Ernte 2016: Wetterkapriolen sorgen für Unmut bei den Landwirten

Vorangegangene Hitzewelle beeinträchtigt Ertrag der Äcker

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 21.09.2016
Ernte 2016 in Niedersachsen

Ein ungewöhnlich heißer Sommer und vor allem Spätsommer hält die Landwirte in Niedersachsen zurzeit in Atem. Die Temperaturen von über 30 Grad von letzter Woche sowie fehlende Regengüsse bedrohen die Mais-, Kartoffel- und Zuckerrübenernten. Die Trockenheit führt derweil zu technischen Schwierigkeiten bei der Ernte und birgt die Gefahr von niedrigen Erträgen.

Ernte 2016: Eile ist geboten

Die Landwirtschaft in Niedersachsen hat derzeit einige Herausforderungen zu bewältigen. Dr. Ulrich Lehrke, Pflanzenbauberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, äußert sich folgendermaßen zur Erntelage: „Hitze und Trockenheit beeinträchtigen derzeit die Mais- und Kartoffelernte und bereiten bei Neuansaaten wie etwa beim Raps Probleme. Die Zuckerrübe dagegen kommt mit dem Wetter ganz gut zurecht und bildet momentan in der Wärme gut Zucker. Auf schweren Tonböden gibt es aktuell das Risiko, dass Rüben bei der Ernte abbrechen können.“

Die Trockenperiode stellt folglich vor allem ein Risiko für die Mais- und Kartoffelernte dar. Im Fall der Kartoffel verursacht die durch Hitze ausgehärtete Erde die größten Probleme. Denn sie lässt sich nur schwer von ihnen trennen. Zudem faulen die Kartoffeln bei warmen Temperaturen schneller als gewöhnlich. Es ist also Eile bei der Ernte geboten. Inzwischen sind weite Felder abgeerntet. Wo die Kartoffelfäule aber auftritt, verbreitet sie sich möglicherweise und gefährdet ganze Erntemengen.

Etwas weniger ernst ist gegenwärtig die Situation bei der Maisernte. Karl-Gerd Harms, Berater für Silo- und Körnermais bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erwartet nur einen geringen Rückgang der Maiserträge: „Der Mais hat sich das Jahr über vielerorts gut entwickelt und ist nun erst auf der Zielgeraden von der Hitze erwischt worden - deswegen werden sich die Einbußen nach unserer Einschätzung in Grenzen halten. Regional sind jedoch in Bezug auf Trockenheit große Unterschiede festzustellen: Im Raum Hannover wird der Mais nun schnell welk und sollte auf den Punkt genau zügig geerntet werden, bevor die Pflanze abstirbt. Im nördlichen Niedersachsen dagegen gibt es beim Mais bislang wenige Probleme mit der Trockenheit.“ Die Landwirte sind aktuell dabei, die Ernte zügig einzuholen.

Niedersachsen ist führendes Agrarland

Bei vielen Produkten des Agrarsektors nimmt das Bundesland eine absolute Spitzenposition innerhalb Deutschlands ein. Niedersachsen erzeugt beispielsweise etwa die Hälfte aller deutschen Kartoffeln, zwei Drittel aller deutschen Masthühner und drei Viertel aller deutschen Heidelbeeren. Mit einem Produktionswert von 12,3 Milliarden Euro sowie einer bewirtschafteten Ackerbaufläche von 1,9 Millionen Hektar gehört Niedersachsen zu den wichtigsten Agrargebieten Deutschlands. Ob die Ernte-Ergebnisse des Jahres 2016 diese Zahlen in irgendeiner Form schmälern können, bleibt abzuwarten. Endgültige Gewissheit darüber erhält die Öffentlichkeit am Mittwoch, den 12. Oktober. An diesem Tag wird die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Resultate auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

Rubrik Nachrichten: