Sander lobt Wasserversorgung

Welttag des Wassers

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 22.03.2010
Trinkwasser

Der 22. März 2010 ist der Internationale Tag des Wassers. In Deutschland wurde bundesweit mit vielen Aktionen auf das wichtige Lebensgut Wasser aufmerksam gemacht. Während hierzulande die Entwicklung dank des in den letzten Jahrzehnten deutlich verbesserten Umweltschutzes durchaus positiv ist, sieht es anderswo schlecht aus. Denn weltweit fehlt nach Aussagen der Hilfsorganistion UNICEF fast 900 Millionen Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser. So lautete das diesjährige Motto auch anschaulich: „Reines Wasser für eine gesunde Welt“. Damit stellt der Weltwassertag dieses Jahr die Wasserqualität in den Mittelpunkt.

In Deutschland ist die Trinkwasserversorgung hervorragend. So konnte auch der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander bei einer Veranstaltung in Bad Münder darauf hinweisen, wie gut das Trinkwasser in Niedersachsen ist. In Richtung der Organisationen, die wasserwirtschaftliche Aufgaben erfüllen oder zum Schutz der Gewässer beitragen, sagte Sander: „Es ist mir ein besonderes Anliegen, die Modernisierung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Wasserversorgungsunternehmen zu unterstützen. Wir wollen Wettbewerb, aber wir wollen keinen Preisdruck erzeugen, der zulasten der über Jahrzehnte erworbenen Qualität unseres Trinkwassers führt."

In Niedersachsen gibt es seit 1992 ein Kooperationsmodell zum Trinkwasserschutz. Damit sollen Interessenkonflikte zwischen dem Schutz des Trinkwassers und der Bodenbewirtschaftung in den Trinkwassergewinnungsgebieten durch Zusammenarbeit der Beteiligten vermieden werden. Über 80 solcher Kooperationen gibt es derzeit, die über ca. 300.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche gemeinsam entscheiden. Damit sind über 90 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen innerhalb von Trinkwassereinzugsgebieten erfasst. Sander bezeichnet dieses System, das vom Land jährlich mit 18 Millionen Euro finanziert wird, als „Erfolgsmodell“, das auch auf andere Bundesländer und EU-Staaten ausstrahle.

Ganz so positiv sieht das Umweltbundesamt die Situation für die Gewässer insgesamt nicht. Ein Problem sind Phosphor und Stickstoff, die vielerorts immer noch in zu großem Umfang in Seen und Küstengewässer gelangen. Probleme treten demnach auch beim Grundwasser auf – vor allem durch Nitrat aus der Landwirtschaft. Um die Wassergüte zu verbessern, sollten nach Ansicht des Präsidenten Jochen Flasbarth die Landwirte vor allem weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetzen. Das käme nicht nur den Flusssystemen und Gewässern zugute, sondern auch der Trinkwasserqualität. Eine Ansicht, die auch Sander grundsätzlich teilt. Er betont: „Fakt ist, für den Erhalt unserer Grundwasserqualität ist das hohe Engagement von Wasserversorgern und Landwirten eine wichtige Voraussetzung."

Die Region Hannover rief heute zum Wassertag Hauseigentümer auf, ihre Wasserleitungen zu überprüfen. Noch immer gäbe es Bleirohre in vor 1974 gebauten Häusern. Diese sollten aus gesundheitlichen Gründen und wegen eines ab 2013 geltenden neuen Grenzwerts ausgetauscht werden.

Foto: Clipdealer

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