Wulff will BrĂŒcken bauen

Antrittsrede thematisiert das Miteinander

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 02.07.2010
Niedersachsen

Heute hat der neu gewĂ€hlte BundesprĂ€sident Christian Wulff in Berlin seinen Amtseid geleistet und eine Antrittsrede gehalten. Zuvor bedankte sich der geschĂ€ftsfĂŒhrende BundesprĂ€sident, BundesratsprĂ€sident Jens Böhrnsen, bei dem zurĂŒckgetretenen Horst Köhler und hob dessen Verdienste hervor. Anschließend fĂŒhrte Böhrnsen den neuen Amtsinhaber in sein Amt ein. Vor dem Hintergrund Wulffs Erfahrung als MinisterprĂ€sident sehe er „die Belange der LĂ€nder und das kostbare Gut des Föderalismus in den HĂ€nden des neuen BundesprĂ€sidenten Christian Wulff gut aufgehoben“, so Böhrnsen.

Wulff hob in seiner Antrittsrede seine Dankbarkeit hervor, das Amt des BundesprĂ€sidenten ausfĂŒllen zu dĂŒrfen: „Ich bin dankbar dafĂŒr, nun in diesem Amt dienen zu dĂŒrfen - Deutschland und den Deutschen und allen Menschen, die hier leben.“ Denn Deutschlands grĂ¶ĂŸte StĂ€rke seien die Menschen. FĂŒr Wulff machten ihre Vielfalt und ihre Talente die Bundesrepublik erst lebens- und liebenswert. Hier sieht sich Wulff als BrĂŒckenbauer: „Mir ist es wichtig, Verbindungen zu schaffen: zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen aus Ost und West, Einheimischen und Zugewanderten, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Arbeitslosen, Menschen mit und ohne Behinderung. Das ist nicht einfach - es gibt unterschiedliche Interessen, es gibt Vorurteile gegeneinander, Bequemlichkeiten und Anspruchsdenken.“ Deshalb appellierte er an alle: „Wir mĂŒssen unvoreingenommen aufeinander zugehen können, einander aufmerksam zuhören, miteinander sprechen.“

Auch den demografischen Wandel thematisierte Wulff in seiner Rede. Deutschland werde gewinnen, wenn erkannt werde, wie jung viele geblieben seien. Wulff erklĂ€rte: „Ich bin immer wieder beeindruckt von dem Elan, mit dem bei uns Seniorinnen und Senioren Verantwortung ĂŒbernehmen und Gutes bewirken.“ Diese Älteren, so Wulff, „wissen schon, was die JĂŒngeren noch lernen werden: Es lohnt sich, aktiv zu sein. Es macht reich - nicht an Finanzen, sondern an Freunden, nicht an Zahlungsmitteln, sondern an Zufriedenheit. Es gibt unserem Leben Sinn, und auf Sinn sind wir angelegt.“ Auch die Bundesrepublik brauche diese Einstellung. Denn Freiheit heiß auch, Verantwortung ĂŒbernehmen zu dĂŒrfen und zu können. Diese Freiheit mĂŒsse aber auch engagiert genutzt werden.

Vor dem Hintergrund der Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft sowie der fortschreitenden Globalisierung und weltweiter Herausforderungen gelte auch ein Miteinander. Denn Deutschland werde diese Themen nicht alleine anpacken können und mĂŒsse offen sein fĂŒr eine „Kooperationen mit allen anderen Teilen der Welt. Dazu mĂŒssen wir andere Kulturen besser kennen und verstehen lernen, mĂŒssen wir auch hier auf andere zugehen und den Austausch verstĂ€rken. Das können wir schon hier bei uns einĂŒben, in unserer Bundesrepublik, in unserer bunten Republik Deutschland.“

 

Foto: NiedersÀchsische Staatskanzlei

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