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Heim und Garten Rubrik Familie

Richtig tapezieren

Tipps zur Wandgestaltung

Ab und zu braucht jeder einen Tapetenwechsel. Im wahrsten Sinne des Wortes: Denn ist die Wandgestaltung überholt, fühlt man sich in Räumen oft nicht mehr wohl. Tapezieren klingt nach Stress? Von wegen! Tapetenwechsel können durchaus Spaß machen, solange man einige Basics beachtet.

1. Tapetenwahl: Worauf es ankommt

Die Wände beeinflussen Raumstimmungen und das Seelenleben. Für Wohlfühl-Flair lässt sich mit den richtigen Tapeten sorgen. Ganz egal, ob es um die Gestaltung der ersten eigenen Wohnung oder das Schaffen passender Rückzugsorte im Zuhause geht. Das Beste: Tapezieren ist im Rahmen der freien Persönlichkeitsentfaltung auch in Mietwohnungen erlaubt. Vor dem Auszug lassen sich viele Tapeten – anders als manch andere Wandgestaltungselemente – mit einigen Hilfsmitteln einfach wieder entfernen. Von Fototapeten mit persönlichen Motiven bis hin zu Designer-Tapeten bietet das Sortiment etwas für jeden Geschmack. Nicht nur im Design, sondern auch im Hinblick auf das Material und die Oberflächenbeschaffenheit unterscheiden sich einzelne Tapetenarten. Beispielsweise sollte man

  • im Bad wegen der fehlenden Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit und Dampfdurchlässigkeit keine Kunststofftapeten verwenden.
  • bei der Entscheidung die Symbole am Anfang und Ende der Tapetenrolle beachten.
  • abwaschbare Tapeten für Küchen, Gänge und Kinderzimmer in Erwägung ziehen.
  • in lichtdurchfluteten Räumen Tapeten mit hoher Lichtbeständigkeit verwenden.
  • den richtigen Kleister für das jeweilige Tapetenmaterial besorgen.

Was die Materialien betrifft, sind Papiertapeten der Klassiker. Heutzutage gibt es sie auch aus Recycling-Material. Vliestapeten aus einer Zellstoff-Papier-Mischung sind leichter zu verarbeiten. Statt des Belags wird bei jener Art die Wand eingekleistert. Bei der Tapeten-Entscheidung außerdem beachtenswert: Gemusterte Vliestapeten erfordern einen weißen Tapetenwechselgrund.

Paar sucht sich Tapeten aus2. Tapezieren vorbereiten: Was ist beachtenswert?

Die Planung und Vorbereitung ist beim Tapezieren wichtig. Befinden sich alte Tapeten an den Wänden, müssen jene in bestimmten Fällen entfernt werden. Zum Beispiel, wenn sie porös, farbintensiv oder zu dick sind. Die richtigen Hilfsmittel vereinfachen die Vorbereitung. Neben Tapetenlöser zählen dazu zum Beispiel Grundierungen und Wandbelagskleber. Soll auf frisch verputzten Wänden tapeziert werden, muss der Putz vorher trocknen. Als Test am besten zwölf Stunden lang eine Abdeckfolie darauf befestigen. Sammelt sich Feuchtigkeit an, lieber noch abwarten.

Wie viele Rollen Tapete? Die Raumhöhe und der Raumumfang bestimmen den Bedarf. Von Muster- oder Fototapeten braucht man wegen des hohen Verschnitts mehr. Formeln helfen bei der Kalkulation.

3. Tapezieren: So gelingt’s leichter

Tapezieren will gelernt seinNeben einer Trittleiter, einem Quast und einem Eimer braucht man zum Tapezieren einen Zollstock, einen Bleistift, ein Tapeziermesser und eine Wasserwaage. Sind diese Werkzeuge zur Hand, besteht die Arbeit aus folgenden Schritten:

Zuschneiden

Tapetenbahnen werden stets im rechten Winkel abgeschnitten. Idealerweise mit einer Tapetenschiene. Alternativ dazu faltet man auf dem Tapeziertisch Rand auf Rand. Beim Ausrollen zeigt das Tapetenmuster nach oben. Abgerollt wird nach hinten hin und ermittelte Maße markiert man direkt auf der Rolle. Oben und unten gibt man für saubere Abschlüsse 2,5 Zentimeter Verschnittzugabe hinzu. Allerdings hängt das genaue Vorgehen von der Tapetenart ab.

  • Ansatzfreie Tapeten mit Wandklebetechnik schneidet man Bahn für Bahn zu. Man kann sie auch von der Rolle aus auf der eingekleisterten Wand anbringen, indem man sie von oben nach unten andrückt.
  • Bei Tapeten mit geradem Ansatz schneidet man eine erste Bahn zu und fertigt Kopien davon an, indem man Muster auf Muster legt.
  • Bei Tapeten mit versetztem Ansatz positioniert man die Muster beim Zuschneiden versetzt. Jede zweite Bahn ist dabei identisch. Die Bahnen am besten auf dem Fußboden auslegen, damit es übersichtlich bleibt.

Einkleistern

Papiertapeten müssen je nach Art eingekleistert werden und für unterschiedliche Zeit weichen. Hierzu unbedingt die Herstellerangaben beachten. Weichen Tapeten zu kurz ein, lösen sie sich. Lässt man sie zu lange weichen, reißen sie.

Falten

Das eine Ende der Bahn wird nach der Einweichzeit um zwei Drittel, das zweite um ein Drittel eingeklappt. Die Falten dürfen beim Zusammenlegen nicht glatt gestrichen werden, sondern sollten weiche Schlaufen bilden. So lassen sich Knicke in der Bahn vermeiden.

Ankleben

Beim Aufbringen beginnt man am besten am Fenster. Weil keine Wand gerade ist, zeichnet man mit einer Wasserwaage an jeder neuen Wand eine senkrechte Lotlinie an und richtet daran die erste Bahn aus. Die Tapeten mit etwas Überstand zur Decke immer oben ansetzen und nach unten kleben. Beim Andrücken greift man zu Tapezierbürste oder Tapetenroller. Von der Mitte aus arbeitet man zu den Rändern hin und streicht die Bahn anschließend glatt. Nachbarbahnen setzt man Naht an Naht auf Stoß an. Um die Ränder auszudrücken, am besten Nahtroller verwenden und Überstände am Ende rechtwinklig abschneiden.

Trocknen

Während der Trockenzeit Fenster und Türen am besten geschlossen lassen. Die Tapetennähte könnten ansonsten auftreiben. Außerdem würde hohe Luftfeuchtigkeit bei laufender Heizung und offenem Fenster Schimmelbildung begünstigen.

Fotos: Clipdealer