Angst um das Wattenmeer

Stopp der ├ľlbohrungen gefordert

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 21.05.2010
Niedersachsen: Angst um das Wattenmeer

Angesichts der ├ľlkatastrophe im Golf von Mexiko haben B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen einen Stopp der ├ľlbohrungen in der Nordsee gefordert. Ziel ist es, das weltweit einzigartige Naturerbe Wattenmeer zu sch├╝tzen. Der naturschutzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen, Christian Meyer, warnte gestern in Cuxhaven: ÔÇ×Auch in Niedersachsen ist ein schwerer Unfall mit auslaufendem ├ľl aus F├Ârderplattformen oder Tankern jederzeit m├Âglich. Das einzigartige Weltnaturerbe w├Ąre dann zerst├Ârt." Gegen Umweltminister Hans-Heinrich Sander erhob Meyer den Vorwurf, dass es nicht ausreiche, Sonntagsreden zu halten, sondern es m├╝ssten politische Aktivit├Ąten zum Schutz der Nordsee folgen.

Auch FDP-Umweltexperte Gero Hocker spricht sich daf├╝r aus, das Schutzkonzept f├╝r das Wattenmeer weiterzuentwickeln. Er sagte vor Kurzem: ÔÇ×Wir m├╝ssen jetzt das bestehende Schutzkonzept pr├╝fen. Dabei muss auch die Frage im Vordergrund stehen: Sind wir bei Schiffsungl├╝cken und Meeresverschmutzungen gut genug ger├╝stet?" Dabei verwies er auf die gro├če Zahl von Gefahrguttransporten und ├ľlbohrinseln im Bereich des Wattenmeers. Die Frage sei, ob die bisherigen Spezialschiffe f├╝r die Schadstoffbek├Ąmpfung ausreichen. Auch das Notschleppkonzept und die Pl├Ąne f├╝r einen Notliegeplatz m├╝ssten gepr├╝ft werden. Dabei gehe es auch um die Offshore-Windparks in der Nordsee. Diese, so der FDP-Politiker: ÔÇ×stellen uns beim Schutzkonzept vor neue Herausforderungen. Wir m├╝ssen sicherstellen, dass sie f├╝r Havaristen keine Gefahr darstellen." Nachdr├╝cklich unterstrich er: ÔÇ×Wir m├╝ssen jetzt daf├╝r sorgen, die biologische Vielfalt zu erhalten und es noch besser als bisher zu sch├╝tzen. Es ist unsere Verantwortung gegen├╝ber k├╝nftigen Generationen, alles Menschenm├Âgliche zu veranlassen, dass eine Verschmutzung wie im Golf von Mexiko in der Nordsee nicht passieren kann."

Die FDP will jedoch gemeinsam mit der CDU auch den nachhaltigen Tourismus an der Nordseek├╝ste f├Ârdern. Das wiederum st├Â├čt bei B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen auf Kritik. Christian Meyer sagte dazu: ÔÇ×Das Wattenmeer ist kein kommerzieller Freizeitpark, sondern einer der wertvollsten Lebensr├Ąume der Welt. Der Schutz vor Beeintr├Ąchtigungen muss daher endlich Priorit├Ąt vor reinen wirtschaftlichen Interessen haben. Auch die UNESCO fordert ein nachhaltiges Tourismuskonzept f├╝r das Wattenmeer. Das muss die Landesregierung umgehend vorlegen. Die UN-Auszeichnung verpflichtet uns zu mehr und nicht zu weniger Schutz!" Nach Aussagen von CDU-Fraktionsgesch├Ąftsf├╝hrer Bj├Ârn Th├╝mler gehe es bei dem Antrag darum, das Weltnaturerbe Wattenmeer im Rahmen des nachhaltigen Tourismus besser zu bewerben und so f├╝r Besucher aus der ganzen Welt als Urlaubsregion bekannter zu machen.

Seit Sommer 2009 geh├Ârt das Wattenmeer zum UNESCO Weltnaturerbe. Kein anderes Gebiet der Erde kann eine gr├Â├čere zusammenh├Ąngende Wattfl├Ąche als die 13.000 Quadratkilometer an der friesischen Nordseek├╝ste aufweisen.

 

Foto: Pieter de Vries (Common Wadden Sea Secretariat)

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