Ratgeber: Sterbegeldversicherung

Beerdigungskosten absichern

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 31.05.2017
Abschluss einer Sterbegeldversicherung ist sinnvoll

Früher oder später ereilt jeden der Tod - und der kann insbesondere für die Angehörigen teuer werden: durchschnittlich 7.000 Euro müssen für eine Bestattung einkalkuliert werden. Die meisten Deutschen rechnen nur mit den halben Kosten. Eine Sterbegeldversicherung kommt für diese doch recht hohen Beträge auf und entlastet damit die Angehörigen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die nächsten Verwandten neben der Trauer um den Verlust auch mit einer großen finanziellen Belastung fertig werden müssen. Speziell, wenn kein Testatement vorliegt oder das Erbe gering ausfällt oder gar ausgeschlagen wird. Aber lohnt sich die Police wirklich?

Was leistet eine Sterbegeldversicherung?

In den letzten Jahren sorgten seitens der gesetzlichen Krankenversicherungen erhebliche Einsparungen durchgesetzt: Bis 2004 wurde noch ein Sterbegeld gezahlt, im Zuge erneuter Gesundheitsreformen wurde dieser Betrag allerdings gestrichen. Konkret bedeutet dies, dass, sofern noch Angehörige vorhanden sind, diese für sämtliche Kosten aufkommen müssen. Eine Sterbegeldversicherung soll die Nachkommen hierbei entlasten. Im Unterschied zu einer Kapitallebensversicherung geht es nicht dabei, das Vermögen aufgebaut wird - es sollen tatsächlich nur die Kosten der Bestattung gedeckt werden. Der Vergleich mit einer konventionellen Risikolebensversicherung bietet sich eher an. Üblicherweise wird eine Risikolebensversicherung aber nicht bis zum Lebensende abgeschlossen, zudem sind die Beträge zumeist höher, weil der Lebensunterhalt der Angehörigen abgesichert werden soll. Daraus ergibt sich, dass eine Sterbegeldversicherung mit vergleichsweise geringen Prämien aufwartet. 

Bei hohen Einkommen ist Versicherungsabschluss unnötig!

Kritiker der Sterbegeldversicherung schlagen häufig vor, stattdessen einfach ein Sparbuch zu eröffnen und einfach dorthin monatliche Beträge zu überweisen. Das Problem dabei: Sofern der Tod plötzlich eintritt, dürfte das Kapital für die Finanzierung einer Bestattung kaum ausreichen. Dieses Modell funktioniert also nur, wenn noch genügend Zeit bleibt, um entsprechend viel Geld anzusparen. Wer auch im Alter hohe Bezüge vorweisen kann, ist von dieser Problematik möglicherweise weniger betroffen, kann allerdings auch gut auf eine Sterbegeldversicherung verzichten. Die Versicherung ist nicht notwendig, wenn genügend Kapital vorhanden ist und die Bestattung auch vom Erbe noch problemlos finanziert werden kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass jemand mit eher geringerem Einkommen durchaus eine Sterbegeldversicherung abschließen sollte - und das möglichst früh. Denn die Beiträge orientieren sich vor allem auch am Eintrittsalter, einige Versicherungen fordern zudem eine Gesundheitsprüfung. Anhand möglicher Gesundheitsrisiken ermitteln die Versicherungen das individuelle Todesrisiko und entsprechend auch die Beiträge. 

Sterbegeldversicherung: Der Tod kostet nicht nur das Leben ...

Sterbegeldversicherung: Tarife vorab zu vergleichen, ist sinnvoll

Auch wenn es schwierig sein mag, im Vorfeld festzustellen, ob eine Sterbegeldversicherung lohnenswert ist: Prinzipiell sollten möglichst viele unterschiedliche Tarife miteinander verglichen werden. Es sollte also abgeschätzt werden, wie lange in die Police eingezahlt wird. Wer früh beginnt, überschreitet die Versicherungsbeträge oft deutlich - obwohl die Prämien noch gering ausfallen. Außerdem sollte beachtet werden, dass viele Versicherungen durch sogenannte Wartefristen eingeschränkt sind. Ein Leistungseintritt es erst möglich, wenn die Wartefrist überschritten wurde. Für Nicht-Fachleute ist es durchaus schwierig, den Markt zu überblicken – sämtliche bekanntere Versicherungsunternehmen haben entsprechende Sterbegeldversicherungen im Portfolio wie zum Beispiel:

  • HUK Coburg
  • DEVK
  • Allianz
  • oder ERGO

Darüber hinaus gibt es Anbieter, die sich komplett auf Sterbegeld spezialisiert haben. So zum Beispiel der niederländische Versicherungskonzern Monuta.  Das Verbraucherportal Netzsieger hat die wichtigsten Versicherungen einem umfangreichen Vergleich unterzogen. Hier landet Monuta sogar auf Platz 1.  Die Kosten richten sich dabei übrigens nach der individuell vereinbarten Versicherungssumme sowie dem Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses. Etwa 20 bis 30 Euro monatlich sollten allerdings einkalkuliert werden.

In Niedersachsen könnte die Police möglicherweise besonders wichtig werden. Die Sterberate ist aktuell mit und 93.000 Menschen jährlich so groß wie schon seit vielen Jahren nicht mehr; zudem fällt der Schutz der Krankenkassen seit einigen Jahren weg. Sollen die Hinterbliebenen vor finanziellen Risiken geschützt werden, ist der Abschluss der Police unbedingt anzuraten. Für das Sterbegeld in Niedersachen gibt es zumindest für Beamte feste Regelungen, welche Summen an Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Dabei müssen jedoch bestimmte Regelungen beachtet werden. Die Auszahlung erfolgt nach § 22 Abs. 1 NBeamtVG.

Fotos: Clipdealer