Polizei bereitet Fußball-WM vor

Sicherheitskonzept für „Public Viewing“ steht

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 18.05.2010
Polizei bereitet Fußball-WM vor

Kaum sind die letzten Entscheidungsspiele der drei obersten Ligen gelaufen, bereitet sich die Polizei auf die Fußball-WM vor. Für die vielen Orte, an denen das sogenannte „Public Viewing“ stattfinden soll, steht ein Sicherheitskonzept. Aber auch für die Zeit danach plant die Polizei eine intensive Fanarbeit in Niedersachsen.

Der Niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann kündigte heute in Hannover gegenüber der Presse an, dass nach aktuellem Stand während der Fußball-WM 2014 über 30 Veranstaltungen mit „Public Viewing“ stattfinden, die jeweils von mehr als 1.000 Menschen besucht werden. Nach Aussagen Schünemanns sind damit zugleich „die Vorbereitungen der Polizei für die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika angelaufen."  Dabei greife man auf die Erkenntnisse der letzten WM zurück, die 2006 in der Bundesrepublik stattfand. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und bewährten Sicherheitskonzepte bilden die Grundlage für die polizeiliche Arbeit für die kommenden öffentlichen Veranstaltungen mit „Public Viewing“.

Nach Aussagen Schünemanns ist trotz der guten und insgesamt friedlichen Stimmung bei ähnlichen Veranstaltungen während der letzten WM davon auszugehen, dass es zu Zwischenfällen mit extremen Fußball-Fans kommen kann. Schünemann machte heute klar, dass mit „Aktivitäten der gewaltbereiten Fußballszene“ zu rechnen sei, diesen aber entsprechend begegnet werde. „Sowohl für die WM selbst, als auch bereits für das Vorbereitungsspiel gegen Ungarn in Budapest" erwartet der Innenminister entsprechende Aktivitäten. Vorbeugend ist die Polizei deshalb bereits tätig geworden: In 185 Fällen gab es sogenannte „Gefährderansprachen“, mit denen bekanntermaßen gewaltbereite Fußballanhänger gewarnt werden sollen. Für das kommende Testspiel in Ungarn sind sogar in 31 Fällen passrechtliche Beschränkungen oder Meldeauflagen erlassen worden.

Die Bilanz für die abgelaufene Fußballsaison 2009/2009 ist dagegen eher positiv. Die Zahl der Straftaten in den niedersächsischen Stadien sank erheblich auf 370. Fast 1.000 Personen sind allerdings als gewaltbereite Fans bekannt, knapp 290 haben sogar bundesweit ein Stadienverbot. Als Maßnahmen gegen Gewalt gibt es für Fans von Hannover 96, VfL Wolfsburg und Eintracht Braunschweig seit Längerem Projekte. Auf diese Weise will die Polizei mit denen Fans ins Gespräch kommen, Feindbilder abbauen und die Gewaltbereitschaft der sogenannten „Ultras“ senken. Ein weiteres Projekt ist für den VfL Osnabrück geplant, der den Aufstieg in die zweite Liga geschafft hat. Damit laufen an allen vier wichtigen niedersächsischen Stadien solche Projekte. Diese Fanarbeit ist vor dem Hintergrund der Kosten für die Absicherung von Fußballspielen eine gute Investition. Während der letzten Saison belief sich die Anzahl der Einsatzstunden von Polizeikräften auf 143.000, was Kosten in Höhe von 7,6 Millionen Euro verursachte.

Foto: Clipdealer

Rubrik Nachrichten: 
Personen: