Strom wird 2016 teurer

Durch EEG-Umlage steigt der Preis

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 03.11.2015
Strom wird 2016 teurer

Niedersachsen ist Windenergieland. Die Lage zwischen Harz und Nordseeküste ermöglicht es, einen Großteil der Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Sonne, Biogas und eben Wind zu gewinnen. Speziell die großen Offshore-Parks in der Nordsee liefern einen erheblichen Anteil an der deutschen Windenergie. Ca. acht Gigawatt Energie erzeugt das Bundesland inzwischen aus Windkraft. Das Ziel ist es, im Jahr 2050 die Menge von 20 Gigawatt zu erreichen. Dieses Ziel scheint nicht mehr weit entfernt.
Allerdings hat der von der Bundes und der Landesregierung forcierte Umstieg auf erneuerbare Energien einen Preis. Diese zahlen die Verbraucher. Es geht um die EEG-Umlage. Dabei handelt es sich um eine Art gesetzliche Abgabe, mit der das Schaffen neuer Anlagen für das Erzeugen erneuerbarer Energien begünstigt wird. Diese EEG-Umlage steigt ab Januar 2016 von 6,17 auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde (netto!). Es ist zu erwarten, dass die Stromanbieter diesen gesetzlichen Anstieg auf die Kunden umlegen.

EEG-Umlage und Strompreis

Für die Stromanbieter kommt diese Erhöhung der EEG-Umlage möglicherweise wie gerufen. Denn sie haben kaum eine Rechtfertigung, ihre Preise zu halten. Obwohl der Preis für die Kunden seit Jahren kontinuierlich steigt, sind die Kosten für den Stromeinkauf nämlich im Keller. Eigentlich müssten alle Anbieter die Preise senken. Andre Richert vom Uelzener Verbraucherportal stromrechner.com weist darauf hin, dass der Börsenpreis für Strom innerhalb von Jahren deutlich auf weniger als die Hälfte gefallen ist. Derzeit pendelt dieser seit einiger Zeit relativ konstant um 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Ein Grund: Das massive Einspeisen von erneuerbaren Energien und von neuen Kohlekraftwerken in das Netz erzeugt Überkapazitäten, die den Strompreis im Keller hält.

Dass die Strompreise dennoch steigen, ist für Verbraucher nur schwer nachvollziehbar. Ein Teil der Preissteigerungen lässt sich aber eben durch die EEG-Umlage erklären. Und die ist an den Strompreis gekoppelt. Die Umlage setzt sich nämlich u. a. aus der Differenz des Preises an der Strombörse in Leipzig sowie der Vergütung für Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Abhängigkeit zur produzierten Menge an Ökostrom zusammen. Das bedeutet: Je niedriger der Börsenpreis und je mehr Ökostrom erzeugt wird, desto höher ist die EEG-Umlage und desto mehr müssen Verbraucher zahlen. Ein höherer Strompreis ist aber keine Zwangsläufigkeit, denn die Anbieter könnten auch den gesunkenen Börsenpreis an die Kunden weitergeben. Dies jedoch war bisher kaum zu beobachten.

Verbraucher haben ein Sonderkündigungsrecht

In Kürze flattern daher vielen Verbrauchern die Ankündigungen für die Preiserhöhungen ins Haus. Doch diese können sich wehren. Bei außerordentlichen Preiserhöhungen wie der kommenden haben sie in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet: Wer jetzt seinem Stromanbieter kündigt, muss nicht warten, sondern kann direkt wechseln.
Die Betreiber des Uelzener Portals stromrechner.com weisen daher auf die Ersparnis hin. Je nach Verbrauch und bisherigem Tarif können Familien eine niedrige dreistellige Summe im Jahr sparen. Daher lohnt es sich, einen Wechsel mit einem Tarifvergleich zu prüfen. Dein Niedersachsen hat zum Thema Stromanbieter wechseln einen Ratgeber verfasst, der detailliert aufklärt, was beim Wechsel des Stromanbieters zu beachten ist. Kunden, denen eine Preiserhöhung angekündigt wird, sollten beispielsweise unbedingt von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, das sogar bei vielen lang laufenden Verträgen greift. Der Wechsel selbst ist in fast allen Fällen völlig unkompliziert und problemlos. Vor allem eine Sorge ist unbegründet, denn kein Haushalt bleibt beim Stromanbieterwechsel auch nur eine Sekunde ohne Strom.

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