Herstellung von Kontaktlinsen: modernste Verfahren im Blick

Kleine komfortable Sehhilfen als Brillenalternative

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 30.01.2018
Kontaktlinsen - komfortable Hilfe bei Sehschwäche

Wer den richtigen Durchblick haben möchte, jedoch auf eine Brille verzichten will oder muss, trägt Kontaktlinsen. Die kleinen Haftschalen schwimmen nahezu unsichtbar auf dem Auge und sind somit für viele Menschen in Niedersachsen ein praktischer Ersatz für die klassische Brille. Wir verraten Ihnen interessante Details rund um die Kontaktlinsen und zeigen, wie sie hergestellt werden.

Kontaktlinsen als moderne Sehhilfe

Die kleinen Sehhilfen erleichtern uns das Leben und bringen einige Vorteile mit sich: Mehr Bewegungsfreiheit, keine Sichtfeldeinschränkung, Abbildung im richtigen Größenverhältnis, Schutz vor UV-Strahlen und mehr Komfort in den verschiedensten Lebenslagen. Der Kontaktlinsenmarkt hat sich durch Forschung und Entwicklung stark verändert. Die ersten Kontaktlinsen bestanden noch aus Plexiglas, welches zwar recht stabil und preisgünstig war, jedoch keinen Sauerstoff durchließ. Kontaktlinsenträger mit empfindlichen Augen hatten mit diesen Linsen oft wenig Trage- und Haltekomfort. Juckende oder tränende Augen waren hier keine Seltenheit. Heute ist die Auswahl an Kontaktlinsen sowie deren Materialien deutlich größer und fortgeschrittener. Dadurch gibt es kaum noch Einschränkungen und jeder kann die für sich passende Linse finden.

Welche Arten von Kontaktlinsen gibt es?

Neben harten, gasdurchlässigen Linsen gibt es auch weiche Kontaktlinsen aus Hydrogel oder Silikon-Hydrogel. Diese Linsen sind nicht nur sauerstoffdurchlässig, sondern passen sich exakt der Hornhaut an und sorgen so für einen wirklich angenehmen Trage- und Haltekomfort. Die weichen Linsen können zudem mit verschiedenen Farben versehen werden und sind ein toller Hingucker auf Partys oder Events. Allerdings sind gerade farbige Varianten nur eingeschränkt alltagstauglich: Sie sollten nicht für lange Autofahrten oder dauerhaft bei Dämmerung bzw. in der Nacht getragen werden.

Sowohl harte als auch weiche Kontaktlinsen gibt es entweder als Tages-, Monats- oder Jahreslinsen. Zudem sind auch Dauerlinsen erhältlich, die über Nacht getragen werden können. Der Austausch erfolgt nach einem vorgegebenen Zeitraum (zum Beispiel eine Woche), wenn die Qualität der Linsen nachgelassen hat und ein angenehmes und sicheres Tragen nicht mehr möglich ist.

Wer sich zum Beispiel weiche Kontaktlinsen kaufen möchte, sollte darauf achten, dass er nur bei namhaften Herstellern und vertrauenswürdigen Online-Shops die passenden Linsen erwirbt. Vor dem ersten Kauf sollte außerdem unbedingt ein Augenarzt oder Augenoptiker aufgesucht werden, der die richtige Stärke und Passform ausmisst.

Wie werden Kontaktlinsen hergestellt?

Kontaktlinsen gelten als Arzneimittel - demnach müssen Hersteller sich das verwendete Material zunächst genehmigen lassen. Kontaktlinsen bestehen aus mehreren Komponenten. Zum einen aus verschiedenen Kunststoffen, zum anderen aus Wasser. Je nach Linse beträgt der Wassergehalt zwischen 40 und 80 Prozent. Zur Herstellung von Kontaktlinsen werden drei verschiedene Verfahren angewandt:

  • Formguss: Beim Formguss wird flüssiger Kunststoff in eine Form gegeben. Durch den Druck der Form und eine geeignete Temperatur wird der flüssige Kunststoff in die richtige Form einer individuellen Kontaktlinse gegossen.
  • Schleuderguss-Verfahren: Bei diesem Verfahren wird der flüssige Kunststoff in eine rotierende bzw. schleudernde Form gegeben. Durch das Schleudern verteilt sich der Kunststoff so in dieser Form, wie es vorab für die entsprechende Größe ermittelt wurde. Mittels UV-Strahlung wird der Kunststoff anschließend ausgehärtet.
  • Drehverfahren: Beim Drehverfahren werden Rohlinge an eine rotierende Halterung angebracht und anschließend mit Werkzeug bearbeitet und poliert. Dieses Verfahren ist das aufwendigste und wird hauptsächlich zur Herstellung von Sonderlinsen verwendet.

Der Grundstein wurde mit den oben genannten Herstellungsverfahren schon gelegt. Nun wird die Linse mit einem individuellen Schliff auf die benötigte Stärke gebracht. Hier kommen bestimmte Werkzeuge zum Einsatz, welche die Linsen durch Drehung bearbeiten. Ist die gewünschte Stärke hergestellt, wird ein Druckverfahren mithilfe einer Presse angewandt. Abschließend werden die Linsen poliert und sterilisiert und in einem kleinen Kunststoffwännchen mit Pflegemittel, dem sogenannten Blister, verpackt.

Wie werden Kontaktlinsen aufbewahrt?

Jede Kontaktlinse wird irgendwann einmal aus dem Auge genommen. Tageslinsen werden nach einmaligem Tragen entsorgt, alle anderen Linsen werden gereinigt und in einen entsprechenden Behälter gegeben. Der Blister eignet sich nicht zur Aufbewahrung.

Weiche Linsen sollten in dem Aufbewahrungsbehältnis ausreichend Platz haben, sodass sie bequem schwimmen können. In dem Behälter sollte zudem ausreichend Kontaktlinsenflüssigkeit schwimmen, damit die Linsen nicht austrocknen können. Auf eine gründliche Hygiene muss stets sorgfältig geachtet werden.

Foto: Clipdealer

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