Preisverfall bedroht Krabbenfischerei

Krabben geh├Âren zu Niedersachsen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 12.05.2011
Niedersachsens Krabbenfischerei vor dem Aus

Die Krabbenfischer in Niedersachsen schlagen seit L├Ąngerem Alarm. Die Preise f├╝r Krabben sind dramatisch gesunken. So sehr, dass es sich f├╝r die Krabbenfischer nicht mehr lohnt, in der Nordsee vor Niedersachsen die leckere Delikatesse zu fangen.

Krabben geh├Âren zu Niedersachsens Nordseek├╝ste wie der Ostfriesentee und die Sandb├Ąnke. Doch f├╝r die Krabbenfischer lohnt sich das Fangen nicht mehr. Die Preise liegen derzeit so tief im Keller, dass sie das notwendige ├ťbel auf sich nehmen und alle F├Ąnge aussetzen. Denn die Verkaufspreise liegen unter den Fangkosten. Um wirtschaftlich arbeiten zu k├Ânnen, m├╝sste der Preis pro Kilogramm ├╝ber drei Euro liegen. Tats├Ąchlich droht aktuell ein Verfall auf unter 1,50 Euro. Zudem kommen Auflagen der EU, die f├╝r gro├če Fangschiffe auf der Nordsee gedacht sind, aber von den Kuttern ebenfalls erf├╝llt werden m├╝ssen. Allein f├╝r elektronische Logb├╝cher ist eine Nachr├╝stung von insgesamt fast 400.000 Euro notwendig. Hier hat die Landesregierung zugesagt, die Kosten zu ├╝bernehmen.

Die Lage spitzt sich an der Nordseek├╝ste zu und die Krabbenfischer stehen in breiter Front vor dem wirtschaftlichen Aus. Abhilfe soll eine Hilfe der Landesregierung bringen. Diese hat in Abstimmung mit dem ebenfalls betroffenen Bundesland Schleswig-Holstein und dem Bundesverbraucherministerium erste Schritte unternommen. So sollen die sogenannten Stilllegetage von 40 auf 50 im laufenden Jahr erh├Âht werden. Damit sind Tage gemeint, an denen die Krabbenfischer nicht ausfahren, aber dennoch eine Sozialverg├╝tung bekommen. Die neue Regelung w├Ąre ein Tropfen auf dem hei├čen Stein, aber eine wichtige akute Hilfe. Denn in Niedersachsen stehen rund 35 Krabbenkutter und ihre Betreiber vor dem Ruin.

Ob die Touristen an Niedersachsens Nordseek├╝ste auch zuk├╝nftig heimische Krabben auf die Br├Âtchen oder als Salat bekommen k├Ânnen, wird die nahe Zukunft zeigen. Es ist eine grenz├╝bergreifende Anstrengung gemeinsam mit D├Ąnemark und den Niederlanden notwendig, um die schw├Ąchelnde Krabbenfischerei an der Nordseek├╝ste und im Wattenmeer zu retten.

 

Foto: Michael Weber (Motiv: Kutter im Hafen von Neuharlingersiel)

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