wärmflasche oder ein erhitztes  Körnerkissen sein. Falls der Schmerz auch ins Bein ausstrahlt, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Es kann sich dann um einen Bandscheibenvorfall handeln.

Hitzschlag: Ausgelöst kann ein Hitzschlag werden durch langes, hohes Fieber oder einem Aufenthalt in extremer Hitze. Er äußert sich in einer geröteten, heißen Haut, schnellem Puls, Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen und einer Körpertemperatur über 40 Grad.

  • Hilfe: Ansprechbare Personen werden mit erhöhtem Oberkörper gelagert und ausgezogen. Man bedeckt sie dann mit einem leichten Laken. Dieses wird ständig mit kühlem Wasser benetzt.

Hunde-und Katzenbiss: In der Regel entzünden sich bis zu 20 Prozent der Hunde- und 50 Prozent der Katzenbisse. Die Folge sind dann Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Falls sich die Wunde direkt im Gesicht oder am Hals befindet, groß und tief ist, muss man sofort zum Arzt. Erst recht bei Fieber oder wenn sich ein roter Strich von der Wunde weg zieht.

  • Hilfe: Die Wunde muss zuerst gereinigt, desinfiziert und mit einem sterilen Wundverband abgedeckt werden, darüber kommt dann ein Verband. Personen, die keine aufgefrischte Tetanus-Impfung haben, sollten sich vorsichtshalber impfen lassen.

Insektenstich: Für Allergiker können Insektenstiche gefährlich werden.

  • Hilfe: Bei Stichen im Mund-Rachen-Raum muss sofort und ohne Unterbrechung Eis gelutscht werden. Weiterhin erhält der Betroffene einen kalten Umschlag in den Nacken. Wichtig ist, dass bei Atemnot der Notruf 112 gewählt wird. Harmlos hingegen sind meist Insektenstiche am Körper. Diese werden mit Eis gekühlt. Es kann daneben auch Franzbranntwein aufgetragen oder eine rohe Zwiebelscheibe aufgelegt werden. Man sollte auch wissen, dass Bienen nur aus der Not heraus stechen.Man sollte sie daher nicht stören oder wegschlagen.

Knochenbruch: Man unterscheidet hier in offene und geschlossene Brüche. Bei offenen Brüchen hat der Knochen die Haut durchstoßen. Diese Brüche gelten als schwere Verletzungen, Es besteht hier ein hohes Infektionsrisiko.

  • Hilfe: Wichtig ist, dass die Wunde unbedingt druck-und keimfrei bedeckt wird. Anschließend wird die verletzte Gliedmaße durch Umpolstern mit beispielsweise Wolldecken oder Dreieckstüchern, ruhig gestellt. Unbedingt zu beachten ist, dass der Kranke erst nach Möglichkeit danach bewegt wird. Bei geschlossenen Brüchen ist ja die Haut intakt, dadurch sind sie auch schwieriger zu erkennen. Auch hier muss der Verletzte schnellsten zum Arzt. 

Kopfverletzung: Erste Symptome für eine solche Verletzung sind Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Erinnerungslücken, kurzer Bewusstseinsverlust und eine blutende Kopfwunde.

  • Hilfe: Die Wunde muss verbunden werden. Der Oberkörper des Verletzten wird aufgerichtet. Daneben erfolgt die Kontrolle von Atmung, Kreislauf und Puls. Unbedingt den Notruf 112 wählen. Daneben beruhigend auf den Patienten einreden.

Krampfanfall: Der Betroffene fällt urplötzlich um. Er ist nicht mehr ansprechbar .Es kann eine Verkrampfung des ganzen Körpers oder auch nur einzelner Körperteile auftreten. Mitunter erfolgt auch ein blutiger Speichelfluss. Der Patient erinnert sich nach Ende der Krämpfe nicht mehr an den Anfall.

  • Hilfe: Wichtig ist, dass die Betroffenen nicht festgehalten werden. Es müssen weiterhin alle Dinge, die ihn gefährden, beispielsweise Messer oder Scheren weggelegt werden. Nach dem Abklingen des Krampfes wird die betreffende Person in Seitenlage gebracht und Atmung, Puls und Bewusstsein kontrolliert. Der Notruf 112 muss verständigt werden.

Nasenbluten: Dies kann mitunter schon nach einem kleinen Nieser passieren.

  • Hilfe: Betroffene müssen mit vornüber gebeugten Kopf hingesetzt und dabei aber die Stirn gestützt werden. Anschließend erhalten sie ein kaltes Tuch in den Nacken. Die Nasenflügel werden 10 Minuten zusammengedrückt. Dann prüft man, ob die Blutung noch anhält. Falls ja, werden die Nasenflügel weitere 10 Minuten zusammengedrückt. Nach Ende der Blutung darf nicht ausgeschnaubt werden. Allerdings sollte man nichts tun, wenn die Nase dick angeschwollen ist. Hier besteht der Verdacht auf einen Nasenbruch. In diesem Fall muss sofort ein Arzt oder die Notaufnahme aufgesucht werden.

Ohnmacht: Falls das Gehirn nicht genug Sauerstoff bekommt, wird man schnell ohnmächtig. Gründe können hier ein Nahrungsmangel, Erschöpfung, Seelenkrisen oder auch langes Stillsitzen sein.

  • Hilfe: Ohnmächtige müssen immer in die Rückenlage gebracht werden. Die Beine werden angehoben, so dass das Blut wieder zum Gehirn fließen kann. Enge Kleidung und das Fenster wird weit geöffnet. Wenn der Ohnmächtige wieder schnell zu sich kommt, muss die Atmung geprüft werden. Anschließend wird der Betroffene in Schocklage (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“) gebracht und der Notruf 112 gewählt.

Panikattacken: Dabei rast und stolpert das Herz, der Mund wird trocken, der Hals ist wie zugeschnürt und der Schweiß rinnt. Hinzu kommt oft noch die Angst, ohnmächtig zu werden.

  • Hilfe: Der Patient muss beruhigt werden. Dazu lenkt man die Aufmerksamkeit auf die Umgebung, beispielsweise auf die Straße, Schaufenster oder Menschen. Sehr beruhigend wirkt auch, den Lauf des Sekundenzeigers seiner Armbanduhr zu betrachten. Der Betroffene muss tiefer als gewöhnlich einatmen und sofort wieder ausatmen. Danach soll er den Atem anhalten und in Gedanken von 1001 bis 1006 zählen und dann wieder einatmen. Dies wird dann wiederholt bis die Panikattacke vorbei ist. Zum Stressabbau kann der Patient Nüsse (reich an Magnesium und B-Vitamine) essen, vorher aber unbedingt nach Allergie erkundigen. Daneben wirkt aber auch Kaugummi kauen beruhigend. Falls der Betroffene hyperventiliert stülpt man ihm eine Papiertüte so über sein Gesicht, dass sie über Nase und Mund reicht. Er muss dann in die Tüte ein- und ausatmen. Statt einer Tüte können aber auch die hohlen Hände vor sein Mund gehalten werden und er atmet dort hinein.

Pflaster gehören in jeden Haushalt

Platzwunde: Platzwunden haben raue Ränder, die auseinanderklaffen. Sie können sich schnell infizieren.

  • Hilfe: Die Wunden müssen gut gereinigt und desinfiziert werden. Danach legt man eine sterile Kompresse auf und fixiert diese mit einer Binde.Man kann die Wunde zur Sicherheit vom Arzt untersuchen lassen, wie tief die Verletzung ist. Bei kleinen Wunden reicht normaler ein Pflaster. Dies sollte aber nicht zu klein gewählt werden.

Prellung: Ein Stoß, ein Schlag beim Sport oder Gartenarbeit reicht schon aus und die betreffende Stelle schwillt an und schmerzt. Es entsteht ein Bluterguss.

  • Hilfe: Das betreffende Körperteil muss nach Möglichkeit hoch gelagert werden und dann 15 bis 20 Minuten mit Eiswürfeln oder einem Kühlpack gekühlt werden. Eine Kompresse mit einer Essig-Lösung (1 Teil Essig, 3 Teile Wasser) wirkt abschwellend.

Quetschung: Schnell kann man schon einmal einen Finger oder auch Zeh beispielsweise in der Tür einklemmen.

  • Hilfe: Sofort kühlen mit einem Kühlpack oder einem in kalten Wasser getränkten Baumwolltuch. Lassen die Schmerzen nicht nach oder man kann Zeh oder Finger nicht bewegen, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Schlaganfall: Anzeichen für einen Schlaganfall können halbseitige Lähmungserscheinungen (Augenlid, Mundwinkel), unkontrollierter Speichelfluss, Sprach- und Schluckstörungen, Einnässen, Atemstörungen und Bewusstseinstrübungen sein.

  • Hilfe: Es muss sofort der Notruf 112 gewählt werden!
  • Man darf den Betroffenen nicht allein lassen, muss ihn beruhigen und mit ihm sprechen.
  • Eventuell engsitzende Kleidung und Zahnprothesen werden entfernt.
  • Wichtig ist, dass nichts zu essen und zu trinken gegeben wird, da das Schlucken gestört sein könnte.
  • Bei Bewusstsein wird der Betroffene mit etwa 30 Grad erhöhtem Oberkörper ruhig gelagert, beispielsweise gibt man ein Kissen in den Rücken.
  • Falls der Betroffene bewusstlos ist oder sich erbricht, muss er in die stabile Seitenlage (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“) gebracht werden.

Wunden verbinden

Schnittverletzung: Schnell kann es zu Schnittverletzungen beim Kochen oder Basteln etc. kommen.

  • Hilfe: Oberflächliche Schnitte können ruhig etwas ausbluten. So spülen feine Schmutzpartikel heraus. Anschließend drückt man für einige Minuten eine sterile Kompresse auf die Wunde, um die Blutung zu stillen. Danach kann ein Pflaster aufgeklebt werden. Falls der Gegenstand dreckig war, muss die gereinigte Wunde vor dem Verbinden desinfiziert werden. Das tötet Keime (Bakterien, Viren und Pilze) in der Wunde ab. Es können auch bei großer Gewalteinwirkung beispielsweise durch Maschinen
  • Gliedmaßen oder Teile, wie Zeh oder Finger abgetrennt werden. In manchen Fällen können sie wieder replantiert werden, wenn der Verletzte und auch das Amputat schnell ins Krankenhaus kommen. Der Blutverlust wird hier mit einem Druckverband gestoppt. Der Verletzte wird in Schocklage (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“) gebracht.
  • Es muss unbedingt der Notruf 112 gewählt werden!
  • Das abgetrennte Körperteil wickelt man in ein steriles Wundtuch und packt es in einen Plastikbeutel und verschließt ihn gut. Das Körperteil darf auf keinen Fall gesäubert oder gewaschen werden.

Schock: Anzeichen für einen Schock können eine blasse Haut, kalter Schweiß, ein schwacher Puls sein. Mitunter zittert die Person.

  • Hilfe: Der Betroffene muss auf alle Fälle warm gehalten werden. Man deckt ihn mit einem Kleidungsstück oder einer Decke zu. Er muss in die Schocklage (s. Kapitel „Wichtige Griffe“) gebracht werden. Falls die Person bewusstlos wird, bringt man sie in die stabile Seitenlage (s.Kapitel „Die wichtigsten Griffe“).

Schwächeanfall: Hier kommt es zu einem Kreislaufversagen. Es kann Schwindel auftreten und es kann bis zur Bewusstlosigkeit kommen.

  • Hilfe: Bei der betroffenen Personen werden die Beine hoch gelagert und die Kleidung gelockert. Bei Bewusstlosigkeit muss die Atmung und der Puls kontrolliert werden. Wichtig ist auch hier die stabile Seitenlage (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“).

Sonnenbrand: Natürlich will jeder im Sommer die Sonne genießen. Allerdings schadet zu viel UV-Strahlung der Haut. Schnell rötet sie sich und brennt.

  • Hilfe: Helfend wirkt hier ein Kamillewickel auf der betreffenden Hautpartie. Dazu übergießt man 1 EL Kamillenblüten mit 125 ml kochendem Wasser, lässt alles 10 Minuten ziehen und seiht es anschließend ab. Alternativ kann man die betreffende Stelle auch mit Naturjogurt oder Quark bestreichen und dann mit einem feuchtem Baumwolltuch abdecken. Vorsicht aber, es darf nicht trocknen, sonst spannt die Haut und schmerzt. Es wird zum Schluss alles mit Wasser abgewaschen. Zur Vorbeugung eines Sonnenbrandes sollte man nie ungeschützt in die Sonne gehen. Noch besser ist, man bräunt sich sanft im Schatten.

Sonnenstich: Zu viel Sonne auf Kopf und Nacken reizen das Gehirn und die Hirnhaut. Erste Anzeichen für einen Sonnenstich äußern sich durch Schwindel, einem hochroten, heißen Kopf, Kopf-  und Nackenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Allerdings ist die Körpertemperatur normal.

  • Hilfe: Betroffene müssen umgehend an einen kühlen, schattigen Ort gebracht werden. Der Oberkörper wird leicht erhöht gelagert und der Kopf mit nassen Tüchern gekühlt. Es muss der Notruf 112 gewählt werden.

Strom-Unfall: Wenn Strom durch den Körper fließt, kann es zu Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, Herzrhythmusstörungen und auch zum Herzstillstand führen, sogar noch Stunden später. 

  • Hilfe: Vorsicht, das Unfallopfer darf niemals berührt werden, wenn es noch Kontakt zur Stromquelle hat. Es muss zuerst immer der Strom abgeschaltet werden, sonst kann auch der Helfer einen Stromschlag erhalten.
  • Wichtig: Immer einen Arzt holen, also Notruf 112 wählen. Daneben kann Strom an der Ein-und Austrittsstelle Brandwunden verursachen.

Tierbiss: Egal ob der Igel aus dem Garten oder das zahme Meerschweinchen oder Hase zuschnappt, es dringen immer Keime (Tetanus, Tollwut, Fuchsbandwurm) ins Gewebe ein.

  • Hilfe: Der Verletzte muss immer hingelegt werden. Man lagert dabei das betroffene Körperteil hoch. Anschließend wird eine Wundauflage aufgebracht und fixiert. Ein Arztbesuch ist hier  notwendig, dabei sollte der Impfausweis nicht vergessen werden. Falls die Tetanus-Impfung in den letzten fünf Jahren nicht aufgefrischt wurde, muss sofort geimpft werden.

Übelkeit: Ein flauer Magen kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, verdorbene Lebensmittel, Infektionen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Schwindelattacken.

  • Hilfe: Bei Übelkeit hilft das Trinken von Ingwer-, Pfefferminz-oder Kamillentee. Falls es zum Erbrechen kommt, den Reflex nicht gewaltsam unterdrücken. So wird der Magen los, was ihm nicht bekommt. Daneben kann auch schluckweise getrunkener schwarzer Tee den Magen beruhigen. Wenn Schmerzen hinzukommen und die Übelkeit länger als ein Tag andauert, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Unterkühlung: Zu einer Unterkühlung kann es mitunter sehr schnell kommen. Es reicht schon, wenn man in nasser Kleidung unterwegs ist oder einfach auch nur zu leicht bekleidet ist. Anzeichen für eine Unterkühlung sind blasse Haut, blaue Lippen und auch Fingernägel, Teilnahmslosigkeit, Steifwerden der Arme und Beine.

  • Hilfe: Die Betroffenen müssen umgehend ins Warme gebracht werden. Man sollte die nasse Kleidung ausziehen und sich in Decken hüllen. Wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist, flößt man ihm warme, zuckerhaltige Getränke ein. Niemals Alkohol, dieser verstärkt nur noch die Unterkühlung. Es muss der Notruf 112 gewählt werden.

Verätzung: Bereits aggressive Haushaltsreiniger oder Auto-Putzmittel können die Haut angreifen und reizen.

  • Hilfe: Wichtig ist, dass man vor jeder Hilfsmaßnahme Einmalhandschuhe anzieht. Bei der Verätzung der Haut muss die Kleidung sofort entfernt werden. Falls kein Wasser vorhanden ist, tupft man die ätzenden Stoffe ab und verbindet dann anschließend die Wunde locker. Falls es sich um Verletzungen des Verdauungstrakts handelt, ist eine sofortige schluckweise Gabe von Wasser wichtig. Auf keinen Fall darf der Betroffene zum Erbrechen gebracht werden, da es sonst zu neuen Verätzungen kommt. Vorsicht: Keine Milch trinken! Es muss der Notruf 112 gewählt werden.

Verbrennung: Schnell kann es in der Küche oder beim Grillen zu solch einem Unfall kommen.

  • Hilfe: Betroffene Stellen werden mit einer Decke abgelöscht und dann die Verbrennungen sofort mit kaltem Wasser gekühlt. Anschließend bringt man die betreffende Person in Schocklage (s. Kapitel „Die wichtigsten Griffe“). Die Kühlung muss weiter erfolgen. Unbedingt muss umgehend der Notarzt gerufen werden. Die Wunde muss mit einem keimfreien Verbandstuch locker verbunden werden. Dieses fasst man dazu nur an den Rändern an.
  • Wichtig: Salben, Öle, Mehl oder Fette gehören auf gar keinen Fall auf Brandwunden!
  • Am Körper haftende Kleidung darf nicht entfernt werden, dass darf nur der Arzt.
  • Auf alle Fälle den Notruf 112 wählen.

Verbrühung: Im Haushalt, besonders bei der Küchenarbeit kann man sich schnell einmal die Hand mit kochendem Wasser etc. verbrühen.

  • Hilfe: Über die betroffene Stelle lässt man 10 Minuten lang, bzw. bis der Schmerz aufhört,  kühles Leitungswasser laufen. Eventuell wird noch ein kühlendes Brandgel aus der Apotheke aufgetragen. Falls die Haut Blasen wirft, muss eine keimfreie Abdeckung erfolgen. Natürlich müssen größere Verletzungen auf jedem Fall vom Arzt weiterbehandelt werden.

Vergiftung: Vergiftungen können im Haushalt und auch bei der Gartenarbeit passieren. Schon beim Beschneiden des Oleanders oder durch andere giftige Pflanzen kann man sich vergiften. Für kleine Kinder sind besonders Haushalts-Chemikalien schädlich bzw. sie können tödlich wirken. Erste Alarmzeichen für eine beginnende Vergiftung sind plötzlich einsetzende Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schweißausbrüche, Verhaltensauffälligkeiten und Bewusstlosigkeit.

  • Hilfe: Oberstes Gebot bei einer Vergiftung ist es, die Ruhe zu bewahren. Bereits bei den allerersten Anzeichen sollte die regionale Giftzentrale angerufen werden. Die Telefonnummer kann über den Notruf 112 erfragen. Es sollten dann unbedingt folgende Angaben gemacht werden:
    • Alter und Gewicht des Kindes bzw. der betroffenen Person
    • was, wann und wie viel aufgenommen wurde
    • welche Vergiftungserscheinungen auftreten  
  • Das betroffene Kind / Person muss beruhigt werden. Eventuell wischt man mit dem Finger Reste aus dem Mund und gibt Tee, stilles Wasser oder Saft zu trinken. Vorsicht, aber keine Milch, kein Salzwasser oder irgendwelche Hausmittel verwenden!
  • Wichtig ist auch, dass auf keinem Fall auf eigene Faust ein Erbrechen herbeigeführt wird.
  • Bei einer Bewusstseinseintrübung wird die betreffende Person in stabile Seitenlage (s.Kapitel „Die wichtigsten Griffe“) gebracht. Es muss dann unbedingt sofort der Notruf 112 gewählt werden.
  • Zur Verhinderung von Vergiftungen bei Kindern durch Haushalts-Chemikalien, sollten diese verschlossen und nicht in Reichweite von Kindern gelagert werden.
  • Vorsicht gilt auch bei folgenden Pflanzen, sie sehen schön aus, sind aber gefährlich. Sie besitzen giftige Blüten, Beeren oder enthalten giftige Säfte. Falls Kleinkinder und Tiere im Haushalt leben, sollte man auf ein Pflanzen verzichten:
    • Buchsbaum
    • Butterblume
    • Christrose
    • Eibe
    • Eisenhut
    • Efeu
    • Engelstrompete
    • Goldregen
    • Herbstzeitlose
    • Ilex
    • Kirschlorbeer
    • LigusterLupine
    • Maiglöckchen
    • Narzisse
    • Oleander
    • Rittersporn
    • Rhododendron
    • Scheinakazie
    • Schneebeere
    • Thuja
    • Wiesenbärlauch

Verschlucken: Wenn man zu schnell ist und nicht richtig kaut, kann es schnell dazu kommen, dass das Essen im Hals stecken bleibt.

  • Hilfe: Man beugt den Oberkörper des Betroffenen vor. Kinder legt man über das Knie. Anschließend schlägt man mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter bis zu fünfmal fest auf den Rücken. Es wird dadurch ein Hustenreflex ausgelöst. Falls dies nichts helfen sollte, umfasst man von hinten die betroffene Person. Dabei fasst die linke Hand das rechte Handgelenk und die rechte Hand wird als Faust unter dem Brustbein platziert. Dann zieht man die Arme ruckartig schräg nach hinten Richtung Brustraum.
  • Allerdings kann dieser Griff zum Milzriss und bei Kindern zum Leberriss führen. Daher ist hier Vorsicht geboten. Er sollte auch nur bei akuter Erstickungsgefahr Anwendung finden.

Verstauchung: Beim Umknicken oder auch bei einem Sturz kann man sich eine schmerzhafte Verletzung  zu ziehen. Es können dabei das Gelenk und die Bänder überdehnt werden. Im schlimmsten Fall reißt die Gelenkkapsel.

  • Hilfe: Wichtig ist, dass umgehend eine Kühlung erfolgt. Es sollten dafür mindestens für 30 Minuten ein Kältepack oder Eiswürfel, jeweils in ein Tuch gewickelt und dann aufgelegt werden. Falls beides nicht zur Hand ist, gehen auch kalte Umschläge. Mit Hilfe einer elastischen Binde wird danach ein Stützverband angelegt, so kann das Anschwellen verhindert werden.

Wadenkrampf: In der Regel sind die Ursachen für einen Wadenkrampf meist harmlos, wie beispielsweise Magnesiummangel, Übermüdung oder Überanstrengung bei der Arbeit und beim Sport.

  • Hilfe: Bei einem auftretenden Wadenkrampf umfasst man die Zehen des betreffenden Fußes und zieht sie dann mit aller Kraft in Richtung Schienbein. Falls der Krampf im Sitzen oder Liegen beginnt, dann aufstehen und herumlaufen. Dabei tritt man dann fest auf den Boden auf oder mit der Fußsohle gegen die Wand. Eine Massage der Wade kann den Muskel wieder entspannen. Sollten die Wadenkrämpfe häufiger auftreten sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen abzuklären.

Wunde: Das Auftreten von Wunden kann verschiedene Ursachen haben. Sie können durch Verbrennungen, Verätzungen, durch Schnitte oder auch durch Stürze entstehen. Auf eine Wunde darf niemals Watte oder Zellstoff gelegt werden. Wunden dürfen nie berührt und auch nicht ausgewaschen werden, Ausnahmen sind hier Verätzungen und Verbrennungen. Weiterhin muss beachtet werden, dass Wunden nie mit Desinfektionsmitteln, Salben oder Puder behandelt werden.

  • Hilfe: Auf kleine Schürfwunden klebt man einfach einen Pflasterstrip. Größere Wunden werden mit einer Kompresse bedeckt. Man fixiert diese dann noch mit einer Mullbinde oder Pflaster.
  • Stark blutende Wunde muss immer ein Arzt versorgen. Mitunter können hier Sehnen und Nerven verletzt sein.

Zeckenbiss: Diese kleinen, aber gefährlichen Plagegeister können Krankheiten wie Borreliose oder Meningoenzephalitis übertragen.

  • Hilfe: Wenn man eine Zecke entdeckt, muss diese sofort entfernt werden. Dafür gibt es spezielle Zecken-Karten. Man kann daneben aber auch einen Zecke mit einer Pinzette gerade nach oben aus der Haut ziehen, ohne sie dabei zusammenzudrücken.
  • Falls die Zecke nicht so einfach entfernt werden kann oder es zeigt sich nach ungefähr fünf Tagen eine ringförmige Rötung an der Einstichstelle, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Es gibt gegen die Gehirn- und Rückenmarktentzündung FSME eine Impfung.
  • Vorbeugend sollte man bei einem Spaziergang durch Wald und Flur lange Hosen und festes Schuhwerk tragen. Gefahren befinden sich daneben auch im hohen Gras beispielsweise im Garten.

Zahnunfall: Bei einem unglücklichen Sturz auf das Gesicht kann man sich mitunter schnell einen Zahn ausschlagen. Bei einem rechtzeitigen Gang zum Arzt kann jedoch der Zahnunfall oft folgenlos bleiben.

  • Hilfe: Der ausgeschlagene Zahn und auch alle Bruchstücke müssen sorgfältig aufgesammelt werden. Man bewahrt sie in einem Frischhaltebeutel auf. Daneben kann man sie auch einfach in Milch legen. Sie dürfen jedoch auf keinem Fall desinfiziert werden. Anschließend muss umgehend der Arzt aufgesucht werden. Es stehen dann die Chancen recht gut, dass der Zahn wieder eingepflanzt werden kann und auch anwächst.

Rettung im Notfall: die wichtigsten Griffe

Mit dem richtigen Griff Rettung beim Wasserunfall

Im Notfall können bestimmte Rettungsgriffe dabei helfen, Verletzte in Sicherheit zu bringen oder zu stabilisieren. Die wichtigsten Griffe sind hier vorgestellt.

Personen außer Gefahr bringen: Ist jemand in akuter Gefahr und muss zur Seite gebracht werden, sind folgende Griffe sinnvoll.

  • Aufrichten: Man tritt vom Kopf her an den Verletzten oder Bewusstlosen heran. Mit beiden Händen wird dann unter den Kopf, Nacken und den Schulterbereich gefasst. Nach Möglichkeit wird der Kopf mit den Unterarmen gestützt.
  • Abstützen:  Im Anschluss wird der Betroffene nun vorsichtig und schonend, aber fließend zum Sitzen aufgerichtet. Sein Rücken wird dabei mit den Beinen gestützt.
  • Unterfassen:  Ein Arm des Betroffenen wird gerade vor den Bauch gelegt. Man fasst dann mit beiden Händen unter den  Achselhöhlen durch und greift den Unterarm von oben.
  • Ziehen:  Anschließend richtet man sich mit geradem Rücken auf und zieht dabei den Betroffenen hoch. Jetzt kann man ihn an einen sicheren Ort bringen und dort vorsichtig ablegen.

Griffe bei einem Schock: Ein Schock kann für Betroffene lebensbedrohlich sein. Die Ursache für einen Schock ist immer ein Kreislauf-Versagen. Die Gefahr besteht hier, dass der Körper dann nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Wichtig ist in einer solchen Situation immer, dass die Beine hoch gelagert werden. Das Liegen mit erhöhten Beinen entlastet dabei den Kreislauf.

  • Der Betroffene wird nur dann in Schocklage gelegt, wenn er bei vollem Bewusstsein ist. Im anderen Fall ist dann die stabile Seitenlage die richtige Position.
  • Die Beine müssen immer schräg hoch gelagert werden. Dazu wird ein 20 bis 30 cm hoher Gegenstand unter die Beine geschoben. Man kann allerdings auch alternativ die Füße des Betroffenen etwas hochhalten.
  • Wichtig ist vor allem, dass der Betroffene immer warm gehalten wird.

Stabile Seitenlage: Bei Bewusstlosigkeit muss der Betroffene schnell in die stabile Seitenlage gebracht werden. Dadurch wird verhindert, dass die Zunge in die Luftröhre rutscht oder der Betroffene möglicherweise Erbrochenes einatmet.

  • Man kniet sich seitlich neben der betroffenen Person hin. Der sich auf dieser Seite befindliche Arm des Betroffenen wird rechtwinklig zum Körper nach oben gelegt. Die Handfläche zeigt dabei nach oben.
  • Nun wird der Arm der anderen Seite gegriffen und vor der Brust gekreuzt. Der Handrücken des Betroffenen wird dabei an dessen Wange gelegt. Die Hand darf nicht losgelassen werden. Nun wird das äußere Bein durch Zug am Oberschenkel aufgestellt.
  • Anschließend zieht man den Betroffenen zu sich herüber. Das obenliegende Bein wird dann so ausgerichtet, dass der Oberschenkel im rechten Winkel zur Hüfte liegt.
  • Zum Schluss neigt man den Kopf des Betroffenen nach hinten und öffnet den Mund. Die an der Wange liegende Hand legt man dann so hin, dass der Atemweg frei bleibt.

Herzmassage: Eine Herzmassage kann das Leben retten. Bei ohnmächtigen Personen, die nicht mehr atmen und keinen Puls haben, besteht Lebensgefahr durch einen Herzstillstand. Mit Hilfe einer Herzdruck-Massage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance des Betroffenen. Allerdings muss dann auch sofort gehandelt werden.

Wiederbelegung: Als Erstes muss der Notarztwagen unter der Nummer 112 gerufen werden.

  • Es muss dann sofort mit der Wiederbelebung, also Herzdruckmassage, begonnen  werden.
  • Der Patient wird dazu auf den Rücken gelegt.
  • Die Hände werden nun übereinandergelegt, mit den Handballen drückt man dann senkrecht auf die Mitte des Brustkorbs.
  • Die Drucktiefe sollte fünf Zentimeter betragen und das Drucktempo 100-mal pro Minute. Es dürfen dabei keine Pausen gemacht werden.
  • Die Reanimation hat solange zu erfolgen, bis der Notarzt kommt.

Mund-zu-Mund-Beatmung:

  • Zuerst muss geprüft werden, ob noch Atemgeräusche zu hören sind. Dazu hält man einfach das Ohr über Nase und Mund des Bewusstlosen. Danach wird eine Hand an die Stirn und die andere an die Kinnspitze gelegt. Der Kopf nun sanft nach hinten gestreckt.
  • Jetzt drückt man die Nase zu und legt die Lippen dicht um den Mund des Bewusstlosen. Man bläst nun zweimal für eine Sekunde in den Mund, sodass sich der Brustkorb hebt. Danach folgen dann wieder 30 Druckmassagen.

Hausapotheke

Hausapotheke muss aktuell sein

Um bei Krankheiten und Verletzungen wichtige Medizinprodukte parat haben zu können, sollte jeder Haushalt über eine kleine Apotheke verfügen. Eine Grundausstattung reicht in der Regel in den allermeisten Notfällen aus. Man kann natürlich bei Bedarf die Auswahl ergänzen, beispielsweise mit Mitteln gegen Allergien, Bauchkrämpfe und Lippenherpes. Wichtig ist, dass einmal im Jahr das Verfallsdatum der Mittel kontrolliert wird! Das gehört hinein (Wirkstoffe sind gängige Beispiele):

  • Schmerzmittel und Fiebersenker (Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen)
  • Abschwellende Nasentropfen (Xylometazolin)
  • Hustenmedikamente (gegen Hustenreiz mit Dextrometorphan, zum Abhusten mit Acetylcystein, Ambroxol
  • Durchfallstopper (Loperamid, zusätzlich Elektolytmischungen gegen Mineralienverlust)
  • Mittel gegen Verstopfung (Bisacodyl, Natriumpicosulfat, Laktulose)
  • Hilfe gegen Sodbrennen (Hydrotalcit, Aluminium-Magnesiumsilikat, Omeprazol)
  • Creme gegen Juckreiz und Sonnenbrand (Hydrocortison-Creme)
  • Wunddesinfektion (Povidon-Jod-Lösung)
  • Wund- und Heilsalbe (Dexpanthenol-, Zinkoxid-, Hamamelis-Salbe)
  • Verbandsmaterial:
    • steriler Verbandsmull
    • sterile Kompressen
    • Mullbinden (6 und 8 cm breit)
    • Verbandspäckchen (klein, mittel, groß)
    • elastische Binden (6 und 8 cm breit)
    • Heftpflaster, 1 Packung Pflaster-Strips
    • Wundschnellverband (6 und 8 cm breit)
  • Fieberthermometer
  • Verbandsschere
  • Splitter-Pinzette
  • Sicherheitsnadeln
  • Einmalhandschuhe
  • Liste mit Notfall-Adressen:
    • Hausarzt/ärztlicher Notdienst
    • Giftnotzentrale
    • Apothekendienst

Tipps zur Hausapotheke:

  • Die Medikamente müssen immer trocken, dunkel, kühl und kindersicher aufbewahrt werden. Niemals im Badezimmer, da ist das Klima zu feucht.
  • Weiterhin sollten die Medikamente immer in der Originalpackung und mit Beipackzettel aufgehoben werden. Man hat da immer sofort alle Infos parat.
  • Mindestens einmal im Jahr sollte die Hausapotheke überprüft werden. Abgelaufene Medikamente müssen dann entweder in der Apotheke oder im Hausmüll entsorgt werden. Niemals aber in die Toilette kippen!

Rettung rufen - 112 anrufen

Die wichtigsten Notfall-Rufnummern

Man sollte diese Telefonnummern immer bei sich tragen, falls es einmal zu einer Notfallsituation kommt. Zur Sicherheit speichert man sie ganz einfach im Handy. Notrufe: 

  • 112 - Rettungsdienst, Feuerwehr (der Notruf gilt in allen europäischen Ländern inklusive Russland, Ukraine und der Türkei.)
  • 116 117 - ärztlicher Bereitschaftsdienst (bundesweit)
  • 0551 19240 - Gift-Notruf Göttingen zuständig für Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
  • 0800 0022833 - Apotheken-Notruf (Festnetz/kostenlos)
  • 22833 - Apotheken-Notruf (mobil)
  • 0800 1110111 - Telefonseelsorge

Fotos: Clipdealer

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