Flambierte Rattenschwänze

Spezialität aus der Region Hameln

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 07.07.2017
Rezept: Spezialität Flambierte Rattenschwänze

Flambierte Rattenschwänze sind die typische Spezialität in der Rattenfängerstadt Hameln im Landkreis Hameln-Pyrmont. Dank dem legendären Sagenheld, der weltweit bekannt ist, zeigt sich die Stadt an der Weser heute frei von Ratten, weshalb sich unter der besonderen Bezeichnung auch keine echten Rattenschwänze verbergen, sondern leckere Schweinefiletspitzen, die im Restaurant Rattenfängerhaus exklusiv und flambiert serviert werden.

Der Rattenfänger von Hameln

Kaum eine deutsche Sage hat einen solch hohen weltweiten Bekanntheitsgrad erlangt, wie die vom Rattenfänger von Hameln. Der Mann im bunten Gewand soll die Stadt im 13. Jahrhundert von einer gigantischen Rattenplage befreit haben, allein durch sein Flötenspiel. Die Sagengestalt ist zum Inbegriff und Werbeträger der Stadt Hameln geworden, allerorts begegnet man den märchenhaften Sehenswürdigkeiten, welche die Legende noch heute lebendig halten, allen voran das historische Rattenfängerhaus in der Altstadt, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde.

Vom Ratgenfänger zum Restaurant

Hier befindet sich auch das Restaurant, in dem die flambierten Rattenschwänze seit über 40 Jahren etabliert sind. Erfunden hat dieses „Stadtgericht“ im Jahre 1970 der Wirt des Rattenfängerhauses Karl-Heinz-Fricke und damit auch eine kulinarische Erinnerung an die Kultfigur der Stadt geschaffen. Bei Einheimischen wie auch Touristen sind die flambierten Rattenschwänze ein echter Dauerbrenner und wer sie noch nicht probiert hat, der sollte dies unbedingt tun. Mit ca. 200 Sitzplätzen, verteilt auf zwei Etagen, ist ausreichend Platz im Restaurant geboten, Gruppenräumlichkeiten sind in Anlehnung an die Sagengestalt mit Rattenloch, Jägerzimmer oder Hameln bezeichnet.

Filetspitzen zum Genießen

Die feurigen Filetspitzen vom Schwein mit vielfältigen Gewürzen und Gemüsesorten werden den Gästen unterhaltsam und mit zahlreichen Informationen gespickt serviert. Die Zubereitung erfolgt praktisch am Tisch, der Höhepunkt ist das Flambieren.

Nach oder vor dem leckeren Mahl können sich die Gäste noch einmal so richtig sattsehen an Kunstwerken aus der privaten Sammlung der Familie Fricke, die sich in den weitläufigen Restauranträumen wie ein roter Faden aneinanderreihen. Sie alle haben einen Bezug zum Rattenfänger, so finden sich beispielsweise Landkarten, Ölgemälde, Holzschnitzereien. Integriert ist ein dezenter Souvenirverkauf.  

Und so werden die flambierten Rattenschwänze zubereitet: Das niedersächsische Originalrezept aus dem Weserbergland in all seinen filigranen Einzelheiten bleibt das Geheimnis der Frickes. Aber wer sich doch einmal an der Hamelner Spezialität versuchen will, der kann sich an dieses Rezept halten: In 50 g zerlassener Butter Zwiebelwürfel anschwitzen und mit Rotwein sowie Weißwein löschen und einreduzieren. Im Anschluss daran werden Tomatenwürfel, Maiskölbchen, Paprikastreifen, Champignons und Oliven hinzugegeben, die auf kleiner Flamme schmoren sollen. Nun einen viertel Liter Bratensauce hinzufügen, verfeinert wird mit Tabasco, Ketchup, Worcestershiresauce und Senf. Frisch gemahlenen Pfeffer und Salz einstreuen, zum krönenden Abschluss noch einen Schuss Sahne und nach Belieben etwas Portwein hinzugeben.

400 g Schweinefilet wird in mundgerechte Streifen geschnitten und in Butter gebraten. Das Flambieren der Filetspitzen erfolgt in der Pfanne mit Calvados. Allerdings sind beim Flambieren verschiedene Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, die Ungeübte unbedingt kennen sollten. Ansonsten kann dieser Schritt auch ausgespart werden. Das Abschmecken mit Salz und Pfeffer erfolgt nach dem Braten und Flambieren! Die fertigen Filetstreifen kommen dann in die Sauce und sollten einige Minuten vor dem Servieren darin verweilen. Als Beilage eignen sich Reis und frischer Salat.

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