Mega-Hype: Pokémon Go

Ein Spiel der erweiterten Realität

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 04.08.2016
Pikachu - der Star der Pokemons

Die App Pok√©mon Go ist das Trendspiel im Jahr 2016. Nach Sch√§tzungen haben es bislang rund 100 Millionen Smartphone-Nutzer heruntergeladen. Weltweit und damit auch in ganz Niedersachsen sind Spieler unterwegs, um die s√ľ√üen kleinen Monster wie Pikachu zu fangen. Pok√©mon Go ist ein Trend, der die Massen in diesem Sommer infiziert hat. Und die Zahl der sich begeistert bekennenden Anh√§nger w√§chst stetig weiter.

Was ist Pokémon GO?

Bei Pok√©mon Go handelt es sich um ein Spiel, in der sich die Realit√§t mit der virtualisierten Welt vermischt. Man spricht von Augmented Reality Game. Das hei√üt: Das Spiel projiziert die echte Umgebung auf das Smartphone-Display und f√ľgt darauf virtuelle Bestandteile ein. Zu den wichtigsten Utensilien, um mitspielen zu k√∂nnen, geh√∂ren entsprechend das Smartphone bzw. Tablet. Die ben√∂tigte App wurde f√ľr iOS und Android entwickelt.

Wie wird Pokémon Go gespielt?

Eines der Ziele ist es, die Pok√©mons zu fangen, trainieren und weiterzuentwickeln. Bei Pok√©mon Go handelt es sich um ein positionsbezogen Spiel im Freien. Mithilfe von GPS und Mobilfunkortung werden die Standorte der Spieler gesammelt. Die gesammelten Daten dienen dazu, die Position auf den virtuellen Landkarten, die meist auf Google Maps basieren, zu bestimmen. Beliebte Austragungsorte sind Sehensw√ľrdigkeiten und Wahrzeichen. Aber auch andere markante Objekte und Pl√§tze werden gerne angestrebt.

Doch bevor das realit√§tsbezogene Spiel gestartet werden kann, erfolgt die Registrierung und die Erstellung eines eigenen Avatars. Dieser kann mit lebensechten Details best√ľckt werden. Haarfarbe und -l√§nge, Augenfarbe und noch einiges mehr. Ist dieser Schritt abgeschlossen, wird der Avatar abh√§ngig des Standortes auf der Landkarte platziert. Die Bewegung des Avatars ist mit den Bewegungen aus der realen Welt verbunden. Bewegt sich die Person nach rechts, bewegt sich auch der Avatar ebenfalls nach rechts.

Die Grafik st√ľtzt sich auf die reale Umgebung. In der n√§heren Umgebung werden Arenen und Pok√©stops angezeigt. Arenen sind Sonderziele, die als Austragungsort f√ľr K√§mpfe dienen. Pok√©stops wiederum sind Orte an denen Spielgegenst√§nde wie Eier, Pok√©b√§lle und Heiltr√§nke erh√§ltlich sind.

Um Pikachu und Co. einfangen zu k√∂nnen, m√ľssen diese nicht wie in der 1996 gleichnamigen Serie und in dem Sammelkartenspiel erst im Kampf geschw√§cht werden. Es reicht aus, virtuelle B√§lle, sogenannte Pok√©b√§lle, durch das Wischen des Touchscreens in der N√§he abzuwerfen. Hierf√ľr gibt es ein Belohnungssystem. F√ľr das Einfangen von Pok√©mons sind Bonbons und Sternenstaub erh√§ltlich. Diese werden ben√∂tigt, um in ein h√∂heres Level steigen zu k√∂nnen. Hinzu kommen Erfahrungspunkte (EP). Diese lassen sich f√ľr Handlungen und Aktionen sammeln. Diese Punkte wirken sich auf den Rang des Avatars aus. Denn je mehr Punkte der Spieler sammelt, desto h√∂her steigt sein Rang. Mit dem h√∂heren Rang stehen wiederum mehr Funktionen zur Verf√ľgung.

Ab Level 5 wird gekämpft

Eine Besonderheit tritt ab Level 5 ein. Ab hier kann der Spieler an K√§mpfen teilnehmen. F√ľr K√§mpfe sind Wettkampfpunkte (WP), die die Individuelle St√§rke des Pok√©mons anzeigen, und die Kraftst√§rke (KP), die f√ľr Energie steht entscheidend. Ist die Energie bei 0 angelangt, kann diese durch Beleber oder Trank aufgefrischt werden. Daneben besteht zus√§tzlich die M√∂glichkeit, sich in eines von drei Teams zu integrieren. Diese Teams agieren im Spiel √ľbergreifend. Dazu geh√∂rt das Team Gelb ‚ÄěIntuition‚Äú, Rot ‚ÄěWagemut‚Äú und das Team Blau ‚ÄěWeisheit‚Äú.

Pok√©mons sind abh√§ngig ihres Naturells in den Regionen verteilt. Wasserpok√©mons sind bevorzugt an Seen und Gew√§ssern auffindbar. Monster wie Bisasam und Raupy sind in erster Linie auf Wiesen zu finden. Daher laufen die Spieler sehr viel, was sogar Krankenkassen zu positiven Statements zum Spiel veranlasst hat. Speziell j√ľngere Spieler bewegen sich und kommen an die frische Luft.

Kosten von Pokémon GO

Grunds√§tzlich ist Pok√©mon GO kostenlos, denn das Spiel finanziert sich durch vorhandene In-App-K√§ufe. Die erhaltenen Pok√©m√ľnzen gelten als virtuelle W√§hrung, die es erm√∂glichen, sie gegen Premium-Gegenst√§nde einzutauschen. Hier liegt aber auch ein Risiko. Denn die In-App-K√§ufe belasten insbesondere bei Kindern das Taschengeld. Kleckerbetr√§ge summieren sich schnell zu erheblichen Summen, die kaum zu √ľberblicken sind. Der Spielrausch wird teuer.

Kritik der Datensch√ľtzer

Die Entwicklerfirma Ninatics steht allerdings noch wegen anderen Punkten in der Kritik. Denn die Nutzungsbedingungen verstoßen nach aktuellem Stand gegen deutsches und in Teilen auch europäisches Recht. Daher haben die Verbraucherzentralen den Entwickler vor Kurzem abgemahnt. Besonders kritisch: Über die GPS-Daten können vom Entwickler Bewegungsprofile erschaffen werden. Das gleicht einer Überwachung.

Pokémon GO - Suchtfaktor inklusive

Das h√§lt jedoch die Millionen von Spieler nicht davon ab, weiterhin stundenlang auf Monsterjagd zu gehen. Pok√©mon Go ist ein Spiel, das f√ľr ein unterhaltsames Zeitvertreiben geeignet ist. Der Spa√ü- und Suchtfaktor ist garantiert und l√§sst dar√ľber hinwegsehen, dass das Spiel teilweise noch in den Kinderschuhen steckt.

Eins steht aber auch fest: Nintendo als Markeninhaber und Ninatics als Entwickler haben hier eine Goldgrube in der Hand, die Apps nachhaltig ver√§ndern wird. Denn schon jetzt lockt die App die Spieler in Restaurants des Kooperationspartners McDonalds. Weitere Werbepartner werden ebenfalls in das Spiel eingebaut. Das ver√§ndert die gesamte Werbelandschaft f√ľr mobile Programme.

Die Spieler freuen sich dennoch und fangen die kleinen Monster weiter. Der erste Spieler, der alle in Deutschland verf√ľgbaren Monster gefangen hat, kommt √ľbrigens aus der Landeshauptstadt Hannover. Laut Angaben der hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat er dazu 13 Tage lang gebraucht, an denen er jeweils 18 Stunden gespielt hat.

Foto: Clipdealer

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