Selbstständig als Frau

Nur 30 Prozent der Selbstständigen in Niedersachsen sind weiblich

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 08.03.2017
Niedersachsen - wenig Frauen selbstständig

Die Selbstständigkeit ist der Traum vieler Menschen. Die Vorstellung, selbst das Sagen und bei der Auswahl der Aufträge freie Hand zu haben, ist sehr attraktiv. Das gilt unabhängig davon, ob man als Freiberufler arbeitet oder das eigene Unternehmen leitet.

Bei den Existenz- und Unternehmensgründungen fällt allerdings ein Problem auf, das sich ohnehin wie ein roter Faden durch den gesamten Arbeitsmarkt zieht: Frauen sind nach wie vor chronisch unterrepräsentiert. Das gilt im Bundesdurchschnitt genauso wie in Niedersachsen. Lediglich 30 % der Selbstständigen sind laut dem Landesamt für Statistik Niedersachsen Frauen. Experten sind sich weitestgehend einig: Hier liegt enormes Potential brach.

Gründerinnen: Veraltete Rollenbilder durchbrechen

Auch wenn sich das Phänomen längst erledigt haben sollte: In der Geschäftswelt haben es Frauen immer noch schwerer als Angehörige des anderen Geschlechts. Gerade was Führungspositionen oder eben Existenzgründungen angeht, wird ihnen nach wie vor viel zu wenig zugetraut. Dadurch bleiben viele tolle Ideen auf der Strecke, weil sie gar nicht erst umgesetzt werden. Zugleich besteht eine besondere Herausforderung, die Doppelbelastung aus Familie und Beruf zu meistern.

Es lohnt sich jedoch, sich dieser nicht ganz idealen Situation zu stellen und für die eigenen Ideen und die damit verbundene Selbstständigkeit zu kämpfen. Denn es sind reine Vorurteile, mit denen Frau auf dem Gründermarkt zurechtkommen muss, die meistens jeglicher Grundlage entbehren und die Gründerinnen blockieren. Wer hingegen eine gute Idee selbstbewusst vermarktet, wird am Ende auch erfolgreich sein.

Diese Herausforderungen kommen auf Gründerinnen zu

Bis es soweit ist, muss man allerdings – ganz unabhängig vom Geschlecht – einen langen Weg hinter sich bringen. Die Idee muss zunächst im Rahmen eines detaillierten Businessplans konkretisiert werden, anhand dessen potentielle Investoren oder auch Förderstellen von der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden müssen.

Ist dieser Schritt gemeistert und das eigene Unternehmen bzw. Kleingewerbe angemeldet, geht die Arbeit erst richtig los. Das Kerngeschäft spielt in dieser Frühphase eine eher untergeordnete Rolle. Es sollte natürlich nicht vernachlässigt werden, noch wichtiger sind in dieser Zeit aber Kundenakquise und erste Schritte bei der Unternehmensführung.

Professionelle Werbung kann den Unterschied ausmachen

Für den ersten Punkt ist entscheidend, dass so viele Menschen wie möglich von dem neuen Produkt erfahren. Denn egal, wie gut es ist: Wenn es keiner kennt, kann es auch keiner kaufen. Es ist empfehlenswert, hierfür Geld in die Hand zu nehmen und je nach Budget eine professionelle Agentur mit den PR-Maßnahmen zu betrauen. Denn eine gut geplante und durchgeführte Kampagne ist in dieser Phase Gold wert; sich alleine auf Mundpropaganda und eigene Social-Media-Aktivitäten zu verlassen, schont zwar zunächst das Budget, wird sich auf lange Sicht aber nicht auszahlen.

Die Unternehmensführung von Anfang an pflegen

Für den langfristigen Erfolg der eigenen Selbstständigkeit spielt auch ein Bereich eine sehr wichtige Rolle, der bei Gründern nicht allzu beliebt ist: Die Unternehmensführung. Hier sollte man von Anfang an konzentriert am Ball bleiben, um sich direkt wichtige Kenntnisse anzueignen, während die einzelnen Aufgaben noch nicht allzu umfangreich sind. Mit dem Unternehmen werden auch die Frauen wachsen. Sie sollten sich also zu einem Zeitpunkt mit Buchhaltung und Co. beschäftigen, zu dem dies notwendigen Pflichten noch relativ überschaubar sind. Das gleiche gilt je nach Branche auch für andere Felder wie beispielsweise die Warenwirtschaft.

Mit der richtigen Software die Unternehmensführung erleichtern

Gerade die Buchhaltung, die wegen ihrer zahlreichen Bestimmungen tatsächlich eine komplizierte Angelegenheit sein kann, stellt Gründer/innen oft vor Probleme. Sie deswegen auszulagern lohnt sich allerdings in den wenigsten Fällen. Genau wie in anderen Bereichen der Unternehmensführung kann man sie stattdessen mit Hilfe einer passenden Softwarelösung auch ohne Vorkenntnisse selbst übernehmen.

Im Rechnungswesen sorgen solche Programme dafür, dass man alle Geschäftsvorgänge korrekt verbuchen und die fertigen Unterlagen schnell und unkompliziert ans Finanzamt übersenden kann, in der Warenwirtschaft für einen reibungslosen Warenfluss vom Lager bis zum Kunden.

Für den dauerhaften Erfolg spielen solche Hilfen eine wichtige Rolle – viel entscheidender ist es jedoch, sich den Schritt in die Selbstständigkeit zuzutrauen und mutig an die Sache heranzugehen! Dabei helfen verschiedene Fördertöpfe, sich gezielt an Frauen richtende Programme und Gründerinnencoachings. So schwer es aussieht, gerade Frauen finden viele Unterstützungsmöglichkeiten und Förderchancen.

Foto: Clipdealer

Rubrik Familie: