Wohnstift - selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Seniorenheime und Altersresidenzen in Niedersachsen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 30.09.2017
Wohnstift - selbstbestimmtes Leben im Alter

Das Alter und das Wohnen im Alter nehmen ab einem gewissen Lebensabschnitt stark an Bedeutung zu. Selbstbestimmtes Leben und dennoch das Gef√ľhl der Sicherheit zu haben, ist in den eigenen vier W√§nden hochbetagt kaum mehr m√∂glich. Das Bed√ľrfnis nach Sicherheit w√§chst. Die Kr√§fte lassen nach und die Angst vor Krankheiten oder St√ľrzen steigt mit zunehmendem Alter. Schlimmer noch ist aber das Gef√ľhl der Einsamkeit, wenn gute Freunde oder die Familienmitglieder weit weg wohnen oder bereits verstorben sind. Eine sehr gute Alternative zum Wohnen im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung ist ein Wohnstift, von denen es in Niedersachsen in allen Regionen eine gute Auswahl gibt. Denn hier k√∂nnen Senioren selbstbestimmt Leben und dennoch stehen ihnen bei Bedarf Hilfe oder Gespr√§chspartner zur Verf√ľgung.

Wohnstifte - selbstbestimmt und sicher leben

Anders als ein Pflegeheim ist ein Wohnstift vorrangig die Verlagerung des Lebensmittelpunktes in eine neue Wohnung. Die meisten Wohnstifte bieten behindertengerechte Wohneinheiten mit viel Platz und hellen Innenr√§umen an. Sie entsprechen einer ganz normalen Wohnung. Der einzige Unterschied ist, dass sie zu einem Gel√§nde oder einem Geb√§ude geh√∂ren, das unter besonderer Betreuung steht. √Ąrzte sind regelm√§√üig vor Ort und k√∂nnen konsultiert werden, ein Restaurant hat t√§glich ge√∂ffnet und Gesundheitsdienstleistungen k√∂nnen im Wohnstift ebenso in Anspruch genommen werden wie eine Vielzahl von angebotenen Freizeitm√∂glichkeiten. Das Leben in einem Wohnstift ist abwechslungsreich, selbstbestimmt und bietet zugleich die Sicherheit, dass im Zweifelsfall eine Pflegekraft oder ein Arzt ebenso schnell zur Stelle ist wie ein Hausmeister.

Wohnstifte sind "betreutes Wohnen nach Bedarf"

Wohnstifte m√ľssen anders als Pflegeheime weitgehend privat finanziert werden. Die Wohnungen werden meistens gekauft oder gemietet und die Betreuungsleistungen zus√§tzlich abgerechnet. F√ľr die Bewohner ist ein Wohnstift aber ideal. Ein Wohnstift ist eine Art Betreutes Wohnen nach Bedarf. Es ist ein Zuhause. Es fehlt an nichts. Ein Wohnstift ist eine M√∂glichkeit, einen qualitativ hochwertigen Lebensstandard bis ins hohe Alter beizubehalten.

Im Wohnstift den Lebensabend genießen

Was ist ein Wohnstift?

Viele Anbieter bezeichnen ihre Einrichtungen als Seniorenstift, Seniorenheim oder Wohnstift. Doch was ist ein Wohnstift eigentlich?

Das Pflegegesetz unterscheidet drei Wohnformen:

  • Altenheim,
  • Altenwohnheim,
  • Pflegeheim.

Von Wohnstift ist da nicht Rede. Denn andere Bezeichnungen werden zwar genutzt, sind aber nicht definiert. Aus diesem Grund unterscheiden sich die verschiedenen Wohnstifte zum Teil deutlich voneinander.

Was macht ein Wohnstift aus?

Ein Wohnstift ist am ehesten mit einem Altenwohnheim zu vergleichen. Das heißt: Hier steht das Wohnen im Vordergrund. Die Senioren leben in Wohnungen, die einem Appartment innerhalb des Wohnstifts gleichen. Diese Wohneinheiten werden entsprechend bei fast allen Anbietern auch als Appartments bezeichnet.

Das Wesentliche bei einem Wohnstift ist aber die Infrastruktur, die der Anbieter um die Wohnungen herum vorh√§lt. W√§hren die Senioren selbstbestimmt in ihren eigenen vier W√§nden leben, besteht die M√∂glichkeit, innerhalb des Wohnstitts auf eine breite Palette von Angeboten zur√ľckzugreifen. Dazu geh√∂ren Restaurants und Cafes, ambulante Pflege, Haushaltshilfen, Sch√∂nheits-Services wie Friseur und Nagelpflege, physiotherapeutische Angebote, um zum Beispiel Ursachen f√ľr im Alter auftretende chronische R√ľckenschmerzen zu behandeln, sowie Fitnessr√§ume, Schwimmb√§der, sogar Banken und vieles andere. Ziel ist es, den Senioren einerseits ein eigenst√§ndiges Leben zu erm√∂glichen, andererseits weite Wege zu vermeiden. Denn im Alter sind viele Menschen nicht mehr in der Lage, f√ľr kleine oder gro√üe Besorgungen weit zu gehen oder zu fahren.

Im Mittelpunkt das Gemeinschaftsleben

Da zugleich viele alte Menschen Freunde und Angeh√∂rige verloren haben, auch die Familie nicht immer im gleichen Ort wohnt, bietet das Wohnstift einen weiteren Vorteil: das Gemeinschaftsleben. Eine Einrichtung, die voll auf die Bed√ľrfnisse der Senioren eingerichtet ist, kann fast als Ort im Ort bezeichnet werden. Man kennt sich, es gibt auf Wunsch ein enges nachbarschaftliches Verh√§ltnis und bei Feiern zu den Festtagen oder anderen Anl√§ssen kommen die Bewohner in Gemeinschaftss√§len zusammen. Oft gibt es dann sogar Entertainment auf der B√ľhne mit Tanz und Musik. Die Gemeinschaft des Wohnstifts ist enger als eine gute Nachbarschaft, aber nicht so eng wie eine Familie. Dennoch f√ľhlt sie sich f√ľr viele Bewohner fast wie eine an. Das gesellige Miteinander im Wohnstift abseits vom "Altenheimcharme" ist einer der Gr√ľnde, warum viele Senioren auf ein Wohnstift als Altersresidenz setzen.

Wohnen in Wohnstiften

Anders als Seniorenheime oder Pflegeheime besteht ein Wohnstift nicht aus eigenen Zimmern. Wohnen im Wohnstift, dass heißt, in den eigenen vier Wenden zu leben, mit eigenem Schloss, eigener Klingel und eigenem Briefkasten. Dieses Konzept bietet ein Höchstmaß an Privatsphäre und Selbstbestimmtheit und zugleich eine Betreuung, wenn sie erforderlich ist.

Wohnen wie zu Hause ...

Der Abschied aus der eigenen Wohnung f√§llt vielen Senioren schwer. Genau deshalb ist ein Wohnstift die richtige Wahl. Hier k√∂nnen sie ihre Habseligkeiten mitnehmen, die M√∂bel und die vielen Erinnerungsst√ľcke. Sie sind nicht limitiert auf ein paar Gegenst√§nde, die in ein kleines Zimmer im Seniorenheim passen. Hier haben sie eine ganze eigene Wohneinheit zur Verf√ľgung, √ľber deren Einrichtung sie selbst bestimmen k√∂nnen.

... aber mit altersgerechter Versorgung

Au√üerhalb der Wohnung bietet ein Seniorenstift viele M√∂glichkeiten, die Freizeit zu genie√üen oder an geselligen Veranstaltungen teilzunehmen. Ein eigenes Restaurant geh√∂rt zur Standardausstattung, ebenso der Gemeinschaftssaal, in dem viele Feiern und Auff√ľhrungen stattfinden k√∂nnen. Einen Pflegedienst unterh√§lt der Betreiber meistens selbst oder es gibt eine Kooperation mit einem lokalen Dienst: √Ąrzte bieten regelm√§√üige Sprechzeiten an und Gesundheitsdienstleister wie Physiotherapeuten sind ebenso verf√ľgbar wie Friseure. Ein Wohnstift ist wie eine kleine Gemeinschaft, in der alles geboten wird. Nat√ľrlich ist niemand gezwungen, diese Angebote anzunehmen.

Ein Wohnstift bietet damit eine Alternative zur eigenen Wohnung und einem Pflegeheim gleichermaßen. Und sollte doch mal eine pflegerische Betreuung notwendig sein, kann diese in einem Wohnstift problemlos in den eigenen vier Wänden arrangiert werden. Der Übergang zwischen bereutem Wohnen und Pflege ist hier stufenlos möglich, wenn es erforderlich sein sollte.

Hoher Lebensstandard

F√ľr viele Menschen ist das Wohnstift eine erstklassige Wahl, um den eigenen Lebensstandard zu sichern und bis ins hohe Alter eine Wohnen zu erleben, das qualitativ hohen Anspr√ľchen gerecht werden kann. Die Zahl der Menschen, die ihr angespartes Kapital f√ľr eine Wohnung in einem Wohnstift aufwenden, steigt stetig. Und es steigt die Zahl der relativ jungen Senioren, denn wer m√∂chte schon erst in ein Wohnstift umziehen m√ľssen, wenn er Pflege ben√∂tigt.

Im Notfall ist Pflege möglich im Wohnstift

Pflege im Wohnstift

Das Leben im Wohnstift bietet viele M√∂glichkeiten, auch im Alter einen hohen Lebensstandard zu halten. Die Selbstbestimmtheit und die Individualit√§t bleiben gewahrt. Und doch kann jeder Mensch fr√ľher oder sp√§ter in eine Situation kommen, in der Hilfe notwendig wird. Eine Situation, in der Pflege unerl√§sslich wird. Das gilt f√ľr Menschen, die in der eigenen Wohnung leben, in einem Seniorenheim und auch f√ľr Menschen, die sich f√ľr den hohen Qualit√§tsstandard mit allen Vorteilen in einem Wohnstift entschieden haben.

Pflege bei Bedarf inklusive

Beim Abschluss eines Vertrages f√ľr eine Wohnung im Wohnstift m√∂chten die Menschen auch wissen, dass sie im Falle eines Pflegefalles gut versorgt werden. Denn es kann sein, dass eine ambulante Pflege notwendig wird oder sogar die Aufnahme in eine station√§re Pflegeeinrichtung. Ein Wohnstift bietet hier viele Abstufungen, die nach individuellen Erfordernissen und pflegerischen Gesichtspunkten vom Bewohner gew√§hlt werden k√∂nnen. Es beginnt mit Betreuungsdiensten und Hilfsdiensten. Letztere k√ľmmern sich beispielsweise um die Sauberkeit in der Wohnung, die W√§sche oder den Einkauf. Sofern ambulante Pflegedienstleistungen notwendig werden, steht die Wohnstiftsleitung dem Bewohner mit Tat und Tat beiseite. Viele Wohnstifte unterhalten einen eigenen Pflegedienst, sodass die Versorgung mit ambulanten Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen direkt im Wohnstift stets gew√§hrt ist. Bei der Notwendigkeit einer station√§ren Pflege ist abzuw√§gen, inwieweit diese noch im Wohnstift gew√§hrleistet sein kann.

Pflegeleistungen sind versichert

Die Kosten f√ľr Pflegeleistungen werden in erster Linie √ľber die Pflegeversicherung abgerechnet. Hier bezuschusst die Pflegeversicherung den Bewohner des Wohnstifts bis zu einem Maximum, das abh√§ngig von der Pflegestufe ist. Diese wird vom Medizinischen Dienst durch ein Gutachten festgelegt und ist Ausgangspunkt f√ľr die finanzierten Versorgungsleistungen. Ein Wohnstift bietet √ľber seinen Pflegedienst selbstverst√§ndlich auch weitere Leistungen und Leistungen in einem gr√∂√üeren Umfang, die je nach individueller Situation zus√§tzlich als Wahlleistung beauftragt werden k√∂nnen. Die Pflegeversicherung √ľbernimmt bei einer Einstufung des Bewohners in eine Pflegestufe √ľbrigens auch einen Teil der Kosten f√ľr die Unterbringung im Wohnstift.

Die Pflegestufen

Die gesetzliche Pflegeversicherung hat mit den Pflegestufen ein Instrument geschaffen, um die Pflegebed√ľrftigkeit eines Menschen in eine von vier Pflegestufen zu kategorisieren. Wie sich die einzelnen Pflegestufen unterscheiden, welche Vorteile und vor allem welche Voraussetzungen f√ľr die jeweilige Pflegestufe erf√ľllt werden m√ľssen, zur Einstufung durch den MDK, ist auf der Webseite des Medizinischen Dienstes zu finden. Beachten Sie, dass es f√ľr demente Menschen besondere Regelungen gibt. Hier erhalten Sie Informationen √ľber Demenz.

Wohnstift erm√∂glicht Alter in W√ľrde

Notfälle in einem Wohnstift

Ein Wohnstift beinhaltet selbstbestimmtes Leben in einem eignen Appartment. Doch was ist, wenn etwas passiert? Was ist, wenn der Kreislauf schlapp macht, eine schwere Erkrankung auftritt oder der K√∂rper nicht mehr will? Davor haben viele Senioren Angst. Sie w√ľnschen dann eine Betreuung in ihrer N√§he. Und genau das ist in einem Wohnstift der Fall.

Medizinische Notfälle

Bei einem medizinischen Notfall, kann √ľber den Hausruf sofort ein zust√§ndiger Ansprechpartner kontaktiert werden. Dieser leitet dann alle erforderlichen Ma√ünahmen in die Wege. Zumindest der hauseigene Pflegedienst kann erste Behandlungen vornehmen.

Hausnotruf und Warnsysteme

Die r√§umliche N√§he einerseits und die inkludierte Pflegeleistung andererseits sind Garant daf√ľr, dass Notf√§lle bemerkt werden. Neben den Besuchen der Pflegerinnen und Pfleger geh√∂rt dazu ein Notrufsystem, das auf Wunsch aktiviert werden kann. Dieser Hausnotruf funktioniert mit einem Notrufsender, der am K√∂rper getragen wird (zum Beispiel am Handgelenk oder am G√ľrtel). Im Notfall wird er gedr√ľckt und sendet einen Hilferuf an die Zentrale. Von dort wird Kontakt aufgenommen und bei Bedarf sofort ein Notarzt gerufen. √Ąhnliche Modelle sind Notruftelefone, die es der Zentrale sogar erlauben, bei aktiver Verbindung √ľber einen Lautsprecher in das Appartment hineinzuhorchen.

Eigenverantwortliche Vorsorge

Auch die eigenverantwortliche Vorsorge ist sinnvoll. So bieten spezielle Seniorentelefone und Seniorenhandys speziell auf √§ltere Menschen zugeschnittene Funktionen. Auch die Handhabung ist einfacher, ohne auf Komfort verzichten zu m√ľssen. Neben Telefonen mit besonders gro√üen Tasten und H√∂rger√§tekompatibilit√§t sind welche mit integrierten Notruftasten erh√§ltlich, die bei Ber√ľhren eine voreingestellte Nummer anw√§hlen. Besonders praktisch ist dies bei Senioren-Handys, da hier auch unterwegs ein entsprechendes Signal verschickt werden kann. Wer mag, kann sich auch auf eine GPS-Ortung einlassen. Eine Auswahl passender Ger√§te als Smartphone findet sich hier.

Soziales Netz

Wichtig ist im Alter ein enger Kontakt zu anderen Menschen. Das hilft in Notf√§llen nur bedingt, aber es schafft ein gutes Gef√ľhl. Das Gef√ľhl, dass sich jemand k√ľmmern w√ľrde, wenn etwas passiert. Darum ist Kontakt zur Familie und zu Freunden sehr wichtig, aber auch der Austausch mit den anderen Bewohnern in einem Wohnstift. Das soziale Miteinander belebt und st√§rkt die Person. In einem Wohnstift ist das durch die Nachbarschaft und durch die Betreuungsangebote gegeben.

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