Haus kaufen oder lieber neu bauen

Was lohnt sich mehr?

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 21.07.2020
Haus kaufen oder lieber neu bauen in Niedersachsen - Foto: Clipdealer

Raus aus der Mietwohnung und hinein ins Eigenheim? Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder kauft man ein bereits bestehendes Haus oder man gibt einen Hausbau in Auftrag. Wir zeigen, welche Vorteile Neubau und Bestandsimmobilien haben, welche Rolle der Standort spielt und wie die Immobilienpreise in Niedersachsen aussehen.

Das spricht für einen Hauskauf

Lieber Eigenheim statt Miete – laut Umfrage für den SPIEGEL wünschen sich 84 % der Deutschen ein Eigenheim. Und genau damit beginnt die Frage, ob man eine fertige Immobilie kaufen oder doch lieber ein individuelles Architektenhaus bauen lassen möchte. Bei der Entscheidungsfindung sollte man sich an Fakten halten lassen und darauf achten, welcher Haustyp man ist.

Wer keine starre Vorstellung davon hat, wie sein neues Zuhause aussehen soll, kann mit einem gekauften Haus glücklich werden. Schließlich sind kleinere Anpassungsarbeiten jederzeit möglich. Ein großer Vorteil beim Immobilienkauf kann auch die zentrale Lage sein. Während es Grundstücke vielerorts eher außerhalb zu erwerben gibt, liegen viele Bestandsimmobilien sehr zentral. Und auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle. Ist man wenig belastbar und möchte seine Wohnsituation schnell verändern, ist der Hauskauf einem Neubau vorzuziehen.

Das spricht für einen Neubau

Bei einem Neubau kann man sein neues Zuhause komplett so gestalten lassen, wie man es möchte. Vom Grundriss über die Raumaufteilung bis hin zur Strom- und Wärmeerzeugung hat man alle denkbaren Freiheiten. Allerdings sollte man sich darüber bewusst sein, dass neu bauen seine Zeit dauert und man einiges organisieren muss. So muss zum Beispiel zunächst ein passendes Grundstück gefunden werden.

Außerdem darf man die Kosten für den Hausbau nicht aus den Augen verlieren. Um sich nicht zu verkalkulieren, ist eine Kostenaufstellung für den Hausbau hilfreich. Einige Bauherren vergessen nämlich, in ihre Überlegungen die Baunebenkosten einzubeziehen. Und auch die Grundstückskosten werden nicht selten außer Acht gelassen. Dabei können diese im Schnitt rund 40 % der Hausbaukosten ausmachen. Umso sorgfältiger sollte man die Lage seines neuen Eigenheims auswählen.

Welche Bedeutung hat der Standort?

Der Standort des Eigenheims spielt eine große Rolle – nicht nur bei den Kosten. Immerhin soll sich die ganze Familie in der neuen Umgebung wohlfühlen. Dennoch darf man bei der Suche nach einem passenden Grundstück oder einer Bestandsimmobilie nicht außer Acht lassen, wie stark der Standort die Kosten beeinflussen kann. Wie der im Mai 2019 veröffentlichte Grundstücksmarktbericht für Niedersachsen zeigt, gingen die Preise für Häuser und Wohnungen in Niedersachsen durchschnittlich um 7 % nach oben.

Schaut man genauer hin, wird man feststellen, dass sich deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land zeigen können. Möchte man Immobilien als Anlagemöglichkeit nutzen, sehen die Prognosen für Wolfsburg, Osnabrück und Braunschweig ziemlich günstig aus. Hier gibt es die attraktivsten Rahmenbedingungen Norddeutschlands.

Was die Grundstückspreise in Niedersachsen anbelangt, sticht vor allem Hannover mit einem höheren Preisniveau hervor. Der Quadratmeterpreis liegt laut Statistischem Bundesamt 2018 in Hannover im Schnitt bei 355 Euro, während es in Osnabrück nur 280 Euro, in Oldenburg 265 Euro und in Braunschweig 245 Euro sind. Am günstigsten ist es in Wolfsburg mit 150 Euro pro Quadratmeter. Grundlage der Bewertung waren Grundstücksflächen zwischen 300 bis 800 Quadratmeter.

So teuer sind Immobilien in Niedersachsen

Die Preise für niedersächsische Immobilien variieren ebenfalls und sehen bei gebrauchten Reihenhäusern und Doppelhaushälften im Schnitt wie folgt aus:

  • Hannover (Stadt): 420.000 Euro
  • Oldenburg (Stadt): 319.999 Euro
  • Harburg (Landkreis): 319.000 Euro
  • Wolfsburg (Stadt): 312.000 Euro
  • Hannover (Umland): 299.500 Euro
  • Braunschweig (Stadt): 297.000 Euro
  • Lüneburg (Landkreis): 268.000 Euro

Diejenigen, die auf der Suche nach einer günstigeren Immobilie in Niedersachsen sind, könnten im Landkreis Northeim fündig werden. Gebrauchte Häuser gibt es hier bereits ab 69.500 Euro. Ebenso günstig ist es im Landkreis Holzminden mit einem Standardpreis von 73.750 Euro. Erhoben wurden die Daten im 3. Quartal 2018 bis zum 1. Quartal 2019 von der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse.

Foto: Clipdealer

Rubrik Familie: