„Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung“

Aktionswoche der Landesregierung

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 13.09.2010
„Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung“

Heute begann die Aktionswoche „Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung“, in der die Landesregierung und das „niedersächsische Bündnis für alle Kinder“ Möglichkeiten und Konzepte zur Bekämpfung von Kinderarmut darstellen möchten. Ziel der Aktionswoche ist, auf die besondere Lage der Kinder in Niedersachsen aufmerksam zu machen. Jedes fünfte Kind in Niedersachsen ist beispielsweise von Armut betroffen und hat damit schlechtere Bildungschancen und weniger Gelegenheit auf Teilhabe. In dieser Woche soll mit vielen Aktionen landesweit das öffentliche Bewusstsein für Armutsrisiken von Kindern gestärkt sowie Möglichkeiten und Konzepte zur Bekämpfung von Kinderarmut dargestellt werden. Als Schwerpunkte werden bei den Veranstaltungen die Themen Bildung, Gesundheit und Wohlergehen von Kindern behandelt.  

Im Rahmen der Aktionswoche haben heute Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan und Kultusminister Dr. Bernd Althusmann in Hannover ein Netzwerk für niedersächsische Lehrkräfte mit Migrationshintergrund gestartet. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund noch gezielter in ihrer Bildungslaufbahn unterstützen - unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen und sprachlichen Herkunft. Integration durch Bildung lebt auch durch Vorbilder. Solche Vorbilder wollen wir als Bildungsbotschafter unterstützen und fördern", sagte Dr. Althusmann bei der Tagung. „Lehrkräfte mit eigenem Migrationshintergrund sind ideale Vorbilder", meinte Özkan. „Sie können täglich Ansporn und Beispiel dafür sein, dass man es in unserer bundesdeutschen Gesellschaft schaffen kann, eine gute Ausbildung zu absolvieren und erfolgreich im Beruf zu sein. Lehrerinnen und Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte können Brücken bauen zwischen der Institution Schule, den Schülerinnen, Schülern und den Eltern. Unser Netzwerk soll Sie dabei unterstützen," so die Ministerin.

Die Lehrkräfte sollen über das Netzwerk die Möglichkeit erhalten, sich auszutauschen und in wichtigen Punkten zusammenzuarbeiten. Ein solches Thema könnte nach Auffassung der beiden Minister unter anderem die Einbindung von Eltern und außerschulischen Partnern in den Schulalltag sein. Ziel sei es, mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für den Lehrerberuf zu begeistern. Auf diesem Weg soll auch die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund erleichtert werden. Denn nach Zahlen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie haben insbesondere Kinder aus Einwandererfamilien schlechtere Bildungschancen und eine höhere Gefahr, von Armut betroffen zu sein. Die schulische Bildung und Sprachkompetenz ist für die Landesregierung deshalb einer der Schlüssel zur Armutsbekämpfung.

Während der Aktionswoche „Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung“ wird es in ganz Niedersachsen weitere Veranstaltungen, Fachvorträge und Aktionen geben. Daran beteiligen sich Schulen, Kommunen, Kindergärten und Verbände. Die Aktionswoche endet am 20. September, dem Weltkindertag, und findet anlässlich des europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung statt.

Foto: Clipdealer

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