Tipps: Die erste eigene Wohnung

Das m├╝ssen Sie beachten

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 01.09.2020
K├╝che in der ersten eigenen Wohnung

Der Einzug in die ersten eigenen vier W├Ąnde geht mit zahlreichen Herausforderungen einher. Neben der teilweise aufw├Ąndigen Wohnungssuche m├╝ssen Vertr├Ąge gepr├╝ft, M├Âbel beschafft und Versicherungen abgeschlossen werden. Die Liste der Erledigungen ist lang. Lesen Sie nachfolgend, welche Faktoren besonders wichtig sind!

Wohnung oder WG ÔÇô Vor- und Nachteile im Vergleich

Eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft? Eine Entscheidung, die viele beim Auszug aus dem Elternhaus besch├Ąftigt und gut ├╝berlegt sein muss. Schlie├člich haben beide Varianten Vor- und Nachteile. Ein wichtiger Punkt betrifft die Finanzen. Oft gilt das g├╝nstige WG-Zimmer als klares Pro f├╝r die Wohngemeinschaft. Doch ganz so einfach ist es nicht. Ein Zimmer in einer WG kann durchaus teurer sein, als eine kleine Wohnung. Entscheidend ist die Lage. In vielen Gro├čst├Ądten sind die Mieten derart hoch, dass sich viele selbst eine WG kaum leisten k├Ânnen. Demgegen├╝ber steht preiswerter Wohnraum in weniger gefragten Vororten und D├Ârfern. Dass das Mieten einer eigenen Wohnung auch in Zeiten steigender Mieten erschwinglich sein kann, zeigt ein Blick auf das Angebot von GCP. Das Unternehmen vermietet und verwaltet Wohnraum deutschlandweit und pr├Ąsentiert renovierte Wohnungen in bezahlbaren Regionen. Auf der Internetpr├Ąsenz k├Ânnen Interessenten nach Eingabe von Ort, Objekttyp, gew├╝nschter Zimmeranzahl und Fl├Ąche eine individuelle Wohnungssuche starten. Auch Vorstellungen zur Kaltmiete lassen sich vorab festlegen, um nur die Angebote zu erhalten, die im Budget liegen. Durch eine Online-Wohnungsbesichtigung k├Ânnen favorisierte Wohnungen bequem von zu Hause begutachtet werden. F├╝r den schnellen Eindruck die positiven und negativen Aspekte von WG und Wohnung zusammengefasst:

 

 

Wohnung

WG

Vorteile

  • keine Absprachen n├Âtig
  • maximale Flexibilit├Ąt
  • Ruhe
  • mehr Privatsph├Ąre
  • f├Ârdert Selbstst├Ąndigkeit
  • Platz und Entscheidungsfreiheit
  • -gesellig und unterhaltsam
  • -Hausarbeiten lassen sich aufteilen
  • -bei Abwesenheiten k├Ânnen Mitbewohner das L├╝ften, Blumengie├čen und Co. ├╝bernehmen
  • -es k├Ânnen Freundschaften entstehen
  • -schneller Anschluss an lokale Cliquen

Nachteile

  • -kann langweilig werden
  • -keine Hilfe
  • -kein kommunikativer Austausch
  • -Kosten sind allein zu tragen
  • -Konfliktpotenzial
  • -weniger Privatsph├Ąre
  • -es kann laut werden
  • -erfordert Absprachen / Kompromisse
  • -Kosten werden geteilt

 

Von Anfrage bis Mietvertrag

War die Wohnungssuche erfolgreich, gilt es bei Anfrage und Besichtigung clever zu agieren. Wer sich gut verkauft, steigert die Chancen auf eine Zusage. Bei der schriftlichen Kontaktaufnahme sollte die direkte Anrede gew├Ąhlt werden, wenn der Name des Vermieters genannt wurde. Zudem muss sofort klar sein, um welche Wohnung es sich handelt. Viele Vermieter oder Makler verwalten diverse Objekte, sodass sie f├╝r eine deutliche Zuordnung dankbar sind. Nachdem das Interesse an der Wohnung formuliert ist, erg├Ąnzen einige pers├Ânliche Angaben die Kontaktaufnahme. Zwei bis drei kurze S├Ątze gen├╝gen v├Âllig. Vermieter interessiert in erster Linie, ob der Interessent in der Lage ist, die Miete zu begleichen. Angaben zur T├Ątigkeit sind deshalb angebracht. Es folgt die Bitte um einen Besichtigungstermin. Das obligatorische ÔÇ×mit freundlichen Gr├╝├čenÔÇť darf nicht fehlen.

Kommt eine Zusage f├╝r eine Besichtigung, sind h├Âfliche Terminvorschl├Ąge angebracht. Ratsam sind Termine bei Tageslicht, weil die Wohnung dann besser beurteilt werden kann. Um die Chancen auf die favorisierte Wohnung zu maximieren, m├╝ssen sich Interessenten gr├╝ndlich auf die Besichtigung vorbereiten. Im Idealfall werden dem Vermieter alle n├Âtigen Dokumente unaufgefordert ausgeh├Ąndigt. Dies ist zwar kein Muss, erleichtert dem potenziellen Vermieter aber die Entscheidung zwischen mehreren Interessenten. Dessen Bonit├Ąt steht im Vordergrund. Sinnvolle Unterlagen sind:

  • Gehaltsnachweise (nicht-relevante Daten schw├Ąrzen!)
  • Bonit├Ątsauskunft (z. B. Schufa)
  • evtl. B├╝rgschaft der Eltern

Dar├╝ber hinaus beeinflusst ein gepflegtes ├äu├čeres den ersten Eindruck positiv. Das hat nichts mit Oberfl├Ąchlichkeit zu tun. Stattdessen pr├Ągt beispielsweise eine saubere und ordentliche Garderobe das h├Âfliche Auftreten vorteilhaft. Als potenzielle Mieter sind Interessenten gut beraten, Interesse zu zeigen und gezielt Fragen zu stellen. Schlie├člich geht es nicht nur darum, dass der Vermieter einen geeigneten Mieter findet. Die Wohnung muss gleicherma├čen zum Interessent passen. Fragen zur lokalen Infrastruktur, Fernseh-Empfang, den zu erwartenden Heizkosten oder der Nutzung von Stellpl├Ątzen sind erw├╝nscht. Besteht auch nach dem Rundgang durch die Wohnung Interesse, sollte dies dem Anbieter auch mitgeteilt werden. Au├čerdem ist zu kl├Ąren, in welchem Zeitraum mit einer Entscheidung beziehungsweise R├╝ckmeldung gerechnet werden kann.

Was Wohnungssuchende f├╝r sich pers├Ânlich kl├Ąren m├╝ssen:

  • Reicht der Wohnraum?
  • Stimmt die Raumaufteilung?
  • Sind die R├Ąume hell genug?
  • Ist der Wohnraum vor L├Ąrm gesch├╝tzt oder eher hellh├Ârig?
  • Ist die Lage mit der Arbeitsstelle vereinbar?

Bei der Besichtigung sollten Interessenten zudem den Zustand von B├Âden, Fenstern und W├Ąnden pr├╝fen. Ist bereits jetzt Schimmel erkennbar, ist Abstand vom Angebot zu nehmen.

Sofa in der ersten eigenen Wohnung

Informatives zum Mietvertrag

Verlief alles positiv und der Vermieter sagt zu, ist das Unterzeichnen des Mietvertrags der n├Ąchste Schritt. Dabei m├╝ssen vertragliche Bestandteile kritisch kontrolliert werden. Alle bisher gemachten Angaben, vorwiegend Miete, Nebenkosten und Wohnfl├Ąche, m├╝ssen mit den Daten im Dokument ├╝bereinstimmen. Ein Abgleich der Miete mit dem Mietspiegel ist ebenso empfehlenswert. Zuvor festgestellte M├Ąngel sind schriftlich festzuhalten, damit sie sp├Ąter nicht zulasten des Mieters gehen. Auch eine Kontrolle hinsichtlich fragw├╝rdiger Klauseln darf nicht vernachl├Ąssigt werden. ÔÇ×Unwirksam sind insbesondere oft Vereinbarungen in Mietvertr├Ągen zu Sch├Ânheitsreparaturen und RenovierungenÔÇť, informiert der Deutsche Mieterbund (DMB) online in einem Ratgeber zu unwirksamen Klauseln. Verk├╝rzte K├╝ndigungsfristen f├╝r Vermieter sind nicht erlaubt.

Zuschuss von der Bundesagentur f├╝r Arbeit f├╝r die Grundausstattung

Finanzielle Hilfe f├╝r die Beschaffung der Erstausstattung der ersten eigenen Wohnung ist denkbar und kann beantragt werden. Bei Mietern unter 25 Jahren sind f├╝r Zusch├╝sse von der Bundesagentur f├╝r Arbeit Nachweise zur Notwendigkeit der eigenen Wohnung n├Âtig. Ist der Auszug aus dem Elternhaus beispielsweise aufgrund einer Ausbildungsstelle in einer anderen Stadt unausweichlich, kann dies als Nachweis gen├╝gen. Personen ├╝ber 25 Jahre k├Ânnen Zusch├╝sse ohne Angabe von Gr├╝nden beantragen. Die einmalige Leistung f├╝r M├Âbel und Haushaltsger├Ąte erfolgt in Form von Geld oder Gutscheinen.

Unverzichtbare Versicherungen

Sch├Ąden an der Mietwohnung sind nie auszuschlie├čen. Ob kaputtes Waschbecken oder zerkratztes Parkett. Um die Kosten im Schadensfall nicht selbst tragen zu m├╝ssen, wird eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese Versicherung geh├Ârt generell zu den wichtigsten Policen ├╝berhaupt. Weil Mietsachsch├Ąden nicht bei jeder Versicherungsgesellschaft abgesichert sind, ist das Kleingedruckte genauestens zu lesen. Eine Hausratversicherung ist immer dann sinnvoll, wenn ein Totalschaden an der Einrichtung mit existenzbedrohenden Folgen verbunden w├Ąre. Gerade in jungen Jahren ist das der Fall. Die Hausratversicherung versichert den Hausstand bei Sch├Ąden durch Feuer, Wasser, Hagel, Sturm, Diebstahl, Einbruch und Vandalismus. Steht das Fahrrad in einem abgeschlossenen Raum, ist meistens auch dieser Besitz abgesichert.

Ummeldung und Nachsendeauftrag: Wer umzieht, muss sich beim Einwohnermeldeamt anmelden. Dieser Vorgang ist vielerorts kostenlos. Voraussetzung ist die Vorlage eines g├╝ltigen Personalausweises oder Reisepasses. Damit die Post direkt bei der neuen Adresse landet, wird ein Nachsendeauftrag erteilt. F├╝r Privatkunden kostet der Service bei der Deutschen Post f├╝r ein Jahr rund 29 Euro (Filialpreis).

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