Feuerlöscher kaufen und warten

Alle wichtigen Infos über das Brandlöschgerät

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 24.03.2016
Brandschutz: Feuerlöscher sind wichtig

Rund 22.000 Brandeinsätze haben die Feuerwehren in Niedersachsen jedes Jahr. Das macht nur einen kleinen Teil der Rettungseinsätze der vielen Helfer aus. Aber die Anzahl der Brände zeigt sinnbildlich, wie häufig es in Niedersachsen brennt. Um selbst in erster Aktion gegen einen Brandherd vorgehen zu können, gehört ein Feuerlöscher in jedes Haus. Damit lässt sich im Falle eines Falles vielleicht sogar ein Leben retten. Ein Überblick über das Thema Feuerlöscher.

Feuerlöscher: Brandschutz seit über 200 Jahren

Ein transportabler Feuerlöscher ist für den Brandschutz unverzichtbar und das wichtigste Ersthilfsmittel im Brandfall - zu Hause, im Garten, in der Werkstatt, im Straßenverkehr oder auf Arbeit. Wo liegt der Unterschied zwischen gewerblicher und privater Sicherheitstechnik?

Hand-Feuerlöscher gibt es seit etwa 200 Jahren. Einen der ersten tragbaren Feuerlöscher entwickelte der englische Erfinder George William Manby 1813 als Unterstützung für die mobile Feuerwehr. Er füllte einen Kupferzylinder mit Wasser und Druckluft. Dieser Feuerlöscher war für den Einsatz in mehrgeschossigen Wohnhäusern für die oberen Etagen gedacht - dort wo der Wasserschlauch des Löschwagens nicht hinkam. Später experimentierten die Entwickler der Internationalen Feuerlösch-Gesellschaft mit Natriumbikarbonat und Kohlendioxid (CO²) als Lösch- und Treibmittel. Das Prinzip des Handfeuerlöschers wurde aufgrund verschiedener Inhaltsstoffe immer weiter optimiert. Der beste Schutz vor Bränden lautet gestern wie heute: Brandursachen minimieren.

Aufbau und Funktion eines Feuerlöschers

Feuerlöscher werden in verschiedenen Größen und Ausführungen im Handel angeboten. Handfeuerlöscher haben eines gemeinsam: Sie sind tragbar und dank aufgedrucktem Piktogramm selbsterklärend zu bedienen. Ein solches Gerät gehört in jeden Haushalt bzw. in jedes Haus in Niedersachsen.

Zum Studieren einer Gebrauchsanweisung bleibt im Brandfall keine Zeit. Ein moderner Feuerlöscher besteht aus dem Hauptzylinder, hiermit wird die äußere Hülle aus Kunststoff (kleine Handgeräte) oder Metall (große Geräte) bezeichnet. Darin befinden sich Löschmittel- und Treibmittelkartusche und das Steigrohr. An dieses sind ein Sprühkopf oder eine Sprühpistole angeschlossen, mit oder ohne Schlauchverlängerung. Ausgelöst wird die Löschfunktion durch Betätigen des Schlagknopfes oder Auslösehebels, wodurch das Löschmittel (Wasser, Schaum oder Pulver) mit hohem Druck herausbefördert wird. Nach Art des Löschmittels wird das Handlöschgerät unterschieden in Wasserlöscher (Nebler), Pulverlöscher oder Schaumlöscher. Selbst mit Gel können Brände gelöscht werden.

Brandklassen, Aufbewahrung, Wartung

Am Arbeitsplatz sind Feuerlöscher Pflicht. Jeder Betrieb muss mit Feuerlöschern ausgestattet sein. Die Menge der Geräte richtet sich nach der Brandgefährdung und wird in Löschmitteleinheiten (LE) berechnet.

Handfeuerlöscher werden nach ihrer Einsatzmöglichkeit und den möglichen Brandklassen unterschieden. ABC-Feuerlöscher sind für Brände der Klassen A bis C geeignet. Für Metallbrände gilt die Klasse D. Die veraltete E-Klasse (Niederspannungsleitungen) wurde abgeschafft, denn inzwischen sind alle ABC-Löscher hierfür geeignet. Für Brände der Klasse F (Fett, Öl und brennbare Flüssigkeiten) werden spezielle Löschmittel benötigt. Deshalb sollen in gastronomischen Einrichtungen und Industriehallen zwei verschiedene Handlöschgeräte-Arten zur Verfügung stehen. Nach der Art der Druckerzeugung werden Feuerlöscher unterschieden in:

  • Aufladelöscher (Treibgas und Löschmittel befinden sich in getrennten Kartuschen und werden beim Auslösen vermischt);
  • Dauerdrucklöscher / Permanentlöscher (Löschmittel und Treibgas befinden sich unter ständigem Druck in einem Behälter);
  • Gaslöscher (Treibgas ist gleichzeitig das Löschmittel);
  • Halonlöscher (chemische Druckerzeugung, wird nur noch in Flugzeugen eingesetzt).

Sicherheitstechnik privat oder gewerblich

Feuerlöscher für den gewerblichen und privaten Einsatz unterscheiden sich in Löschleistung, Größe und Gewicht. Das Maximalgewicht befüllter Feuerlöscher beträgt 20 Kilogramm. Die Löschdauer (Löschleistung) ist bei jedem Produkt auf dem Gehäuse vermerkt und wird bei kleinen Geräten oft überschätzt. Zwei Kilogramm Inhalt reichen für eine Sprühdauer von maximal zwölf Sekunden. Prinzipiell kann auch ein größerer, für den gewerblichen Gebrauch bestimmter Feuerlöscher privat genutzt werden. Der Aufbewahrungsort erfolgt bei kleineren Flaschen mittels Wandhalterung, bei größeren stehend und sollte frei zugänglich sein. Der Standort muss bei gewerblichen Objekten und öffentlichen Gebäuden mit einem Schild gekennzeichnet und auf dem Notfallplan (Grundriss oder Lageplan) eingezeichnet sein. In der Regel befinden sich ein Alarmknopf und weitere Hilfsmittel wie Löschdecke, Notfallbeil und Erste-Hilfe-Koffer in unmittelbarer Nähe. Feuerlöscher dürfen nicht mit einer Diebstahlssicherung unbrauchbar gemacht werden. Im Notfall muss jeder das Gerät nutzen können.

Feuerlöscher: Haltbarkeit, Lagerung und Wartung

Eine "Lagerung" ist nicht vorgesehen. Die Haltbarkeit eines Feuerlöschers muss auf der Prüfplakette vermerkt sein. Das Haltbarkeitsdatum (20 bis 25 Jahre) betrifft nur die Inhaltsstoffe. Laut Gesetz muss ein gewerblich genutzter Feuerlöscher regelmäßig von einem Beauftragten auf seine Funktion überprüft werden. Für private Feuerlöscher ist eine Überprüfung gesetzlich nicht vorgeschrieben. Durch Materialermüdung können die Geräte jedoch bereits vor Ablauf den Nutzungsdatums einen Druckverlust erleiden und im Notfall nicht mehr funktionieren. In gewerblichen Einrichtungen erfolgt die Funktionsüberprüfung alle 24 Monate nach der Instandhaltungsnorm DIN 14 406 Teil 4. Nach Gebrauch muss ein Feuerlöscher ersetzt werden, eine Nachfüllung am Einsatzort ist nicht vorgesehen. In Privathaushalten sollten unbenutzte Feuerlöscher spätestens nach 15 bis 20 Jahren komplett ausgetauscht werden. Ob Ihr Gerät noch funktionstüchtig ist, muss ein Fachmann überprüfen.

Richtiger Einsatz von tragbaren Feuerlöschern

  • Feuerlöscher gut zugänglich aufbewahren (im Auto unter dem Sitz, nicht im Kofferraum).
  • Brandherd immer in Windrichtung bekämpfen, niemals gegen den Wind löschen.
  • Zugluft in geschlossenen Räumen beachten, Gefahr von Stichflammen.
  • Brandherd von unten nach oben mit Löschmittel eindecken (nicht auf die Flammen sprühen).
  • Bei Flüssigbränden umgekehrt (von oben mit dem Löschmittel eindecken).
  • Größere Brände mit mehreren Feuerlöschern gleichzeitig bekämpfen, nicht nacheinander.
  • Benutzte Feuerlöscher kennzeichnen und von einer Wartungsfirma abholen lassen.
  • Feuerlöscher zeitnah neu kaufen bzw. preisgünstig von der Wartungsfirma auffüllen lassen.

Verschiedene Hersteller: Beim Kauf sparen?

Sie benötigen einen Feuerlöscher für Haus, Wohnung, Garten, Garage oder Auto? Sparen Sie nicht an der Sicherheit! Europäische, insbesondere deutsche Feuerlöscher unterliegen sicherheitstechnischen Normen und müssen im Brandfall richtig funktionieren. Die Preisunterschiede sind bei bauartgleichen Geräten gering. Firmen wie Gloria, Protex oder GEV bieten Hand-Feuerlöscher für den privaten Brandschutz je nach Größe und Bauart bereits ab 20 Euro an. Achten Sie für den privaten Gebrauch auf Füllmenge, Inhalt, Brandklasse und Einsatzort und kaufen Sie nur Feuerlöscher mit Prüfplakette. Im Versandhandel lohnt sich möglicherweise ein Preisvergleich bei der Anschaffung mehrerer Feuerlöscher von ein und demselben Hersteller.

Foto: Clipdealer

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Rubrik Familie: