Sind Frauen die besseren Chefs?

Von Gleichstellung wenig zu sehen

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 11.08.2017
Frauen als Chef

In den meisten Führungsetagen - auch von Unternehmen in Niedersachsen - sind nach wie vor Männer anzutreffen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Frauen keinerlei Führungseigenschaften besitzen. Der direkte Wettbewerb mit der männlichen Konkurrenz tut Frauen jedoch nicht sehr gut.

Wie Frauen im Job ticken

Auch in der heutigen Zeit ist ein weiblicher Chef eher noch die Ausnahme. Nach Expertenmeinung müsste eine gute Führungskraft männliche wie auch weibliche Eigenschaften besitzen. Wichtigste Merkmale eines Chefs besteht in der Ellenbogentaktik, nicht zu lange mit Entscheidungen zögern. All dies wird eher mit männlichen Chefs in Verbindung gebracht. Doch darauf beruht schon lange nicht mehr der einzige Erfolg. Zwischenzeitlich treten mehr und mehr Werte in den Vordergrund, die eher den Frauen zugeordnet werden können. Weibliche Chefs gelten als fürsorglicher, sind teamfähiger, haben realistische Vorstellungen und sind weniger Stressanfällig. Frauen als Chefs stehen für Heimarbeit und stetige Weiterbildung. Allerdings sind das Klischees, die häufig genug von der Realität überholt werden.

Allgemein unterscheidet sich der Führungsstil von Männern und Frauen nur gering, doch gerade diese Geringfügigkeit kann sehr entscheidend sein. Laut einer Unternehmerinnenumfrage der VdU sehen sich weibliche Chefs als Dienstleister, die die Bindung von Kunden und Mitarbeiter als oberste Priorität ansehen. Bei den männlichen Chefs stehen neben den eigenen Mitarbeitern Investitionen und Finanzen ganz oben. In Unternehmen, wo Frauen die Chefs sind, gibt es für Mitarbeiter meist keine Boni oder Dienstwagen. Im Gegensatz dazu wird für Betriebs-Kita, Heimarbeit und Weiterbildung gesorgt.

Immer mehr Frauen in Führungspositionen

Der Stil der weiblichen Chefs allein genügt jedoch nicht für einen hinreichenden Erfolg, wie der Wirtschaftsberater Walter Simon berichtet. Die Mitarbeiter benötigen neben Empathie ebenso Druck. Bislang sind rund 90 Prozent Männer bei börsennotierten Unternehmen in Aufsichtsräten und Vorständen. Doch auch Frauen werden vermehrt die Chefsessel einnehmen. So kann beispielsweise die Deutsche Bank mit 40 Prozent weiblichen Aufsichtsräten punkten. Bis zum Jahre 2018 soll eine Frauenquote auf Mitarbeiterebene von 25 bis 35 Prozent erlangt werden. Frauen werden als einfühlsamer als Männer eingeschätzt. Seiner Studie zufolge würde dies auf weibliche Manager jedoch nicht zutreffen. Möglicherweise liegt dies daran, dass sie "härter" als Männer sein möchten.

In Niedersachsen sind nach aktuellen Zahlen derzeit rund 27 Prozent der Aufsichtsratposten von Frauen besetzt - auch durch eine gesetzliche Vorgabe. In Unternehmen sind die Zahlen jedoch vielerorts einstellig. Trotz aller positiver Entwicklungen ist es daher noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung und zur Gleichstellung. Auch für die Frauen selbst.

Rubrik Familie: