Schimmel in der Wohnung

Maßnahmen gegen die Gesundheitsgefahr

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 28.08.2019
Schimmel in der Wohnung

Ein Horrorszenario: Schwarze Flecken in den Ecken der Wohnung breiten sich aus. Schimmel! Das Problem: Nicht immer wird dieser Gefahrenherd sofort bemerkt. Ein miefig-modriger Geruch ist oft das erste Warnzeichen. Spätestens dann, wenn der Schimmel durch die Tapete gekrochen ist, muss dringend gehandelt werden – schließlich ist der lästige Sporenpilz nicht nur eklig, sondern kann auch gesundheitsgefährdend werden. Welche Risiken können bei Schimmelbildungen für die Gesundheit entstehen? Welche Symptome sind zu erwarten? Wie lässt sich der Schimmelpilz bekämpfen und an können sich betroffne Mieter und Eigenheimbesitzer wenden, wenn sie den Befall bemerken?

Warum Schimmel so gefährlich ist

Zahlreiche Erkrankungen können durch Schimmel begünstigt werden. Gerade Säuglinge, Kinder und ältere Menschen sind besonders betroffen. Durch das Einatmen der Pilzsporen können Symptome wie Heiserkeit, Übelkeit oder Kopfschmerzen auftreten. Diese recht unspezifischen Krankheitszeichen werden meist als grippaler Infekt fehlgedeutet, was die eigentliche Ursache so schwierig identifizierbar macht.

Das einzige Indiz dafür, dass die Beschwerden vom Schimmel hervorgerufen werden, ist die Verschlimmerung des Zustandes, wenn bestimmte Räume aufgesucht werden. Röten sich z. B. die Augen oder entsteht eine akute Heiserkeit beim betreten des Wohnzimmers? Dann sind das Indizien, dass mit diesem Raum etwas nicht stimmt.

Besonders gern macht sich der Schimmelpilz übrigens im Bad oder im Schlafzimmer breit. Gerade im Schlafzimmer sollte der Schimmel möglichst zügig entfernt werden. Denn hier halten sich die Menschen in der Regel am längsten auf. Das Gefahrenpotential für die Gesundheit ist im Schlafzimmer entsprechend am größten.

Achtung: Auch bevor Sie den Schimmel sehen können, ist die Luft unter Umständen bereits mit den Pilzsporen verseucht. Achten Sie daher vor allen Dingen auf Frühwarnzeichen wie z. B. den feuchten Geruch oder die in bestimmten Räumen auftretenden Symptome, die auf eine Infektion mit dem Schimmelpilz hindeuten.

Typische Entstehung

Schimmel ist ein häufiges Problem. Er entsteht nur selten durch klar erkennbare Situationen wie einen Wasserschaden oder ein offen stehendes Fenster, durch das es in die Wohnung regnet. Wesentlich häufiger setzt sich die Luftfeuchtigkeit an den Wänden fest. Das ist ein Grund, warum im Bad schnell Schimmel entstehen kann: Die Feuchtigkeit ist deutlich größer. In allen Fällen ist seltenes oder falsches Lüften ein Problem. Faustregel: Statt eine Stunde das Fenster zu kippen, sollte dieses besser eine Viertelstunde weit geöffnet werden. Denn regelmäßiges Stoßlüften beugt Schimmelbefall vor. Das gilt insbesondere für gut gedämmte Altbauten, Neubauten oder Niedrigenergiehäuser. Denn bei diesen Immobilien ist das Mauerwerk weniger luftdurchlässig. Dadurch staut sich Feuchtigkeit und begünstigt den Schimmelbefall.

Schimmel selbst entfernen oder entfernen lassen?

Tritt Schimmel auf, muss gehandelt werden. Mieter sind in der Pflicht, den Vermieter informieren. Dieser wendet sich dann an Beratungsstellen (z. B. die Umweltberatung Nord, den Berufsverband Deutscher Baubiologe oder die Verbraucherzentrale Niedersachsens). Gemeinsam mit Experten kann dann das weitere Vorgehen besprochen werden. Oder er beauftragt direkt einen Spezialisten mit dem Entfernen. Gleiches gilt für Immobilienbesitzer, die ihr Haus selbst bewohnen. Eine rasche Unterstützung durch Experten ist sinnvoll.

Hinweis: Bei Mietverträgen gilt generell, dass der Vermieter den Schimmelbefall entfernen lassen muss. Bis dies erfolgt ist, haben Sie als Mieter das Recht auf Mietminderung. Allerdings gilt dies nur dann, wenn bauliche Mängel dazu führen, dass der Schimmel entstehen konnte. Kann der Mieter für den Schimmelbefall verantwortlich gemacht werden (zum Beispiel durch falsches oder seltenes Lüften), muss dieser unter Umständen für den Schaden aufkommen.

Manche Personen neigen dazu, Schimmelflecken grob zu entfernen und bzw. oder einfach provisorisch mit Farbe zu überstreichen. Dies ist auf keinen Fall ratsam. Oft ist der sichtbare Schimmel nur die „Spitze des Eisberges“ und unter der Tapete oder hinter Verkleidungen zeigt sich erst das ganze Ausmaß. Zuverlässig entfernen lässt sich Schimmel eigentlich nur von Oberflächen wie Glas, Keramik oder Metall. Hier kann der Schimmel – anders als zum Beispiel bei Holz – nicht tief ins Material einziehen. Wenn sich aber erst einmal Schimmel gebildet hat, liegt die Vermutung nahe, dass der Pilz bereits seine Sporen gestreut hat. Die Beseitigung sollte daher grundsätzlich nur fachkundigen Experten überlassen werden.

Foto: Clipdealer

Rubrik Familie: