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Ratgeber: Ferienunterkünfte vermieten

Tipps für Vermieter

Das Bundesland Niedersachsen zählt zu den beliebtesten Reisezielen innerhalb Deutschlands. Ferienregionen wie die Ostfriesischen Inseln, die Badeorte an der Nordsee-Küste sowie die im Harz gelegenen Wintersportgebiete ziehen das ganze Jahr über Besucher aus dem In- und Ausland an. Obwohl die Regionen über eine vielfältige Hotellerie verfügen, bevorzugen viele Feriengäste die Unabhängigkeit und Flexibilität in privaten Ferienhäusern und Ferienwohnungen. Beim Urlaub in einem Privatdomizil müssen jedoch sowohl Vermieter und Gäste einiges beachten. Für Vermieter bieten diese Unterkünfte sogar interessante Einnahmemöglichkeiten.

Nur mit Vertrag – die Vermietung von Ferienimmobilien

In Niedersachsen besitzt jede Region ihre landschaftlichen Besonderheiten. Bekannte Sehenswürdigkeiten, gute Einkaufsmöglichkeiten sowie ein umfangreiches Kultur- und Sportangebot findet sich vor allem in Großstädten wie Hannover, Braunschweig und Oldenburg. In ländlichen Region warten Kulturlandschaften, Bergregionen, große und kleine Seen sowie die blühende Heide darauf, entdeckt zu werden. Zu den landschaftlichen Höhepunkten gehört unter anderem das einmalige Wattenmeer, das als grenzüberschreitender Nationalpark die Küsten von Niedersachsen mit denen der Niederlande und Dänemarks verbindet.

Bei der Anmietung von Ferienimmobilien ist ein Vertrag erforderlich. Für die Vermieter bedeutet dies, sich zunächst anwaltlich beraten zu lassen, damit das Dokument keine rechtlichen Mängel aufweist. Ein Mietvertrag sollte grundsätzlich mit jedem Gast abgeschlossen werden, unabhängig davon, ob die Unterkunft nur für ein Wochenende oder für einen längeren Zeitraum vermietet wird. Im Schriftstück müssen alle wichtigen Informationen zu Mietpreis, Mietdauer und den Hausregeln enthalten sein. Dadurch können Differenzen beim Ein- und Auschecken vermieden werden.

Den Vermietern von Ferienwohnungen und Ferienhäusern wird empfohlen, alle Regeln klar in Schriftform festzuhalten.

Der mit den Mietern vereinbarte Vertragsumfang lässt sich später nur durch einen schriftlichen, mit Datum und Unterschrift nachweisen. Falls es zu Unstimmigkeiten oder Problemen kommt, bietet nur der Mietvertrag tatsächlich Rechtssicherheit.

Ferienhaus in Niedersachsen - schön einrichten

Voraussetzungen für einen komfortablen Aufenthalt

Doch zuvor sind ideale Voraussetzungen für einen komfortablen Aufenthalt zu schaffen. Dazu zählt vor allem die Einrichtung einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses, die möglichst strapazierfähig und pflegeleicht sein sollte. Außerdem muss die Immobilie auch auf ihren technischen Zustand überprüft werden, bevor die ersten Gäste anreisen.

Neben einer ausreichenden Küchenausstattung darf ein nutzbares WLAN nicht fehlen. Dieses gehört heute zu den entscheidenden Punkten bei einer Buchung. Speziell in abgelegenen Objekten kann das zu Problemen führen. Hier lohnt es sich, über eine Hybrid- oder Mobilfunklösung als Alternative zum DSL-Anschluss nachzudenken.

Gleiches gilt für den TV-Empfang. Kabel-TV ist häufig die teurere Variante. Der Empfang über Satellit oder das inzwischen fast flächendeckend nutzbare DVB-T2 sind günstiger in der Einrichtung und im Unterhalt. Für Urlauber ist Fernsehen noch immer ein wichriger Apsekt bei der Objektauswahl.

Selbstverständlich sollte auch ein Stromanschluss sein. Es ist möglich, die Zählerstände vor der Anreise und nach der Abreise zu notieren. So können Vermieter eine interessante Zusatzeinnahme generieren, indem sie den Verbrauch mit einem leichten Aufschlag zum Lieferpreis abrechnen.

In der kalten Jahreshälfte sollte die Heizung funktionieren. Speziell an der Küste und im harz kann es sonst unangenehm kalt werden. In der Regel lassen sich die dabei entstehenden Kosten nicht einzeln abrechnen. Daher müssen die Heizkosten in den Mietpreis einkalkuliert werden.

Regelmäßig gehört auch das Überprüfen der Zu- und Abwasserleitungen zu den typischen Arbeiten am Objekt. Ablagerungen im Rohrsystem können zu Verstopfungen führen. Das gilt insbesondere bei temporären Vermietungen, denn diese Personen gehen häufiger unachtsam mit Abflüssen um. Die Folgen sind schlecht abfließendes Spülwasser oder verstopfte Toiletten. Eine mechanische Reinigung können auch Laien selbst mit einer Saugglocke durchführen. Ein nicht fest verstopftes Rohr kann auch mit heißem Wasser mechanisch gereinigt werden. Der Wasserhahn sollte dabei auf höchste Stufe gedreht werden, sodass ein reißender Wasserstrom entsteht und die Ablagerungen wegspült. Funktioniert dieses nicht, muss ein Profi ran. Ein Rohrreinigungs-Fachbetrieb verwendet zur mechanischen Reinigung spezielles Profiwerkzeug. Solche Firmen sind auch Ansprechpartner bei akuten Problemen. Denn gute Fachbetriebe bieten inzwischen einen 24-Stunden-Notdienst-Service

Die Einrichtung

Alle im Feriendomizil vorhandenen Gegenstände und Serviceeinrichtungen wie Waschmaschine, Geschirrspüler, Mikrowelle und Grill sollten in der Unterkunftsbeschreibung genannt werden. Für die Vermietung sind sowohl die Küchenausstattung als auch die Art und Anzahl der Betten (Doppelbett, Einzelbett, Etagenbett oder ausklappbares Sofa) von Bedeutung.

Mit der Anmietung einer Ferienwohnung ist meist auch der Wunsch, selbst zu kochen, verbunden. Bei der Unterkunftssuche wird deshalb besonders auf die Ausstattung der Küche geachtet. Zur Kücheneinrichtung sollten mindestens ein Herd und ein Kühlschrank gehören. Außerdem sollten ausreichend Geschirr und Besteck sowie Töpfe und Pfannen zur Verfügung stehen.

Ferienhaus in Niedersachsen - Einrchtung ist wichtig

Bewertung und Beschreibung

Grundsätzlich werden Ferienunterkünfte in bestimmte Qualitätskategorien unterteilt und bewertet. Die Sterne werden jedoch nur an Vermieter verliehen, die sich zuvor einer Qualitätsuntersuchung unterziehen und sich in regelmäßigen Abständen neu bewerten lassen. Da gute Bewertungen die Chance auf häufige Vermietungen erhöhen, sollten Vermieter diese Chance nutzen. Auf die Anzahl der Sterne und die erfolgreich bestandene Qualitätskontrolle kann auf der eigenen Webseite sowie in der Unterkunftsbeschreibung hingewiesen werden.

Die Beschreibung eines Ferienobjektes hat einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung der Gäste. Es ist zwar normal, die Unterkunft möglichst positiv darzustellen, dennoch sollte nicht übertrieben werden. Vermieter haften sowohl für die von ihnen beschriebenen Objektangaben als auch für die zugesicherten Eigenschaften und Dienstleistungen. Deshalb sollte bei der Objektbeschreibung auf die Genauigkeit der Angaben geachtet werden.

Bei jeder Veränderung muss auch die Beschreibung überarbeitet werden.

Urlauber achten genau darauf, ob jedes Detail im Feriendomizil mit den im Prospekt gemachten Angaben übereinstimmt. Beanstandungen sind häufig auf ungenaue oder fehlerhafte Angaben in der Beschreibung zurückzuführen. Um jederzeit den Überblick zu behalten, sollte eine Inventarliste erstellt werden. Im Rahmen einer Bestandsaufnahme werden alle im Ferienhaus oder in der Wohnung befindlichen Möbelstücke und Gegenstände aufgelistet. Idealerweise sollten die Einrichtung und der Inhalt von Schränken in bestimmten Vollständigkeit überprüft werden, um bei eventuellen Sachschäden oder Fehlbeständen umgehend zu reagieren. Ob eine zusätzliche Kontrolle bei Anreise und Abreise von Gästen erforderlich ist, muss dem Gastgeber überlassen werden.

Ferienvermietung als zusätzliche Einnahmequelle

Wer eine Wohnung oder ein Haus als Ferienobjekt anbieten möchte, sollte sich jedoch sowohl mit den rechtlichen als auch mit den steuerlichen Rahmenbedingungen vertraut machen. Die regelmäßige Vermietung einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses kann durchaus eine zusätzliche Einnahmequelle sein. Allerdings regulieren viele Gemeinden das Angebot und schränken dieses in bestimmten Straßenzügen deutlich ein. Das gilt insbesondere für Kurzzeitvermietungen von Apartments und Wohnungen. Eine offizielle Genehmigung ist in vielen Kommunen erforderlich. Eine Gewerbeanmeldung ist dagegen meistens nicht erforderlich, solange die Vermietung im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung bleibt. Eine Grenze ist erreicht, wenn ein Vermieter mehrere Objekte anbietet und weitere touristische Leistungen wie eine Rezeption, Mahlzeiten und Getränke oder regelmäßige Zimmerreinigung anbietet. Um nicht angreifbar zu sein, sollten sich Interessierte zunächst Informationen bei den zuständigen Behörden vor Ort einholen. Meist wird im Rahmen einer Einzelfallprüfung darüber entschieden, ob es sich um ein Gewerbe oder eine Vermögensverwaltung handelt.

Ferienhaus in Niedersachsen - Urlaub genießen

Welche Genehmigungen sind für die Vermietung von Ferienobjekten notwendig?

Sobald die notwendige Genehmigung vorliegt, kann mit der Vermarktung des Ferienobjektes begonnen werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die eigene Ferienimmobilie zu vermieten. Während manche Vermieter eine eigene Webseite entwickeln, um im Internet auf ihre Ferienwohnung aufmerksam zu machen, schließen sich andere Ferienhausvermieter einem Buchungsportal an und stellen dort ihre Immobilie online.

Unabhängig davon, ob das Ferienobjekt online oder offline beworben wird, sind die Impressumspflicht und die Datenschutzgrundverordnung zu beachten.

Eine weitere Möglichkeit, die Ferienwohnung zu vermarkten, ist das örtliche Fremdenverkehrsamt, das ebenfalls ein Verzeichnis über alle in der Stadt vorhandenen Ferienunterkünfte führt. Außerdem können Flyer und Visitenkarten bei Reisebüros ausgelegt werden. Die Anzeigenschaltung in lokalen und überregionalen Medien kann eine weitere Alternative sein, um die Ferienunterkunft zu vermieten. Gute Fotos sind wichtig, um das Ferienobjekt auch optisch gut zu präsentieren. Eine Bildergalerie mit einigen guten Fotos kann die Chance, Mieter für die Ferienwohnung zu finden, erheblich erhöhen.

Zu den wichtigen Angaben, die bei der Unterkunftsbeschreibung nicht fehlen dürfen, zählen die Größe der Wohnung (in Quadratmetern) sowie die Lage. Weitere Angaben, die unbedingt erwähnt werden müssen, sind der Preis und die Ausstattung. Idealerweise sollte es sich beim Mietpreis um den Endpreis handelt. Dieser Preis beinhaltet üblicherweise alle Miet- und Nebenkosten, inklusive Strom, Gas und Wasser sowie die Mehrwertsteuer. In Deutschland hat jeder Gast das Recht, vor einer Buchung den genauen Endpreis zu erfahren. Eine irreführende oder missverständliche Preisdarstellung kann im schlimmsten Fall zu Reklamationen oder Stornierungen führen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, Nebenkosten, die anhand eines Verbrauchsnachweises ermittelt werden können, auch verbrauchsabhängig abzurechnen. Dies ist besonders bei Ferienhäusern, die zahlreichen Personen Platz bieten, sinnvoll.

Bei der Preisgestaltung sollte auch die Endreinigung berücksichtigt werden. Dabei haben Ferienvermieter das Recht, die Schlussreinigung den Gästen in Rechnung zu stellen oder diesen die Möglichkeit zu geben, das Ferienobjekt vor der Abreise selbst zu reinigen. Alle Vermieter von Ferienobjekten unterliegen der Verkehrssicherungspflicht. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass der Zugang zur Ferienwohnung jederzeit möglich ist, sodass bei Schnee und Eis alle Zufahrtswege gestreut werden müssen. Stolperfallen im und am Ferienhaus müssen vor einer Vermietung beseitigt werden. Auch die Elektrik im Haus muss zuverlässig funktionieren und den üblichen Sicherheitsvorschriften entsprechen.

Wer diese ersten wichtigen Punkte beachtet, kann aus einem Haus oder einer Wohnung in einer attraktiven Lage eine Goldgrube machen. Einem attraktiven Zusatzeinkommen als Vermieter von einem Ferienobjekt sind dann alle Wege geöffnet.

Fotos: Clipdealer

Video:

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