Hitze gefährdet Mauersegler

Naturschutzbund regt mehr Brutkästen in Gärten an

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 06.07.2018
Mauersegler © NABU/Joachim Neumann

Die aktuelle Hitzeperiode ist nicht nur für die Pflanzen ein Problem. Der Naturschutzbund NABU weist darauf hin, dass die Nistplätze der gefährdeten Mauersegler überhitzt sind. Jungtiere suchen Abkühlung und fallen dann aus den Nestern. Das Problem: Die Elterntiere versorgen sie außerhalb des Nistplatzes nicht. Dadurch ist der ohnehin stark abnehmende Bestand der Vögel zusätzlich gefährdet. Der Naturschutzbund regt an, Nistplätze für die Tiere einzurichten.

Hitze für junge Mauersegler gefährlich

Mauersegler nisten insbesondere unter Dächern. Dort staut sich derzeit die Hitze ganz besonders. Der Nachwuchs hält das kaum aus und versucht Abkühlung zu finden. Dabei verlässt er das Nest. Dieses wiederum ist meistens so angebracht, dass die noch nicht flügge gewordenen Jungtiere erbarmungslos abstürzen. Die Leiterin des NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, Bärbel Rogoschik, erklärt das Dilemma: "Selbst wenn sie den Sturz unverletzt überstehen, sind ihre Überlebenschancen leider marginal. Denn im Gegensatz zu anderen Vogelarten füttern Mauersegler ihre Jungen nicht außerhalb des Nestes." Zu retten sind die Jungvögel nur durch eine sehr aufwendige Handaufzucht. Die Erfolgschancen sind allerdings mäßig. Kommen Verletzungen hinzu, ist die Rettung leider fast aussichtslos.

Achtung: Andere auf dem Boden sitzende Jungvögel sollten nicht angefasst werden. Die Eltern füttern diese in der Regel. Sie haben eine gute Überlebenschance. Sitzen Sie direkt an der Straßen sollten Sie etwas Abseits platziert werden. Durch Rufe erkennen die Eltern den neuen Standort.

Mauersegler suchen ein Dach über den Kopf und finden zu wenig Nahrung

Für den Bestand der Mauersegler ist die Hitze eine Gefahr. Denn der rapide Rückgang der Insekten als Nahrungsquelle einerseits und die unbedarft "wegsanierten" Nistplätze an Dächern, Türmen und anderen Gebäudeteilen macht ihnen das Leben schwer. Speziell durch die Dämmung vieler Gebäude gehen potenzielle Nistplätze verloren. Dabei ist die Berücksichtigung der Belange von Tieren laut NABU vorgeschrieben. Bärbel Rogoschik bringt es auf den Punkt: "Bei Mauerseglern und Co. herrscht Wohnungsnot. Dabei sind Gebäudesanierungen auch vogelfreundlich möglich." Der Naturschutzbund sowie andere Organisationen regen daher Hausbesitzer an, in Gärten spezielle Mauerseglerkästen aufzuhängen. So können die Vögel auch abseits von Gebäuden einen Nistplatz finden.

Der Mauersegler ist ein echter Flugkünstler

Der Mauersegler ist ein Flugkünstler. Nach dem Verlassen des Nestes verbringt er sein gesamtes Leben in der Luft. Dabei schläft er im Flug und setzt im schrägen Winkel zu Flügen zur Wasseroberfläche an, um zu trinken. Seine Nahrung holt er aus der Luft: Insekten. Daher ist der drastische Rückgang von Insekten für die Vogelart ein echtes Problem. Sie finden immer weniger Nahrung. Muss der Mauersegler dennoch einmal landen, hat er ein Problem. Er hat so kleine Füße und so lange Flügel, dass er nicht gut starten kann.

Unterschied: Mauersegler ähneln vom Boden aus betrachtet Schwalben. Sie haben aber einen schmaleren Körper und keine so stark ausgeprägten Schwanzsicheln. Ihr Ruf ist zudem schriller.

Die Vogelart verbringt in Niedersachsen die Brutzeit. Etwa Anfang Mai ziehen die Mauersegler aus dem Süden zu uns. Hier bekommen sie Nachwuchs. Ist dieser ausreichend stark für den Flug, geht es Ende August zurück in Richtung Äquator. Die meisten Mauersegler beziehen ihr Winterquartier in der Region südlich der Sahara.

Foto: Mauersegler © NABU/Joachim Neumann

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