Jugendarrestanstalt Neustadt gesperrt

Opposition: Zustände landesweit alarmierend

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 19.03.2010
Jugendarrestanstalt Neustadt gesperrt

Die Jugendarrestanstalt (JAA) in Neustadt am Rübenberge ist nach Auskunft des Niedersächsische Justizministerium vollständig geräumt und das Gebäude bis auf Weiteres gesperrt worden. Grund sind Staubproben, in denen zu viele Asbestfasern nachgewiesen worden sind. Diese gelten als krebserregend. Die JAA wird derzeit modernisiert. Betroffen sind neben den Angestellten auch 17 Jugendliche, die dort kleine Arreststrafen absitzen. Für sie ist die Strafvollstreckung vorerst unterbrochen, bis sie später erneut geladen werden.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte zu den Vorkommnissen: „Das Gewerbeaufsichtsamt Hannover ist unverzüglich informiert worden. Um eine gesundheitliche Gefährdung auszuschließen, sind sowohl die Arrestanten wie die Bediensteten aufgefordert worden, sich ärztlich untersuchen zu lassen.“

Dies nahm die SPD zum Anlass, um auf den allgemein schlechten Zustand in den Justizvollzugsgebäuden in Niedersachsen hinzuweisen. Dieser sei „alarmierend“. Denn nicht nur in Neustadt, sondern auch in Hannover werde ein Haus wegen baulicher Mängeln geschlossen. Dort falle angeblich der Putz von den Decken, das Regenwasser sickere durch Fenster und Mauern und Duschräume seien nicht benutzbar. Ähnlich sieht es nach Meinung der SPD auch in Vollzugsanstalten in Bückeburg, Wolfenbüttel und anderen Orten aus.

Marco Brunotte, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen für Justizvollzug und Straffälligenhilfe sagte in Hannover: „Die Niedersächsische Landesregierung blendet diesen katastrophalen Sanierungsstau fast vollständig aus. Es ist fast ein Wunder, dass nicht noch mehr Anstalten aus baulichen Gründen geschlossen wurden.“ Brunotte ergänzte: „Der Minister ist aufgefordert, zu handeln und sich für die dringend erforderlichen Baumaßnahmen im Vollzug einzusetzen. Wir brauchen Haftplätze in Niedersachsen, die erfolgreiche Resozialisierung und einen menschenwürdigen Vollzug ermöglichen. Hier geht es aber auch um die Arbeitsbedingungen von ein paar tausend Bediensteten im Niedersächsischen Justizvollzug.“

Foto: Clipdealer

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