Neues Hundegesetz kommt

Lindemanns erster Entwurf

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 01.02.2011
Neues Hundegesetz kommt

Erst seit wenigen Tagen ist der neue Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann im Amt. Heute legte er bereits einen neuen Entwurf für ein Hundegesetzt vor. Das Kabinett stimmte der Novell zu. Nun geht das geänderte Hundegesetzt in die Landtagslesung.

Lindemann sagte heute in Hannover: „Mit der Novelle wollen wir für mehr Sicherheit sorgen und gefährliche Beißvorfälle verhindern.“ Weiter sagte der Minister in Hannover: „Der Gesetzentwurf trägt den Sicherheitsbedürfnissen der Bevölkerung und den Ansprüchen nach artgemäßer und verhaltensgerechter Haltung der Hunde gleichermaßen Rechnung“

Im Wesentlichen entspricht die Neuregelung dem bereits letztes Jahr im Herbst diskutierten Eckpunkten. Wichtigster Punkt ist ein Sachkundenachweis für neue Hundehalter, das obligatorische Chippen aller Hunde sowie eine Haftpflichtversicherung. Das Landwirtschaftsministerium wird außerdem Angaben zum Halter und zum Hund in einem Register führen. Diese Angaben muss der Hundehalter machen. Sollte der Gesetzesentwurf den Landtag passieren, greift der Sachkundenachweis erst nach zwei Jahren, also frühestens 2013. Der Sachkundenachweis entfällt zudem, wenn der Halter nachweisen kann, bereits zwei Jahre lang einen Hund gehalten zu haben.

Das Gesetz soll unter anderem zu einer besseren Überwachung der sogenannten Listenhunde beitragen. Hier sieht die Opposition noch Nachbesserungsbedarf in Details. Insbesondere beim Sachkundenachweis gebe es noch offene Fragen.

Trotz des zentralen Registers bleibt die Verantwortung für die Einhaltung der sich aus dem Gesetz ergebenen Pflichten bei den Gemeinden. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass alle Halter einen Sachkundenachweis erbringen, die Haftpflichtversicherung existiert und die Hunde durch einen Chip gekennzeichnet werden. Das gilt für alle Hunde, nicht nur für Listenhunde. Mit dem neuen Hundegesetzt würde Niedersachsen nach Ansicht der Regierungsfraktionen eines der modernsten Hundegesetze in Deutschland bekommen.

Foto: Clipdealer

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Kommentare

Kommentar von Schneidersmann | 04.02.2011

Sachkundenachweis,ist völlig in Ordnung,solange keine Ausnahmen gemacht werden,gefährlich/nicht gefährlich,klein/groß,Gewicht völlig egal,auch Rehpinscher sollten sich benehmen können! Eine HaftpflichtV.gesetzlich zu verankern ist ebenfalls nicht verkehrt,ebenfalls ohne jegliche Ausnahmen. Wenn der Staat den Nachweis verlangt,soll er auch die Kosten tragen,die durch die Hundesteuern mehr als gedeckt sein dürfen!(es handelt sich hier um eine Luxussteuer,(Überflüssige Hunde! Eine Luxussteuer für Diener, Pferde und auch für Hunde führte Preußenkönig Friedrich Wilhelm III ein. Diese erlaubte den Städten ab 1829, eine Hundesteuer zu erheben.Durch die Zahlung der Hundesteuer erwirbt der Hundehalter kein Recht auf irgendeine Gegenleistung. Die Einnahmen werden – was fälschlicherweise oft angenommen wird – auch nicht zweckgebunden für die Straßenreinigung eingesetzt. Sie gehen einfach in die allgemeine kommunale Haushaltskasse,aus der dann auch die Kosten für den Sachkundenachweis zu decken wären!! Wer wegen Körperverletzung oder Tierquälerei vorbestraft ist,Hundehalterverbot!(auch keinen Kleinsthund!) Die Chippflicht halte ich für nicht angebracht,es ist ein Fremdkörper der dem Tier eingesetzt wird,er kann wandern,es giebt immer wieder Ausfälle(der Chip kann nicht gefunden werden)und das Einsetzen,ist entgegen einschlägiger Meinung,auch nicht schmerzfrei,ein Rehpinscher,würde außerdem mit einer dicken Beule rumlaufen!(und wir wollen doch keine Außnahmen!!) K.D.Sch. Hundebesitzer seit durchgehend 40 Jahren (Schäferhunde,Dobermann)

 

Kommentar von M. Adam | 09.02.2011

Gibts keine wichtigeren Themen mehr im Landtag Niedersachsens? !!Das bisherige Gesetz reicht doch wohl eigentlich vollkommen aus!! Kriminelle Energie wird mit keinem Gesetz augeschaltet. Und aufmerksame Behörden hatten damit genügend Handlungsspielraum bei gefährlichen Hunden. Aber wenns hilft, gerne einen Kommentar zum Artikel: Hundehalterhaftplficht als "Muß" bekommt meint Okday! Aber auch die Zahlung dieser bei einer Behörde nachweisen lassen und sonst keine Haltergenehmigung (wie Kfz-Steuer und Pkw-Zulassung). Sonst gibts da schon wieder Gesetzeslücken in Sachen Versicherungsschutz gegenüber möglichen Opfern. Und um die gehts doch wohl? Gegen die Unwissenheit von Hundehaltern, die in der Regel zu Beißunfällen führt, hilft nur gutes Halterwissen und -aufklärung. Der 2000 eingeführte Sachkundenachweis für gefähliche Hunde, der wirklich gut war, sollte ausnahmslos für alle Hundehalter - großer oder kleiner Hund vorhanden oder nicht - egal wie lange jemand Hundebesitzer vorher war - zur Pflicht werden. Und bei Nichthundehaltern Pflicht sein, bevor ein Hund angeschafft wird. Dafür ausgebildete Tierärzte prüften damals Hund (Wesenstest) und Halter (Sachkundenachweis). Viele neue Hundehalter gaben mir gegenüber seinerzeit zu, durch diese Regelung auch mehr allgemein über das Hundeverhalten gelernt zu haben. Wer solch einen Sachkundenachweis erstanden hat, sollte diesen auf Dauer haben; ähnlich Führerschein beim Auto, es sein denn er verstößt gegen Recht und Gesetz (e z.B. Tierschutzgesetz ). Bestandsschutz sollte es im übrigen bei Hundehaltern, die seit 2000 Hund besitzen und bereits Wesenstest und Sachkundenachweis positiv bestanden bzw. erbracht haben, geben. Wer zu dem Zeitpunkt seinen Hund gern hatte, hatte aufgrund des Gesetzes bereits tief in die Tasche gelangt (700-1000 euro) und sollte nicht schon wieder zur Kasse gebeten werden. Bin übrigens auch gegen das Chippen; wird leider ab 2012 gem. EU-Recht und Pflicht bei Reisen ins Ausland. Es gibt diverse Studien, die beweisen, daß Chips im Körper wandern können. Warum nicht wie bei Rassehunden Tatoos? Kann nicht - wie Chip - von "Kriminiellen" beseitigt werden. M. Adam seit 38 Jahren Hundebesitzerin (Hirtenhund-Mix, Doggen-Mix, Neufundländer, Bullmastiff, Engl. Bulldogge), THP f. Kleintiere, ehrenamtl. Mitarbeiterin in AK Kampfhund 200-2006 sowie in 2 Hundeschulen

 

Kommentar von S.Rottluff | 05.03.2011

Jetzt passiert. Es wurde ein Hund aufgefunden, er war gechipt aber weder bei Tasso noch bei einem der Zuchtverbände regestriert. So konnte er jetzt seinem Besitzer nicht zugeordnet werden. Bei Kauf der Chips, durch den TA, werden die Abgegebenen Registriernr. nicht gelistet und den TA zugeordnet. Somit kann man leider die Rückverfolgung nicht lückenlos durchführen. Dadurch wird der Chip zur Farce und es wird der Krimminalitat wieder Tür und Tor geöffnet.