Schulstart in Niedersachsen

Über 80.000 Erstklässler

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 04.08.2010
Schulstart in Niedersachsen

Für das am Donnerstag beginnende Schuljahr 2010/11 ist die Unterrichtsversorgung nach Auffassung von Kultusminister Dr. Bernd Althusmann gesichert. Sie wird an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen voraussichtlich landesweit bei durchschnittlich etwas mehr als 100 Prozent, in den Grundschulen bei rund 102 Prozent, liegen. „Niedersachsens Schulen sind gut auf die Herausforderungen des neuen Schuljahrs vorbereitet. Wir haben alle frei werdenden Lehrerstellen neu besetzt und zum Schuljahresbeginn bereits mehr als 1.450 neue Lehrkräfte an den über 3.000 allgemeinbildenden Schulen eingestellt. Im Schuljahr des Doppelabiturs entfällt fast die Hälfte der Neueinstellungen auf das Lehramt an Gymnasien", sagte Dr. Bernd Althusmann heute in Hannover.

An den allgemeinbildenden Schulen werden die Schülerzahlen im sechsten Jahr in Folge zurückgehen. Im neuen Schuljahr wird es nur noch rund 928.000 Schülerinnen und Schüler geben wovon zum Schuljahresbeginn etwas mehr als 80.000 Schülerinnen und Schüler neu eingeschult werden, was zum Teil durch das Vorziehen des Einschulalters bedingt ist. Bis 2013 wird die Zahl der Schulanfänger in Niedersachsen allerdings auf rund 69.000 sinken.

In einem persönlichen Fazit zog Althusmann eine positive Bilanz seiner bisherigen Ministertätigkeit. Er habe vor allem Gespräche über die Zukunft der Schulen geführt, so der Minister. Der zu erwartende Rückgang der Schülerzahlen um ca. 25 Prozent bedürfe einer wohl überlegten Antwort. Eine Alternative könnten Ganztagsschulen sein. Althusmann dazu: „Schule ist in Niedersachsen ein Lern- und Lebensort. Mehr als ein Drittel unserer Schulen sind Ganztagsschulen. Zum neuen Schuljahr gehen 271 neue Ganztagsschulen an den Start. Wir werden die qualitative Entwicklung unserer inzwischen rund 1.140 Ganztagsschulen im Land weiter vorantreiben - Mittagessenangebote und Unterstützung wie zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung sollten dazugehören.“

Frauke Heiligenstadt, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, kommentierte nach der Erklärung von Althusmann: „Jedes Jahr präsentiert das Kultusministerium unendlich viel Papier und Statistiken, um der Öffentlichkeit zu suggerieren ‚alles ist o.k. an den Schulen.’ Die Wirklichkeit an den Schulen sieht anders aus. Die Sparauflage von rd. 105 Millionen Euro wird massive Auswirkungen auf Unterrichtsversorgung und -qualität unserer Schulen haben. Die seit Jahren vorgetragenen Versprechungen von Reduzierung der Klassengrößen und der Entlastung von Schulleitungen werden wieder nicht erfüllt.“

Für Christa Reichwaldt, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion von Die Linke, ist die heute vorgestellte Prognose der Schülerzahl eine klare Aufforderung zur Gründung von Gesamtschulen. Sie sagte: „Trotz der permanenten Angriffe der Landesregierung auf die Gesamtschulen wollen die Eltern sie für ihre Kinder.“ Außerdem müsse die Entwicklung der Schülerzahlen bei der Diskussion um die Zukunft unserer Schulstruktur berücksichtigt werden.

Foto: Clipdealer

Rubrik Nachrichten: