Modelleisenbahnen - verspieltes Hobby

Alles rund um Spurweiten und Ausstellungen

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 10.09.2017
Hobby Modelleisenbahnen

Die Liebe zu Modelleisenbahnen ist weltweit verbreitet und weder an das Alter, noch an bestimmte Berufsgruppen gebunden. Ob Opa oder Enkeltochter, Rechtsanwalt oder Verk√§uferin, die originalgetreu nachgebauten Bahnen ziehen viele Menschen in ihren Bann. Das gilt im Harz wie an der Nordsee. Dabei sind diese Bahnen viel mehr als ein attraktives Spielzeug. Der Aufbau und die Steuerung einer Modellbahnanlage erfordern nicht nur technisches K√∂nnen, sondern auch handwerkliche Fertigkeiten und vor allem viel Kreativit√§t. Was ist dran an diesem "Spielzeug" f√ľr Gro√ü und Klein?

Modelleisenbahnen: Inhalt

Zur Geschichte der Modelleisenbahn

Die kleinen Bahnen haben eine lange Geschichte. Vor √ľber zweihundert Jahren, im Jahr 1784, konstruierte William Murdock, ein englischer Ingenieur, einen gleislosen Dampfwagen als technisches Versuchsmodell. Die Eisenbahnmodelle kamen in England schnell in Mode. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts dienten sie haupts√§chlich Werbezwecken und wurden als exklusive Geschenke, zum Beispiel f√ľr den spanischen K√∂nigshof, verwendet. Auch der Dichterf√ľrst Goethe bekam von Freunden ein Modell der Lokomotive Rocket geschenkt.

Als 1835 mit dem Adlerzug die erste deutsche Eisenbahnstrecke in Betrieb genommen wurde, gab es das Modell des Zuges zun√§chst als Ausschneidebogen, erg√§nzt mit passenden Zinnfiguren. Doch bereits f√ľnf Jahre sp√§ter entstanden auch erste Modelle aus Blech. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Modelleisenbahn schlie√ülich beweglich. 1862 bot die englische Firma Myers dampfbetriebene Lokomotiven an, sieben Jahre sp√§ter zog die deutsche Firma Carogatti in K√∂nigsberg nach. Und bereits 1882 drehte die erste elektrisch betriebene Eisenbahn ihre Runden.

Die Modelleisenbahn rollt nach Deutschland

In Deutschland kamen die ersten Modelllokomotiven mit Uhrwerkantrieb aus N√ľrnberg. Der Spielwarenhersteller Bing bot 1886 eine komplette Zuggarnitur mit Lok, Wagen und Gleisen an. Ein Jahr sp√§ter stellte die Firma Sch√∂nner, ebenfalls aus N√ľrnberg, eine dampfbetriebene Zuggarnitur vor und benutzte dazu erstmals mehrere unterschiedliche Spurweiten.

Zur Leipziger Messe 1891 pr√§sentierte die Firma M√§rklin ihre Eisenbahnmodelle, und schuf mit den Bezeichnungen 0, 1, 2 und 3 f√ľr unterschiedliche Spurweiten die Grundlage f√ľr die noch heute g√ľltigen Normen. Nach einigen Diskussionen in Zeitschriften √ľber ein einheitliches Ma√üsystem entwickelte Greenly 1901 anhand der M√§rklin-Normen eine Richtlinie f√ľr alle Hersteller. M√§rklin war auch die erste Firma, die Weichen und anderes Eisenbahnzubeh√∂r, wie Tunnel und Geb√§ude, anbot. Bald folgten das Dreischienengleis, bei dem die mittlere Schiene der Stromversorgung diente und eine Fernbedienung f√ľr die Weichen.

Die Firma Bing ergänzte 1922 die schon vorhandenen Spurweiten mit der Bing Tischbahn, einer Uhrwerkbahn, die eine Spurweite von 16,5 Millimeter hatte und demzufolge später zunächst die Bezeichnung 00 erhielt. Eine der bekanntesten historischen 00-Bahnen ist der elektrisch betriebene Trix-Express, der 1935 von der Firma Trix auf den Markt gebracht wurde. Die Lokomotiven der Trix-Serie wurden aus Zinkdruckguss gefertigt, die Waggons weiterhin aus Blech. Da die Serie eine große Resonanz verbuchte, wurde sie bald mit neuen Funktionen, wie Signale und automatische Kupplungen, ergänzt.

Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich der Trend zur Verkleinerung der Spurweite fort. Auf der Hannover-Messe wurde 1949 die erste TT-Bahn Deutschlands mit einer Spurweite von 12 Millimeter präsentiert. Den nächsten Schritt ging 1960 die Firma Arnold mit der Spur N, die eine Spurweite von 9 Millimeter hat. Zwölf Jahre später setzte Märklin mit der Spur Z die Spurweite auf 6,5 Millimeter herab.

Doch einerlei, welche Spurweite gerade im Trend liegt, f√ľr jeden Modelleisenbahner ist seine Anlage die beste. Die vielen Stunden Arbeit beim Aufbau der Bahnen, das aufwendige Suchen nach genau der Lok, die der Sammlung noch fehlt, alles hat sich gelohnt, wenn die kleinen originalgetreuen Z√ľge durch die sorgf√§ltig gebaute Landschaft rollen. Das Interesse an der Technik, den historischen Umst√§nden und die handwerklichen Fertigkeiten vereinen Modelleisenbahner aller Altersgruppen, ein wirklich generations√ľbergreifendes Hobby.

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Eine Modelleisenbahn im Bahnhof

Modelleisenbahnen: Spurweiten

Die ersten Eisenbahnmodelle waren weder exakt ma√üstabsgerecht noch lie√üen sie sich miteinander kombinieren. Doch bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die W√ľnsche von Sammlern nach einheitlichen Normen laut. Deshalb erschien im ersten ‚ÄěHandbuch der Modellbahn‚Äú von 1901 ein Normenvorschlag, dem die vom Modellbahnhersteller M√§rklin verwendeten Spurweiten zugrunde lagen.

Unter Spurweite, jeder Modelleisenbahnfreund kennt den Begriff, versteht man heute die lichte Weite zwischen den beiden Schienenstr√§ngen. Bei √§lteren Modellen, die einen dritten Strang zur Stromversorgung nutzten, bezieht sich die Spurbreite nat√ľrlich auf die beiden √§u√üeren Schienenstr√§nge. Bis ungef√§hr 1930 wurde allerdings der Abstand zwischen der jeweiligen Mitte der √§u√üeren Schienenk√∂pfe gemessen. Der Ma√üstab, mit dem Modellbahnen ihren Vorbildern nachgebaut werden, steht ebenfalls in Beziehung zur Spurweite. Dieser Verkleinerungsma√üstab wird auch als Nenngr√∂√üe bezeichnet.

Festgelegt werden diese Nenngrößen heute in den Normen Europäischer Modellbahnen, kurz NEM, in den Normen der National Model Railroad Association, kurz NMRA und in den Normen des British Railway Modeling Standards Bureau, kurz BRMSB.

Gegenwärtig sind folgende Spurweiten und Maßstäbe weit verbreitet:

  • Z ist mit 6,5 Milimeter die kleinste der Spurweiten. Die Modelle haben einen Ma√üstab von 1:220.
  • N bezeichnet eine Spurweite von 9 Millimeter und einen Ma√üstab von 1:160.
  • TT steht f√ľr Table Top und hat eine Spurweite von 12 Millimetern, der Ma√üstab betr√§gt 1:120.
  • H0 wurde fr√ľher auch als 00 bezeichnet, in England hat diese Bezeichnung immer noch G√ľltigkeit. Die Spurweite betr√§gt 16,5 Millimeter und der Ma√üstab liegt bei 1:87.
  • S ist vor allem in den USA ist mit einem Ma√üstab von 1:45 und einer Spurweite von 32 Millimetern verbreitet.
  • G hat eine Spurweite von 45 Millimeter, der Ma√üstab liegt bei 1:22.
  • 1 oder I hat ebenfalls eine Spurweite von 45 Millimetern, der Ma√üstab betr√§gt allerdings 1:32.
  • 2 oder II hat eine Spurweite von 51 Millimetern einen Ma√üstab von 1:28.
  • 3 oder III bezeichnet eine Spurweite von 72 Millimetern, der Ma√üstab ist 1:20.

Nat√ľrlich ist diese Aufz√§hlung nur ein erster √úberblick. Abweichungen von der Normalspurweite sind relativ h√§ufig. Sie werden meistens mit einem Zusatz gekennzeichnet, zum Beispiel TTm f√ľr eine TT-Bahn mit nur 9 Millimeter Spurweite.

Einige Hersteller verwendeten und verwenden auch weniger gebr√§uchliche Spurweiten und Ma√üst√§be. Ein Beispiel daf√ľr ist die Mignon-Bahn der Firma Staiger mit einer Spurweite von 10 Millimeter und einem Ma√üstab von 1:150, die 1947 auf den Markt kam. Allerdings wurde die Produktion bereits 1951 wieder eingestellt. Trotzdem bleibt die Bahn mit den abweichenden Ma√üen f√ľr Sammler interessant.
Auf der N√ľrnberger Spielwarenmesse wurde im Jahr 2008 von der Firma Eishindo aus Japan eine Bahn mit einer 3-mm-Spurweite im Ma√üstab 1:450 vorgestellt, die also noch kleiner als die ZZ-Bahnen ist.

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Modelleisenbahn aufbauen

Der Nachbau von Lokomotiven, Wagen und Zubeh√∂r steht heute nicht mehr so sehr im Vordergrund, weil zahlreiche Hersteller die fertigen Modelle passend zu allen Spurweiten anbieten, darunter auch zahlreiche historische Lokomotiven und Z√ľge. Bei dieser Vielfalt treffen viele Modelleisenbahner eine Auswahl und gestalten eine bestimmte Bahnepoche oder eine oder mehrere ausgew√§hlte Eisenbahnstrecken mit den dort verkehrenden Z√ľgen, sei es nun ein ICE oder eine Regionalbahn, einschlie√ülich der dazugeh√∂renden Landschaft.

Dieses Vorgehen erfordert eine genaue Planung der Anlage. Die Gr√∂√üe, und damit auch die Spurweite, sind nat√ľrlich vom vorhandenen Raumangebot abh√§ngig. Als kleinen Tipp kann man folgende Mindestgr√∂√üenangaben nutzen, dabei wird von einem einzelnen ovalen Gleis ausgegangen.

  • F√ľr die Spur Z reicht eine Platte von 80 Zentimeter mal 50 Zentimeter,
  • f√ľr die Spur N sollten 65 Zentimeter mal 110 Zentimeter nicht unterschritten werden.
  • Die Spur TT hat auf einer Fl√§che von 145 Zentimeter mal 90 Zentimeter Platz und
  • die Spur H0 ben√∂tigt mindestens 2,00 Meter mal 1,20 Meter.
  • F√ľr die Spur 0 braucht man 3,90 Meter mal 2,30 Meter.

Auf dieser Grundplatte werden nun die Gleise montiert. Die einfachste Form ist ein Oval, die Kurven sollten dabei nicht zu eng sein, um ein Entgleisen zu vermeiden. Wie in der realen Welt werden die Gleise leicht erh√∂ht angelegt und in Schotter eingebettet. Aber erfahrene Modelleisenbahner werden sich damit nicht zufrieden geben. Mehr oder weniger komplizierte Gleispl√§ne mit Weichen und Signalanlagen, eventuell ein Kopfbahnhof, und andere technische Raffinessen machen den Reiz der Modellanlage aus. Dazu kommt eine liebevoll gestaltete Landschaft mit Bergen, durch die nat√ľrlich auch Tunnel f√ľhren und Geb√§ude, mitunter ganze St√§dte, in denen ebenfalls ein lebhaftes Treiben herrscht. Sp√§ter k√∂nnen auch mehrere Platten modular miteinander verbunden werden oder man erweitert die Anlage, indem man dem Wandverlauf der Raumes folgt.

Die heutigen Modelleisenbahnen werden elektrisch betrieben, meist mit einer Spannung von 16 Volt bis maximal 24 Volt. Bei der Steuerung der Anlage gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie reichen von der manuellen analogen Steuerung bis zur vollautomatischen digitalen Steuerung durch einen Computer. Je komplexer die Anlage gestaltet ist, umso differenzierter muss der Steuermechanismus sein. Die größte Modellbahnanlage der Welt, das Hamburger Miniatur-Wunderland, wird beispielsweise von 40 Computern gesteuert.

Wer sich √ľber die Entwicklung von Modelleisenbahnen, Zubeh√∂r und Steuerungstechnik auf dem Laufenden halten will, sollte die Modellbahn-Messen in K√∂ln und Dortmund besuchen. Die Intermodellbau in Dortmund findet j√§hrlich im April statt, die Modellbahn-K√∂ln √∂ffnet alle zwei Jahre im November ihre Pforten.

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Alte Lok einer Modelleisenbahn

Gartenbahnen

Eine Modelleisenbahn im Freien lockt immer wieder Bewunderer an, verbinden sich hier doch Technik und Natur auf eine ganz spezielle Weise. Deshalb findet man Gartenbahnen nicht nur auf privaten Grundst√ľcken, sondern auch in vielen √∂ffentlichen Anlagen. Die Bahnen sind meistens sogar zur Personenbef√∂rderung geeignet, aber im Unterschied zu so genannten Parkeisenbahnen sitzen die Fahrg√§ste nicht in, sondern auf den Waggons. Aber nat√ľrlich gibt es auch kleinere Gartenbahnen, die nur als Modelleisenbahn durch die Anlage im Garten fahren.

Im Prinzip werden zwei Varianten unterschieden, station√§re Anlagen, die fest in eine Gartenlandschaft integriert sind und mobile Anlagen, die von Ort zu Ort transportiert werden k√∂nnen. Diese sind meist f√ľr Messen, Ausstellungen oder auch Fahrgesch√§fte gedacht. Die station√§ren Gartenbahnen verlangen von ihren Betreibern nicht nur technisches, sondern auch g√§rtnerisches Verst√§ndnis, werden hier doch niedrig oder halb hoch wachsende Stauden und Str√§ucher oder andere Pflanzen direkt in die Gestaltung der Anlage einbezogen und bilden mit den Geb√§uden, Tunneln und dem anderen Zubeh√∂r eine nat√ľrliche Landschaft.

Die Aufstellung im Freien stellt aber auch Anforderungen an das Material bei den Z√ľgen, den Schienen und dem Zubeh√∂r. Es darf selbst bei Dauerregen nicht rosten und sollte auch einige Frostgrade aushalten. Soll die Gartenbahn Personen bef√∂rdern, muss das Material zudem robust und tragf√§hig sein. Auch der Ma√üstab und die Spurweite sind bei den Gartenbahnen dem Verwendungszweck angepasst. W√§hrend bei den Modelleisenbahnen f√ľr Innenr√§ume der Trend zur st√§ndigen Verkleinerung geht, sind bei den Gartenbahnen die gebr√§uchlichsten Spurweiten 5 Zoll und 7¬ľ Zoll. Da beiden eine Normalspur mit einer Spurweite von 1435 Millimeter zum Vorbild haben, betr√§gt der Ma√üstab 1:11 bzw. 1:8. Die Spurweiten und Ma√üst√§be f√ľr Gartenbahnen sind, wie f√ľr alle Modelleisenbahnen, in den Normen f√ľr Europ√§ische Modellbahnen, kurz NEM, festgelegt.

Auch beim Antrieb gibt es bei Gartenbahnen einige Besonderheiten. Lokomotivmodelle, die einen echten Dampfantrieb besitzen, sind hier h√§ufiger anzutreffen als bei den herk√∂mmlichen Modellbahnen. Es gibt auch Lokomotiven mit Verbrennungsmotoren, am h√§ufigsten sind aber elektrisch angetriebene Lokomotiven anzutreffen. Allerdings d√ľrfen Gartenbahnen, bei denen Personen mitfahren, aus Sicherheitsgr√ľnden weder √ľber das Gleis noch √ľber eine Oberleitung mit Strom versorgt werden. Deshalb kommen Akkumulatoren zum Einsatz.

Eine der bekanntesten Gartenbahnen ist die Lehmann-Gross-Bahn der Firma Ernst Paul Lehmann Patentwerk OHG. Die LGB-Gartenbahnen verwenden die Nenngr√∂√üe IIm, also eine Spurweite von 45 Millimetern, die sp√§ter von der Firma als G bezeichnet wurde. Der bekannte Gartenbahn-Hersteller wurde nach seiner Insolvenz im Jahr 2007 von M√§rklin √ľbernommen, die Gartenbahnen werden aber immer noch unter dem Markenzeichen LGB hergestellt, unter anderem die legend√§re Dampflokomotive Stainz der Stainzerbahn, die sich auch im Markenzeichen befindet.

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Ausstellungen f√ľr Modelleisenbahnen

Modelleisenbahn-Ausstellungen sind nicht nur f√ľr Modelleisenbahner interessant, die Anregungen f√ľr das eigene Hobby oder den Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten suchen. Auch ganze Familien werden von den Anlagen begeistert sein, weil es bei der gebotenen Vielfalt bei jedem Besuch etwas Neues zu entdecken gibt.

Die gr√∂√üte digital gesteuerte Modelleisenbahnanlage der Welt befindet sich in der alten Speicherstadt in Hamburg. Mit dem Bau des Miniatur-Wunderlandes wurde im Jahr 2000 begonnen und seitdem w√§chst es st√§ndig weiter. Zurzeit sind √ľber 12 Kilometer Gleise verlegt, auf denen circa 830 Z√ľge verkehren, der l√§ngste von ihnen ist 14,51 Meter lang. 200.000 Figuren, 5.500 Fahrzeuge, 3.500 H√§user und Br√ľcken im Ma√üstab 1:87 bereichern die Modelllandschaft, die sich in sieben Abschnitte gliedert. Der Harz, die Stadt Knuffingen und √Ėsterreich waren die ersten Abschnitte, die fertiggestellt wurden. Es folgten Hamburg, Amerika, Skandinavien und die Schweiz. Zu den besonderen Attraktionen geh√∂ren die Eins√§tze der Feuerwehr, die in Knuffingen im 15-Minuten-Takt brennende H√§user l√∂scht, w√§hrend die aufmerksamen Knuffinger Polizeibeamten zu schnelle LKWs stoppen, in Skandinavien wechseln alle sechs Minuten Ebbe und Flut und rund 25 Schiffe schippern auf der mit 33.000 Litern echtem Wasser gef√ľllten Nordostsee, in der Schweiz f√§hrt selbstverst√§ndlich der Glacier-Express und das Matterhorn ist ebenfalls zu bewundern.

Auch die Loxx Miniatur Welten in Berlin und die Mowi-World in Wiehe in Th√ľringen geh√∂ren zu den gro√üen und bekannten Modelleisenbahn-Ausstellungen in Deutschland. W√§hrend man in den Loxx Miniaturwelten auch einige bekannte Berliner Bauten im Ma√üstab 1:87 wiederfindet, wird in Wiehe unter anderem die neue ICE-Strecke W√ľrzburg-Hamburg mit der Spur TT, also im Ma√üstab 1:120 dargestellt. In Merklingen bei Stuttgart befindet sich die Modellbahnshow Merklingen und in Gelsenkirchen lockt der Deutschlandexpress Besucher an.

Modellbahn-Ausstellungen in Niedersachsen

In Niedersachsen sind vier √∂ffentlich zug√§ngliche Modelleisenbahn-Ausstellungen bekannt. Darunter ist die Dr.-Cornelius-Modellbahnverein in Gro√üenmeer die wahrscheinlich √§lteste private Modelleisenbahn √ľberhaupt. Inzwischen wird die verspielte Schienenlandschaft von einem Verein betreut. Eine weitere wirklich sehenswerte Ausstellung ist das faszinierende Leeraner Miniaturland. Das Harzer Modellbahnzentrum ist dagegen leider nicht mehr ge√∂ffnet. Andere M√∂glichkeiten sind dann Eisenbahnen in Gro√ü. Unter anderem gibt es das Hannoversche Stra√üenbahn-Museum in Sehnde das sehr spannende Einblicke in die echten Schienen Fahrzeuge gibt. Nicht zuletzt sind Fahrten mit der Museums-Eisenbahn Bruchhausen-Vilsen m√∂glich.

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Spielzeugeisenbahnen

Lokomotiven und Waggons faszinieren seit Jahrzehnten bereits sehr kleine Kinder. Kaum sind sie dem Krabbelalter entwachsen, werden Bausteine und Pl√ľschtiere verladen und per Bahn durchs Zimmer transportiert. Daraus resultieren auch die wichtigsten Anforderungen an Spielzeugeisenbahnen. Sie m√ľssen aus robustem Material bestehen, sollten sich einfach auf- und abbauen lassen und d√ľrfen keine Verletzungsgefahr f√ľr die Kleinen darstellen. Um das alles zu gew√§hrleisten, wird bei Spielzeugeisenbahnen meist auf einen detailgetreuen Nachbau des Originals verzichtet, hier liegt auch der wesentliche Unterschied zu den Modelleisenbahnen. Der √úbergang ist nat√ľrlich flie√üend, √§ltere Kinder werden eine Modelleisenbahnanlage durchaus als technisches Spielzeug betrachten.

Bei den Spielzeugeisenbahnen wird zun√§chst zwischen Holzeisenbahnen und Blecheisenbahnen unterschieden. F√ľr die allerkleinsten Lokf√ľhrer eignen sich Holzeisenbahnen ohne Schienen als reines Schiebespielzeug, sp√§ter kommen Schienen zum Zusammenstecken hinzu. F√ľhrend bei den Holzeisenbahnen ist der schwedische Hersteller BRIO, dessen Ma√üe zu einem Pseudo-Standard geworden sind. Viele kleinere Hersteller kennzeichnen ihre Produkte mit den entsprechenden Hinweisen, wie ‚Äěpassend zu BRIO‚Äú. So kann √ľber einige Jahre die geliebte Holzeisenbahn mit neuen Schienen und Weichen, Geb√§uden, Stra√üenfahrzeugen und sogar mit Lokomotiven mit Batterie- oder Akkuantrieb erg√§nzt werden. Ebenfalls von BRIO stammen die beliebten Jim Knopf-Modelle, die sich am Kinderbuch von Michael Ende und der darauf aufbauenden Zeichentrickserie orientieren.

Blecheisenbahnen waren vor allem bis in die zweite H√§lfte des vorigen Jahrhunderts sehr beliebt. Zu den bekanntesten Herstellern geh√∂rte die N√ľrnberger Firma Bing, sp√§ter gr√ľndete der Bing-Mitarbeiter Johann Biller eine eigene Firma. Die Biller-Bahn mit Uhrwerkantrieb wurde produziert, bis die Firma 1977 in Konkurs ging.

Auch die d√§nische Lego-Gruppe, die durch verschiedene Spielwelten, die sich aus Kunststoff-Bausteinen zusammensetzen lassen, weltbekannt wurde, hat eine Spielzeugeisenbahn im Programm. Die Lego-Bahn wurde von Anfang an als elektrisch betriebene Bahn konzipiert. Beibehalten wurde das Prinzip des Zusammenbauens aus vielen Einzelteilen, zum gro√üen Teil mit den typischen Lego-Steinen. Lego bietet verschiedene Startersets, aber Schienen, Akkus, Motoren, Transformatoren und Infrarot-Fernsteuerungen sind auch als Einzelteile im Handel. Die Lego-Bahn l√§sst sich mit den Figuren, Fahrzeugen und Geb√§uden aus der Lego-Themenwelt CITY erg√§nzen. Da der Zusammenbau der Lego-Bahn doch technische Kenntnisse voraussetzt, gibt die Firma das Spielalter mit 6 bis 12 Jahren an. F√ľr kleinere Kinder im Vorschulalter gibt es, ebenfalls von Lego, die batteriebetriebene Duplo-Bahn. Auch diese Bahn ist zum Zusammenbauen gedacht, allerdings ist die Konstruktion wesentlich einfacher. Erh√§ltlich sind ebenfalls Startersets und Einzelteile. Leider passen die Schienen und Fahrzeuge der Duplo-Bahn nicht zu denen der Lego-Bahn, obwohl beide aus der gleichen Firma kommen. Der Vollst√§ndigkeit halber sei noch die Duplo-Spielwelt ‚ÄěThomas & seine Freunde‚Äú erw√§hnt, in deren Mittelpunkt die Lokomotive Thomas steht.

Auch andere Spielzeughersteller haben verschiedene Spielzeugeisenbahnen im Angebot, vom einfachen Schiebezug aus Holz oder Kunststoff bis zur Modelleisenbahn f√ľr Kinder. F√ľr jedes Kind l√§sst sich so die passende Eisenbahn finden und oft wird aus der spielerischen Besch√§ftigung sp√§ter ein Modellbahn-Hobby f√ľr das ganze Leben.

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Fotos: Michael Weber

Rubrik Familie: