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Mega-Hype: Pokémon Go

Ein Spiel der erweiterten Realität

Die App Pokémon Go ist das Trendspiel im Jahr 2016. Nach Schätzungen haben es bislang rund 100 Millionen Smartphone-Nutzer heruntergeladen. Weltweit und damit auch in ganz Niedersachsen sind Spieler unterwegs, um die süßen kleinen Monster wie Pikachu zu fangen. Pokémon Go ist ein Trend, der die Massen in diesem Sommer infiziert hat. Und die Zahl der sich begeistert bekennenden Anhänger wächst stetig weiter.

Was ist Pokémon GO?

Bei Pokémon Go handelt es sich um ein Spiel, in der sich die Realität mit der virtualisierten Welt vermischt. Man spricht von Augmented Reality Game. Das heißt: Das Spiel projiziert die echte Umgebung auf das Smartphone-Display und fügt darauf virtuelle Bestandteile ein. Zu den wichtigsten Utensilien, um mitspielen zu können, gehören entsprechend das Smartphone bzw. Tablet. Die benötigte App wurde für iOS und Android entwickelt.

Wie wird Pokémon Go gespielt?

Eines der Ziele ist es, die Pokémons zu fangen, trainieren und weiterzuentwickeln. Bei Pokémon Go handelt es sich um ein positionsbezogen Spiel im Freien. Mithilfe von GPS und Mobilfunkortung werden die Standorte der Spieler gesammelt. Die gesammelten Daten dienen dazu, die Position auf den virtuellen Landkarten, die meist auf Google Maps basieren, zu bestimmen. Beliebte Austragungsorte sind Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen. Aber auch andere markante Objekte und Plätze werden gerne angestrebt.

Doch bevor das realitätsbezogene Spiel gestartet werden kann, erfolgt die Registrierung und die Erstellung eines eigenen Avatars. Dieser kann mit lebensechten Details bestückt werden. Haarfarbe und -länge, Augenfarbe und noch einiges mehr. Ist dieser Schritt abgeschlossen, wird der Avatar abhängig des Standortes auf der Landkarte platziert. Die Bewegung des Avatars ist mit den Bewegungen aus der realen Welt verbunden. Bewegt sich die Person nach rechts, bewegt sich auch der Avatar ebenfalls nach rechts.

Die Grafik stützt sich auf die reale Umgebung. In der näheren Umgebung werden Arenen und Pokéstops angezeigt. Arenen sind Sonderziele, die als Austragungsort für Kämpfe dienen. Pokéstops wiederum sind Orte an denen Spielgegenstände wie Eier, Pokébälle und Heiltränke erhältlich sind.

Um Pikachu und Co. einfangen zu können, müssen diese nicht wie in der 1996 gleichnamigen Serie und in dem Sammelkartenspiel erst im Kampf geschwächt werden. Es reicht aus, virtuelle Bälle, sogenannte Pokébälle, durch das Wischen des Touchscreens in der Nähe abzuwerfen. Hierfür gibt es ein Belohnungssystem. Für das Einfangen von Pokémons sind Bonbons und Sternenstaub erhältlich. Diese werden benötigt, um in ein höheres Level steigen zu können. Hinzu kommen Erfahrungspunkte (EP). Diese lassen sich für Handlungen und Aktionen sammeln. Diese Punkte wirken sich auf den Rang des Avatars aus. Denn je mehr Punkte der Spieler sammelt, desto höher steigt sein Rang. Mit dem höheren Rang stehen wiederum mehr Funktionen zur Verfügung.

Ab Level 5 wird gekämpft

Eine Besonderheit tritt ab Level 5 ein. Ab hier kann der Spieler an Kämpfen teilnehmen. Für Kämpfe sind Wettkampfpunkte (WP), die die Individuelle Stärke des Pokémons anzeigen, und die Kraftstärke (KP), die für Energie steht entscheidend. Ist die Energie bei 0 angelangt, kann diese durch Beleber oder Trank aufgefrischt werden. Daneben besteht zusätzlich die Möglichkeit, sich in eines von drei Teams zu integrieren. Diese Teams agieren im Spiel übergreifend. Dazu gehört das Team Gelb „Intuition“, Rot „Wagemut“ und das Team Blau „Weisheit“.

Pokémons sind abhängig ihres Naturells in den Regionen verteilt. Wasserpokémons sind bevorzugt an Seen und Gewässern auffindbar. Monster wie Bisasam und Raupy sind in erster Linie auf Wiesen zu finden. Daher laufen die Spieler sehr viel, was sogar Krankenkassen zu positiven Statements zum Spiel veranlasst hat. Speziell jüngere Spieler bewegen sich und kommen an die frische Luft.

Kosten von Pokémon GO

Grundsätzlich ist Pokémon GO kostenlos, denn das Spiel finanziert sich durch vorhandene In-App-Käufe. Die erhaltenen Pokémünzen gelten als virtuelle Währung, die es ermöglichen, sie gegen Premium-Gegenstände einzutauschen. Hier liegt aber auch ein Risiko. Denn die In-App-Käufe belasten insbesondere bei Kindern das Taschengeld. Kleckerbeträge summieren sich schnell zu erheblichen Summen, die kaum zu überblicken sind. Der Spielrausch wird teuer.

Kritik der Datenschützer

Die Entwicklerfirma Ninatics steht allerdings noch wegen anderen Punkten in der Kritik. Denn die Nutzungsbedingungen verstoßen nach aktuellem Stand gegen deutsches und in Teilen auch europäisches Recht. Daher haben die Verbraucherzentralen den Entwickler vor Kurzem abgemahnt. Besonders kritisch: Über die GPS-Daten können vom Entwickler Bewegungsprofile erschaffen werden. Das gleicht einer Überwachung.

Pokémon GO – Suchtfaktor inklusive

Das hält jedoch die Millionen von Spieler nicht davon ab, weiterhin stundenlang auf Monsterjagd zu gehen. Pokémon Go ist ein Spiel, das für ein unterhaltsames Zeitvertreiben geeignet ist. Der Spaß- und Suchtfaktor ist garantiert und lässt darüber hinwegsehen, dass das Spiel teilweise noch in den Kinderschuhen steckt.

Eins steht aber auch fest: Nintendo als Markeninhaber und Ninatics als Entwickler haben hier eine Goldgrube in der Hand, die Apps nachhaltig verändern wird. Denn schon jetzt lockt die App die Spieler in Restaurants des Kooperationspartners McDonalds. Weitere Werbepartner werden ebenfalls in das Spiel eingebaut. Das verändert die gesamte Werbelandschaft für mobile Programme.

Die Spieler freuen sich dennoch und fangen die kleinen Monster weiter. Der erste Spieler, der alle in Deutschland verfügbaren Monster gefangen hat, kommt übrigens aus der Landeshauptstadt Hannover. Laut Angaben der hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat er dazu 13 Tage lang gebraucht, an denen er jeweils 18 Stunden gespielt hat.

Foto: Clipdealer

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