Notbremsassistenten können Leben retten

Fahrerhilfen für mehr Verkehrssicherheit

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 19.08.2010
Unfälle vermeiden mit einem Notbremsassistent

Ende letzten Jahres war Stichtag. Seit dem 24. November 2009 schreibt die EU bei neu zugelassenen Pkw und sogenannten leichten Nutzfahrzeugen ein serienmäßiges Bremsassistenzsystem vor. Damit sollen vor allem Fußgänger im Straßenverkehr besser geschützt werden. Denn Zahlen der GIDAS-Unfalldatenbank belegen, dass jeder dritte Autofahrer bei einem Unfall mit Fußgängern gar nicht bremst und jeder zweite nicht die ganze mögliche Bremsleistung nutzt.

Notbremsassistent - so funktioniert er

Die Bremsassistenten unterstützen das plötzliche Bremsen des Fahrers, indem sei durch das ruckartige und starke Treten des Bremspedals auf eine Notfallsituation schließen. Der Bremsdruck wird dabei automatisch größtmöglich erhöht, der Bremsweg wird erheblich verkürzt. Nach Schätzungen der Europäischen Union könnten mit Bremsassistenten jährlich in ganz Europa über 1.000 tödliche Unfälle mit Fußgängern vermieden werden. Das rettet aber nicht nur Leben, sondern kann auch zum Beispiel Auffahrunfälle milder ausfallen lassen.

Automatische Notbremsung bei Gefahr

Bremsassistenten können aber noch mehr. Der hannoversche Automobilzulieferer Continental hat einen Notbremsassistenten entwickelt, der unmittelbar vor einer Kollision eine automatische Notbremsung einleitet, wenn der Fahrer keine Reaktion zeigt. Ermöglicht wird diese Notbremsung durch intelligente Sensoren, die Hindernisse erkennen und das Fahrzeug nach einer Warnung zu stoppen versuchen. Dr. Ralf Cramer, Mitglied des Vorstands der Continental AG und Leiter der Abteilung für Wagensicherheit hob heute in Hannover hervor: „Fahrerassistenzsysteme gelten als Schlüsseltechnologie, wenn es darum geht, die Fahrsicherheit zu erhöhen. Continental möchte allen Menschen sichere und intelligente Mobilität in allen Fahrzeugen ermöglichen. Sicherheit ist nicht verhandelbar, es geht hier um Menschenleben.“

Leben retten durch Vermeidung von Unfällen

Nach Angaben der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist es möglich, durch Notbremssysteme wie die des hannoverschen Börsenunternehmens rund 40 Prozent der Unfälle mit Personenschaden zu verhindern. Siegfried Brockmann, Leiter der UDV führte dazu aus: „Notbremsassistenten sind nach der elektronischen Stabilitätskontrolle ESC die Assistenzsysteme mit dem größten Potenzial. Auch ohne Fußgängererkennung vermeiden sie – wenn jedes Fahrzeug damit ausgerüstet wäre – nach unseren Berechnungen zwei Prozent aller Getöteten, acht Prozent aller Schwerverletzten und 31 Prozent aller Leichtverletzten. Dieses Potenzial wird mit verlässlicher Erkennung von Fußgängern und stehenden Fahrzeugen noch deutlich größer.“

Ebenfalls mehr Sicherheit bietet die Blind-Spot-Detection

Auch andere Hilfssysteme können dazu beitragen, Verkehrsunfälle zu vermeiden. So bietet Continental beispielsweise noch das Abbiegelicht und das sogenannte Blind-Spot-Detection-System als Fahrassistenz an. Mit dem Abbiegelicht wird beim Abbiegen der Bereich schräg vor dem Auto ausgeleuchtet, um Hindernisse und vor allem Fußgänger besser erkennen zu können. Das System des Blind-Spot-Detection überwacht den toten Winkel im Rückspiegel. Auf diese Weise werden Zweiradfahrer und Autos in diesem Bereich erkannt und der Fahrer vor einem Ausscheren gewarnt.

Foto: Clipdealer

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