Public Viewing zur Fußball-WM

Hier sind die Spiele zu sehen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 15.06.2010
Public Viewing in Niedersachsen zur Fußball-WM 2010

Spätestens seit der Fußball-WM 2006 ist Public Viewing in aller Munde, wenn es darum geht, gemeinsam Großereignisse zu sehen. Gemeint ist die öffentliche Übertragung von Ereignissen wie Fußballspielen oder auch dem Eurovision Songcontest auf Großbildschirmen oder Leinwänden. Das Prinzip ist einfach wie genial: Jemand stellt die Möglichkeit für mehrere Hundert oder Tausend Menschen bereit, an einem Ereignis via Bildschirm teilzuhaben. Das kommt in Niedersachsen sehr gut an!

Public Viewing: Rudelgucken in Niedersachsen

Das war nicht nur bei der FIFA Fußballweltmeisterschaft in Deutschland so, sondern auch bei der Europameisterschaft 2008 und bei Lenas Sieg beim Eurovision Songcontest in Oslo. Und bei der Fußballweltmeisterschaft 2010 ist es wieder so. Im ganzen Land werden in vielen Städten Leinwände aufgebaut, damit Fans die Spiele hautnah miterleben können. Das ist fast so gut, als wenn man selbst im Stadion dabei ist. Das Erlebnis des gemeinschaftlichen Zuschauens ist einfach top!

Vorsicht beim Begriff Public Viewing

Dabei ist Public Viewing eigentlich ein unpassendes Wort für das, was manche liebevoll, manche hämisch „Rudelgucken“ nennen. Denn Public Viewing wird im englischen Sprachgebrauch, vor allem in Nordamerika für das öffentliche Aufbahren von Toten benutzt. Mit dem Tod hat das gemeinschaftliche Erlebnis bei Großereignissen aber gar nichts zu tun. Denn hier wird nicht getrauert, bei Public Viewing wird gefeiert!

Public Viewing beim Sommermärchen 2006

Das Sommermärchen der Fußballweltmeisterschaft 2006 wäre vermutlich keins gewesen, wenn nicht jedes Spiel der deutschen Mannschaft auf Großleinwänden übertragen worden wäre. Das gemeinsame Zusehen, das gemeinsame Mitfiebern, das gemeinsame Bangen, Hoffen, Ärgern und vor allem das gemeinsame Jubeln schafft eine unverwechselbare Atmosphäre und ein Gruppengefühl, wie es sonst nur im Stadion oder in der Konzerthalle möglich ist. Das ging sogar soweit, dass die als Miesepeter verschrienen Deutschen plötzlich eine neue Identität zugesprochen wurde. Die Stimmung ist bei Public Viewing meist gut, der Ausschank von Alkohol und das Angebot von Snacks schafft zusätzliche Volksfestatmosphäre, sodass selbst bei einer Niederlage des Lieblingsteams die gemeinsame Trauer durch Public Viewing leichter zu ertragen ist und weiter gefeiert wird.

Bricht der Jubel beim Public Viewing aber los, weil die eigene Mannschaft gesiegt hat oder weil ein Star überzeugend aufgetreten ist, dann kennt die zuschauende Menge Gleichgesinnter keine Grenzen mehr. Eine enthusiastische Welle durchflutet den Veranstaltungsort und mündet im ausgelassenen Feiern.

Public Viewing in Niedersachsen

In ganz Niedersachsen wird während der Fußballweltmeisterschaft 2010 an vielen Orten Public Viewing angeboten. Das sind teilweise kleine Kneipen, die einen großen Plasmabildschirm zur Verfügung stellen, teilweise sind es große Plätze mit riesigen Leinwänden, an manchen Orten sogar Stadien. Entsprechend sind die Kapazitäten sehr unterschiedlich. Im kleinen Kreis von vielleicht 20 Leuten kommt schon langsam das Gefühl von Public Viewing auf, die tolle Atmosphäre stellt sich aber erst bei größeren und gut besuchten Veranstaltungsplätzen ein. Es kommt aber ebenso auf das Umfeld an und ob es in der Nähe überhaupt Alternativen gibt, um das Gemeinschaftsgefühl von Public Viewing erleben zu können.

Veranstaltungsorte zur WM 2010

Unter anderem wird Public Viewing zur Fußballweltmeisterschaft 2010 an folgenden Orten in Niedersachsen angeboten (Auswahl):

  • Bramsche: Dorfgemeinschaftsanlage Achmer
  • Braunschweig: Wiederaufbau-Arena vor der Martinikirche
  • Buxtehude: Kulturzentrum am Hafen
  • Celle: Französischer Garten, am Schloss
  • Cloppenburg: Münsterlandhalle
  • Göttingen: WM-Village in der Lokhalle
  • Hannover: Parkbühne, Waterloo Biergarten, Uni-Biergarten, Lister Turm, Roof Garden. Zum WM-Halbfinale ist ggf. geplant, das Stadion zu öffnen. Weiterhin gibt es viele kleinere Veranstaltungsorte mit Angeboten zum Public Viewing.
  • Helmstedt: Hof des Juleums
  • Hildesheim: Schützenplatz, Kapazität bis zu 9.000 Leute.
  • Lüneburg: VAMOS! Kulturhalle
  • Meppen: Schülerwiese
  • Nordhorn: Veranstaltungszentrum Neumarkt
  • Oldenburg: Ein großes Gelände am Weser-Ems-Veranstaltungszentrum lädt zum Public Viewing mit ca. 20.000 Stehplätzen.
  • Peine: Im Stadtpark mit einer Kapazität für rund 5.000 Leute.
  • Osnabrück: Anyway
  • Seelze: Bürgerpark (rund 5.000 Plätze)
  • Wolfenbüttel: Stadtbad Okerkaue

Bitte beachten: Zum Teil ist Eintritt zu entrichten, zum Teil werden nur ausgewählte Spiele gezeigt. Einige der Plätze sind nicht öffentlich, sondern gehören zu gastronomischen Angeboten. Zusätzlich zu den hier genannten Orten für Public Viewing gibt es eine Vielzahl kleinerer sowie weiterer mittlerer und größerer Angebote für Public Viewing.

Public Viewing mit Fanartikeln

Wer feiern will, benötigt eine entsprechende Ausrüstung. Das sollte ein Fan dabei haben: Den Wunsch nach guter Laune, alles andere kommt von selbst. Aber es geht noch besser. Um das Ereignis Public Viewing zum Erlebnis zu machen, gehören noch passende Accessoires und Fan-Artikel wie ein Nationaltrikot, Schal, Kappe, vielleicht eine Flagge und vor allem Schminke über das ganze Gesicht oder für eine kleine Flagge auf die Wangen dazu. Eine Tröte schadet nicht, nur auf eine Vuvuzela sollte verzichtet werden, denn der Geräuschpegel ist gesundheitsschädlich und an vielen Orten sind diese Instrumente deshalb bereits verboten. Wer mag, kann sich beim Public Viewing dem Angebot von Getränken und kleinen Snacks hingeben. Für die Stimmung ist es jedenfalls nicht schädlich. Und spätestens ab Anstoß wird mitgefiebert und gefeiert. Vielleicht bis spät in die Nacht. Dabei liegen sich sogar Fremde in den Armen und die eine oder andere Freundschaft oder Liebe soll so schon entstanden sein.

Foto: Clipdealer

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