Ärztestreik an kommunalen Kliniken

Tarifverhandlungen auf Eis

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 18.05.2010
Ärztestreik an kommunalen Kliniken

Bundesweit sind heute rund 15.000 Ärzte an kommunalen Klinken in den Streik getreten. Betroffen sind rund 200 Krankenhäuser der Städte und Gemeinden. Grund: Die Tarifverhandlungen zwischen der Ärztevereinigung Marburger Bund und den Kommunen war gescheitert, nachdem die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ein für den Marburger Bund inakzeptables Angebot vorgelegt hatte.

Die Ankündigung der Ärztevereinigung, für mehr Gehalt streiken zu wollen, setzen die Mediziner heute in die Tat um. Neben den Streiks in den Kliniken gab es eine große Kundgebung in München. Für die Patienten in den betroffenen kommunalen Kliniken bedeutete der heutige Streik, dass die Versorgung aller Notfälle und dringlichen Eingriffe wie sonst auch am Wochenende oder an Feiertagen gesichert war. Allerdings gibt es aktuell Verzögerungen bei planbaren Operationen. Da der Streik weiter anhalten wird, empfiehlt der  Marburger Bund empfiehlt betroffenen Patienten, benachbarte Krankenhäuser in anderer Trägerschaft aufzusuchen, seien es kirchliche, private oder universitäre Kliniken.

Der Marburger Bund stellt sich mit dem Streik gegen ein Angebot der VKA, das eine Gehaltssteigerung von 2,9 Prozent für einen Zeitraum von 33 Monaten in Aussicht stellte. Umgerechnet auf ein Jahr hätte dies ein minimales Gehaltsplus von weniger als ein Prozent bedeutet. Konkret hätten die Ärzte 2010 1,1 Prozent mehr Gehalt erhalten, für 2011 nur 0,5 Prozent und für das Jahr 2012 keine Erhöhung. Nach Meinung des Marburger Bundes hätte dieses Angebot noch nicht einmal einen Inflationsausgleich garantiert.

Foto: Clipdealer

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